Oberbrügge: Kita St. Georg läuft bis 2018 aus

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Vorlesetag in der Kita St. Georg. Doch in der derzeitigen Trägerschaft ist der Kindergarten ein Auslaufmodell.

Oberbrügge - Ein längerer Erhalt der katholischen Kita in Oberbrügge ist zurzeit nicht mehr in Sicht. Die Rettungsversuche einer eigens gebildeten „Task Force“ sind letztlich im Sande verlaufen.

Die nötigen finanziellen Mittel sind von außen nicht zu erbringen, heißt es in einer Mitteilung der katholischen Gemeinde.

Seit im Februar 2016 bekannt geworden war, dass der Träger der katholischen Kita St. Georg in Oberbrügge, der Kita-Zweckverband im Bistum Essen, den Kindergarten zum Sommer 2018 auslaufen lässt, hätten sich viele engagiert, um eine katholische Kita in Oberbrügge zu erhalten.

Nach ersten Gesprächen aller Beteiligten habe sich aus Elternbeirat, einem in Gründung befindlichem Förderverein und Kirchengemeinde Christus König mit Unterstützung aus dem Kita-Elternrat im Märkischen Kreis eine „Task Force“ gebildet. Sie habe sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der möglichen Zukunft der Kita beschäftigt und das Ziel verfolgt, eine katholische Kita zumindest für einige Jahre zu erhalten.

Sieht kaum noch Chancen auf den Erhalt der Einrichtung: Pfarrer Claus Optenhöfel.

Die Herausforderung in diesem Bestreben sei vor allem gewesen, dass kirchliche Mittel für Kindergärten allein dem Zweckverband zur Verfügung gestellt werden. Damit besteht für die Halverander Pfarrei Christus König keine Möglichkeit, die Kita zu übernehmen. Dennoch habe der Kirchenvorstand schnell signalisiert, für einen Anteil des bestehenden derzeitigen Defizits ab 2018 einzustehen.

Daneben hätten Eltern der Kita sofort begonnen, einen Förderverein zu gründen, dessen offizielle Anerkennung derzeit noch auf dem Weg ist. Zudem hätten sich auch einzelne Familien bereit erklärt, eine jährliche Summe zum Erhalt der Kita zur Verfügung zu stellen.

Verschiedene weitere Möglichkeiten – das Finden von Sponsoren, die Entwicklung einer anderen Trägerform und ähnliches hätten die Engagierten geprüft. Daneben habe auch eine Absprache mit der Stadt Halver um Bürgermeister Michael Brosch bestanden, dass die Task Force mit einer konkreten Anfrage bezüglich einer „offenen Finanzierungssumme“ auf die Stadt zugehen würde, wenn diese benennbar sei.

Mit dem Ende der Sommerferien habe sich aber herausgestellt, dass bei allem Engagement die nötige Summe zum weiteren Erhalt von den Engagierten derzeit nicht erbracht werden kann.

Zeit für Planung des Kreisjugendamts

Vor dem Hintergrund, dass ein neuer Träger ausreichend Zeit für die Planung und Antragsverfahren einer neuen Kita benötige, schien es verantwortlich, eine Entscheidung nicht weiter zu verschieben. So hat die Task Force dem Jugendamt des Märkischen Kreises, dem Bürgermeister der Stadt Halver und dem Kita-Zweckverband signalisiert, dass sie von einer Umsetzung der Pläne des Zweckverbands ausgeht. Die bestehenden Initiativen sollen allerdings aufrechterhalten werden und zunächst der Kita St. Georg zukommen, so lange diese besteht.

Sowohl das Engagement der Eltern wie der neue Förderverein, aber auch Spenden, die die Katholische Kirchengemeinde inzwischen erreicht haben, werden die Arbeit der Kita in den kommenden zwei Jahren unterstützen. Die Mitglieder der Task Force seien froh darüber, dass der Märkische Kreis über Matthias Sauerland, Jugendamtsleiter, von vornherein erklärt habe, dass in Oberbrügge eine Kita benötigt werde.

Sauerland habe die Einrichtung einer neuen Kita im Ortsteil unter einer anderen Trägerschaft fest zugesagt. Vor allem dadurch seien Eltern der Sorge enthoben, ob in Zukunft Betreuung in Oberbrügge gesichert ist. Auch diese Zusage habe die Entscheidung der Task Force begünstigt.

Weiter Aufnahmen, aber mit Befristung

Vorgesehen sei, dass die Kita auch zum kommenden Kindergartenjahr Kinder aufnehmen kann – befristet bis 2018. Die Task Force setzt sich dafür ein und geht entsprechend den Zusagen des Jugendamtes fest davon aus, dass Kinder mit einem befristeten Vertrag aus der Einrichtung fließend in die Einrichtung des neuen Trägers übernommen werden können.

Dankbar seien Eltern und Kirchengemeinde für das Engagement in den letzten Monaten – vor allem auf Seiten der Kita-Familien und im Ortsteil Oberbrügge. Man werde sich – in Absprache mit dem Team der Mitarbeiterinnen in der Kita – weiter für die Einrichtung einsetzen.

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