Mit der Rikscha unterwegs: Verein des Haus Waldfrieden plant Projekt

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Die Senioren leben in Hausgemeinschaften zu je acht bis zwölf Personen zusammen – sie sollen ihre Selbständigkeit möglichst lange erhalten. Um diese auch anderen Senioren zu ermöglichen, wurde ein Verein initiiert, der in Oberbrügge unterstützen soll.

Halver/Oberbrügge - Im Haus Waldfrieden, einer Betreuungseinrichtung für dementiell erkrankte Senioren aller Pflegestufen, werden derzeit neue Projekte geplant. Dabei geht es vor allem darum, nicht-ambulante Anlaufstellen für Senioren zu schaffen.

Aus der Waldfrieden KG heraus wurde ein Verein gegründet: „Zurzeit heißt er Demenz-Kompetenz-Zentrum Waldfrieden, aber das wird sich noch mal ändern“, sagt Kristian Hamm, der für die Sozialdienstleistung und Projektentwicklung verantwortlich ist.

Die abgelegene Lage des Hauses sei sehr schön und gut für die Bewohner, aber es gebe kaum eine Verbindung zur Stadt. Deshalb wurde der Verein gegründet, über den künftig Projekte für Senioren entwickelt und realisiert werden sollen.

Nahversorgung dringend nötig

Die konkrete Idee dahinter definiert sich wie folgt: Es geht um den Standort Oberbrügge, in dem eine Nahversorgung, vor allem für Senioren, dringend nötig sei, erklärt Hamm. „Wir wollen vor Ort einen Dorfladen initiieren – mit einem Café als Dorftreffpunkt.“

Leiter des Sozialen Dienstes: Kristian Hamm.

Darüber sollen auch andere Vereine vernetzt werden, die ebenfalls verschiedene Angebote für Senioren schaffen könnten. Darunter Kulturprogramme wie Theaterbesuche oder Konzerte, „aber es geht auch um Hilfe im Alter“, sagt Hamm.

Dazu gehöre Beratung zum Thema Pflege; wie man beispielsweise im Alter, trotz körperlicher Einschränkungen, im Eigenheim bleiben kann. Außerdem gehören konkrete Hilfeleistungen dazu. „Ehrenamtler sollen sich zum Beispiel um Rezepte kümmern, für die Leute zur Apotheke gehen, im Garten helfen oder andere Dinge erledigen.“ Das Projekt beinhalte also eine Ehrenamtsbörse – „Eine alltagsnahe Betreuung mit qualifizierten Ehrenamtlern, das ist die Vorgabe des Gesetzgebers“, sagt Hamm.

Jeder kann sich engagieren

Jeder könne dafür geschult werden und mitmachen. Außerdem könnten künftig Einkäufe für Senioren erledigt werden. Die Strecken zum nächsten Einkaufsladen seien oft weit und wenn man Kleinigkeiten vergisst, könne das sehr ärgerlich werden.

Der Dorfladen – der mit einem Partner betrieben werden soll – werde einige wenig verderbliche Lebensmittel im Angebot haben. Waren könnten auch bestellt und dann geliefert werden.

„Wir wollen eine Art Rikscha kaufen und damit durch die Straßen fahren. Das ist auch sehr werbewirksam – laut, knatternd und viele finden das witzig und wollen sie fahren“, sagt Hamm.

Die angebotenen Waren werden zu normalen Einkaufspreisen angeboten. „Klar, wird Aldi noch günstiger sein, aber dafür gibt es bei uns auch noch den zusätzlichen Service.“ Einige Senioren hätten noch nicht allzu überschwänglich auf die Planungen des Projektes reagiert. Das häufigste Argument dagegen sei: „Ich kann das auch alleine und brauche keine Hilfe“, sagt Hamm.

„Wenn sie jetzt keine Hilfe nötig haben, wird dieser Punkt aber möglicherweise noch kommen. Wir wollen, dass die Menschen so lange wie möglich Zuhause wohnen können. Ambulant wollen wir sie erst aufnehmen, wenn es wirklich nötig ist.“

Der Verein möchte vor allem Leute aus der Umgebung und Mitarbeiter für das Thema Alter sensibilisieren, vorsorgen und unterstützen.

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