Applaus für AFG-Schauspieler

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Die Theater AG des Anne-Frank-Gymnasiums zeigte am vergangenen Mittwoch in der AFG-Aula erstmals das Stück „Besuch der alten Dame.

Halver - Dürrenmatts Tragikomödie „Besuch der alten Dame“ hat die Theater-AG des Anne-Frank-Gymnasiums am Mittwoch erstmals aufgeführt. Den Handlungsort hatten die Schüler kurzerhand nach Halver verlegt. Lokalkolorit, der beim Publikum bestens ankam.

Lautstark sausen gleich zu Beginn Züge am Halveraner Bahnhof vorbei. Doch halten sie dort schon lange nicht mehr. „Das einzige Vergnügen, das wir noch haben, ist die Bimmelbahn aus Oberbrügge“, lässt eine Gruppe von Bürgern das Publikum wissen. „Die Herpine ausgetrocknet, das Kino abgebrannt. Aus Geldnot musste gar das Heimatmuseum schon vor drei Jahren nach Mailand verkauft werden“, erfuhren die Zuschauer der Premiere.

Die Stadt ist heruntergekommen, es gibt keine Arbeitsplätze. Die Menschen leben in Armut. Was für ein tiefer Fall. Da flammt mit der Ankündigung, die reiche Claire Zachanassian besuche ihren Geburtsort, neue Hoffnung auf. Sie soll der Stadt und den Menschen zuneuem Wohlstand verhelfen.

Wer wäre besser geeignet, sie zu umgarnen und die Wünsche der Bevölkerung an sie heranzutragen, als Alfred Ill. Beide hatten 1980 eine Liebesaffäre – im Wald nahe des Vereinsheims des TuS Grünenbaum.

Claire aber bleibt kühl, abweisend, arrogant und undurchschaubar. Philip Schimchen und Tami Hoffmann spielen ihre Rollen glaubwürdig, die Freude am Spiel ist allen anzumerken.

Schnell unterbreitet Zachanassian den Bürgern ein unmoralisches Angebot. Sie verspricht Stadt und Bürgern eine Milliarde Euro und fordert dafür den Tod Ills.

„Lieber bleiben wir arm, denn blutbefleckt“, entrüstet sich die Bürgermeisterin anfangs. Doch dann kommt heraus, dass Zachanassian einst eine Vaterschaftsklage gegen Ill anstrengte, die sie wegen gekaufter Zeugen verlor.

Die Stimmung gegenüber Ill verändert sich, die Menschen werden egoistisch, lassen sich vom Reichtum locken. Am Ende steht Ill ganz allein. Er kann niemandem trauen, sogar der Pfarrer trägt ein Gewehr mit sich. Ills Schicksal bleibt ungeklärt.

Die etwa 150 Zuschauer spendeten nach der Vorstellung lang anhaltenden Applaus. Regisseur Karsten Thiesbrummel bedankte sich bei den Mitgliedern der Theater-AG und der Technik-AG. „Das ist das Schöne. Das so viele daran mitgearbeitet haben und Spaß hatten“, sagte Thiesbrummel.

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