Polizei im Märkischen Kreis gibt Tipps zur Einbruchprävention

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Halver - Die Polizei im Märkischen Kreis verzeichnet in den Sommerferien einen leichten Anstieg der Einbruchszahlen. Zwei Männer wollen das ändern: Die Kriminalhauptkommissare Michael Hufnagel und Michael Schneider beraten Bürger, wie sie sich vor Einbrechern schützen können.

Vor dem Urlaub die Rollläden runter, das Gartentor abschließen und dann mit dem Auto zwei Wochen in die Sonne? Besser nicht, rät Schneider: „Potenzielle Einbrecher sollten auf keinen Fall den Eindruck gewinnen, dass das Haus oder die Wohnung unbewohnt ist.“

Sie scheuen Risiken, um unentdeckt zu bleiben. Die Chance, dass sie in ein offensichtlich unbewohntes Haus einbrechen, ist höher, als bei einem Objekt, das bewohnt wirkt. Doch wie gelingt das trotz Abwesenheit?

Nachbarn um Hilfe bitten

Die Tipps des Experten: „Wer seine Wohnräume für längere Zeit verlässt, kann beispielsweise Nachbarn bitten, morgens die Rollläden hoch- und abends wieder runterzufahren. Verreist man mit dem Auto, kann man dem Nachbarn auch erlauben, unter dem eigenen Carport zu parken.“ Technische Hilfsmittel wie Zeitschaltuhren, die zu bestimmten Uhrzeiten die Räume erleuchten, wirkten ebenfalls abschreckend, sagt Schneider.

Wer seine Nachbarn nicht im Haus haben möchte, kann Haus-Sitting-Angebote oder Sicherheitsfirmen für diesen Service anheuern. Ebenfalls wichtig: „Die Mülltonnen sollten nach der Leerung nicht tagelang an der Straße stehen bleiben, der Briefkasten nicht überquillen.“

Ein weiterer Faktor sei die Möglichkeit der sozialen Kontrolle. „Wer vor dem Urlaub die Hecke stutzt, ermöglicht es seinen Nachbarn, den Blick aufs Grundstück freizugeben. So können Täter leichter entdeckt werden.“

Doch was hilft, wenn sich ein Täter die eigenen vier Wände ausgeguckt hat? Vor allem ein hoher mechanischer Widerstand. Soll heißen: Fenster und Türen, die nur schwer aufzuhebeln sind, minimieren die Chancen des Täters. Je länger ein Einbrecher braucht, ins Objekt zu gelangen, desto größer die Chance, dass er von seinem Vorhaben Abstand nimmt.

Einbau sollte wohlüberlegt sein

Schneider und Hufnagel informieren zudem über elektronische Hilfen wie beispielsweise Einbruchmeldeanlagen. Der Einbau solcher Systeme sollte wohlüberlegt sein und mache nicht an jedem Objekt Sinn, sagt Schneider. Die Installation sei vor allem dann sinnig, „wenn es dem Wert des Objekts und/ oder der Wichtigkeit der Person angemessen ist.“

Die Polizei im Märkischen Kreis hat eine Empfehlungsliste von Handwerkern und Firmen erstellt, die Serviceangebote rund ums Thema Einbruchschutz bieten. Die Liste ist unter www.polizeiberatung.de abrufbar.

Die Haupt-Tatzeiten liegen unabhängig von der Jahreszeit zwischen 16 und 22 Uhr. Rund zwei Drittel aller Einbrüche pro Jahr werden im Märkischen Kreis in der sogenannten „dunklen Jahreszeit“ verübt. „Es fängt früh an zu dämmern, es ist kalt und die Fenster bleiben geschlossen. Da bekommen Nachbarn beispielsweise viel weniger mit, wenn nebenan eingebrochen wird.“

Generell seien autobahnnahe Orte wie Schalksmühle oder Hemer stärker von Einbrüchen betroffen als autobahnferne Kommunen wie Altena oder Werdohl.

Das Duo berät pro Jahr 600 bis 700 Personen. Interessierte können sie unter Tel. 0 23 71 / 91 99 55 -11 oder -12 kontaktieren. Die Polizisten beantworten Fragen am Telefon, zudem besteht die Möglichkeit, einen Beratungstermin zu vereinbaren.

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