Ulrich Fröndhoff löst Wolfgang Metzen als Schulleiter ab

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Ulrich Fröndhoff (links) erhielt als Nachfolger Metzens seine Ernennungsurkunde durch Josef Schulte von der Bezirksregierung.

Halver - 33 Jahre hat er am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg in Ostendorf unterrichtet, acht Jahre war er dessen Leiter. Mit einem Festakt wurde am Donnerstag Oberstudienrat Wolfgang Metzen in den Ruhestand verabschiedet.

Acht Redebeiträge, jeder für sich hörenswert, reihten sich aneinander. Den kürzesten lieferte zum Schluss Metzen selbst und zerriss kurzerhand sein Redemanuskript. Was ihm am Herzen lag, formulierte er frei.

„Ich bin 39 Jahre gerne in die Schule gekommen. Das lag an den tollen Menschen und der Chance, mit ihnen länger geistig jung zu bleiben.“ Er sei stolz auf eine gut ausgestattete Schule, sagte er in Richtung des Trägers, des Märkischen Kreises, der gestern durch Landrat Thomas Gemke vertreten war. Neben dem Kollegium und den Mitarbeitern des Berufskollegs dankte er aber ebenso seiner Frau Marlis, die ihm über Jahrzehnte den Rücken freigehalten und als wichtiges Korrektiv gewirkt habe.

Und er sei stolz, dass eine kaufmännische Schule über eine Theater-AG und eine Band verfüge. Beide gestalten die Feier in der Turnhalle gestern in hervorragender Weise mit. Seine Entlassungsurkunde erhielt Menzen aus den Händen von Josef Schulte, Leitender Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung, der seinen Besuch in Ostendorf auch nutzte, um Metzens Nachfolger die Ernennungsurkunde zu überreichen.

Ulrich Fröndhoff, bislang ständiger Vertreter des Schulleiters, ist damit der neue Chef am ESBK. Dass auch auf Fröndhoff „veränderte Rahmenbedingungen“ zukommen, war dem erfahrenen Pädagogen und Organisator Fröndhoff allerdings klar, als Schulte über „hilflose Eltern“ und über „verhaltensoriginelle Jugendliche mit Autoritätsverweigerung“ sprach.

Durch alle Redebeiträge zog sich wie ein roter Faden aber die Anerkennung für Metzen, der seit 2008 mit pädagogisch-missionarischen Eifer in die Schule und das Kollegium gewirkt und nach außen für das Berufskolleg gekämpft habe. Das galt auch für die Niederlassung in Altena, gegen deren Schließung Metzen zunächst gestritten hatte, die Fusion in Halver dann aber erfolgreich umgesetzt habe.

Kabarettreif präsentierte der Lehrerrat seinen Beitrag und hinterfragte ironisch: „Wer ist denn noch so blöd, eine Schulleitung zu übernehmen?“ Auch die Landesregierung blieb nicht ungeschoren mit dem Hinweis auf „Schulministerin Sommer, mit der der Winter in die Schulen einzog“.

Doch bei allem Lob und aller Flapsigkeit machte Klaus Majoress, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, auf einen gemeinsamen Nenner aller Teilnehmer des Festakts aufmerksam – mit einem Luther-Zitat: „Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert.“

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