Linger Weg: Unbekannter schießt auf Kater

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Angela Jesinghaus und ihr Kater Timmy stehen unter Schock: Unbekannte schossen auf das Tier. ▪

HALVER ▪ Als sie am Mittwoch auf der Kreisseite des AA die Berichterstattung über den „Heckenschützen“ in Lüdenscheid-Brügge las, traute sie ihren Augen nicht: Die Halveranerin Angela Jesinghaus fühlte sich an eben jenen Vorfall erinnert, der ihrem Kater Timmy zugestoßen ist. Auch er wurde offenbar Opfer eines Luftgewehr- oder Luftpistolenschützen.

Dabei hatte zunächst niemand an ein Projektil als Ursache für die plötzlichen Beschwerden des 13-jährigen Katers gedacht: „Es war der Abend des 17. März, als er ins Wohnzimmer kam und einfach auf den Boden uriniert hat. Das macht er sonst nie“, so Angela Jesinghaus. Allerdings erkannte die Halveranerin auf diese Weise, dass mit Timmy etwas nicht stimmt: „Im Urin war Blut, daher sind wir am nächsten Morgen sofort zur Tierärztin gefahren.“ Die habe zunächst eine Blasenentzündung vermutet, da Timmy bereits vor zwei Jahren ähnliche Symptome gezeigt hatte und entsprechend behandelt worden war.

Was im Nachhinein wundert: Eine offene Wunde war anscheinend nicht zu erkennen. „Die Wunde muss sich nach dem Einschuss relativ schnell wieder verschlossen haben. Bei der Behandlung wurde auf jeden Fall nichts erkannt“, so Jesinghaus, die selber nur kleinere Blutspuren im Keller ihres Hauses vorfand, aber auch da nichts Böses ahnte. „Schließlich bringen die Katzen immer wieder auch mal Mäuse mit.“

Skeptisch wurde die Tierärztin jedoch, nachdem auch beim fünften Arztbesuch – unterdessen war Timmy mit mehreren Spritzen und Tabletten behandelt worden – beim Kater keine Besserung festzustellen war. Am 3. April wurde Timmy geröntgt – und dabei erkannte die Ärztin ein Projektil, das in der Blase des Katers steckte. Bereits zwei Tage später wurde er operiert, das Geschoss entfernt.

Für Angela Jesinghaus war spätestens jetzt klar, dass sie die Polizei einschalten musste. „Dort bin ich direkt nach der Operation hingefahren und habe Anzeige erstattet.“ Das Projektil liegt den Beamten nun als Beweisstück vor – doch gestalten sich die Ermittlungen schwierig, wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski auf AA-Anfrage erklärte. „Da es sich um eine freilaufende Katze handelt, ist schwer festzustellen, wo die Tat stattfand.“ Derzeit suche man im Wohnumfeld der Familie Jesinghaus nach Anhaltspunkten. „Die Ermittlungen laufen noch“, so Boronowski, dem allerdings keine weiteren, ähnlichen Fälle von Tierquälerei oder Luftgewehrschäden in Halver bekannt sind.

„Vielleicht“, vermutet Jesinghaus, „hat sich jemand von den Katzen gestört gefühlt, die hier in letzter Zeit nachts lauter werden.“ So beobachte sie seit einiger Zeit eine rote und eine schwarze Katze, die offenbar von zuhause ausgebüchst sind. Wer die beiden Tiere vermisst, kann sich unter der Rufnummer 0 23 53 / 1 21 14 melden. ▪ zach

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