„Kleine Messe“ mit minimaler Instrumentierung

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Die Kantorei überzeugte am Sonntag im Rahmen ihres Sommerkonzerts mit der „Petite Messe solonelle“ in der Nicolai-Kirche. ▪

HALVER ▪ Ein Harmonium, ein Flügel, ein gemischter Chor und vier Solisten. Unter der Leitung von Kantor Andreas Pumpa sorgten diese Instrumente, Musiker und Sänger am Sonntag in der Nicolai-Kirche für Kirchenmusik auf höchstem Niveau.

Mit der weniger bekannten „Petite Messe solenelle“ von Gioacchino Rossini hielt das Sommerkonzert der Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Halver eine Reihe von Überraschungen bereit.

So jedenfalls drückte es Laienprediger Richard Fischer in seiner Begrüßung des Publikums aus. Denn bei Rossini denken die wenigsten an Kirchenmusik, sondern vielmehr an Oper, speziell an die komische Oper. Dabei widmete sich der italienische Komponist in seinem Spätwerk vor allem der geistlichen und der Kammermusik. Doch gerade die Opern-Einflüsse des Komponisten machen die Messe so einzigartig. Ihre Struktur orientiert sich an klassischer Kirchenmusik. Musikalisch schimmern aber immer wieder Opernelemente durch. Außergewöhnlich auch die musikalische Begleitung mit einem Klavier und einem Harmonium. Statt einer großen Orchestrierung sieht Rossini allein diese beiden Instrumente vor. Mit Frank Zabel am Flügel und Kaling Khouw am Harmonium hatte die Kantorei zwei erstklassige Musiker gewonnen. Neben anspruchsvollen Solopartien glänzten sie auch damit, sich gänzlich zurückzunehmen und der Chormusik den entsprechenden Raum zu bieten.

Chor und Gesangssolisten schafften es, sowohl die Ernsthaftigkeit und Tiefe des geistlichen Werkes zu vermitteln, als auch Beschwingtheit und Fröhlichkeit. Die Sängerinnen und Sänger aus Halver wurden dabei von vier hochkarätigen Solisten unterstützt: Steffanie Patzke überzeugte in ihren Solopartien mit ihrer warmen Sopranstimme, die mit den Instrumenten harmonierte. Stimmlich stand ihr Beate Koepp (Alt) in nichts nach. Im „Qui tollis“ waren beide in einem beeindruckenden Duett zu hören. Zum ersten Mal in Halver dabei war Tenor Rüdiger Husemeyer. Er überzeugte vor allem mit seinem Solo „Domine Deus“. Überzeugend war auch die Leistung von Bariton Harald Martini, sowohl in den Solopartien als auch im Zusammenspiel mit den anderen Stimmen.

Mit der Wahl des Stückes, seiner Solisten und Musiker und nicht zuletzt durch die intensive Probenarbeit ist es Andreas Pumpa gemeinsam mit der Kantorei gelungen, den Halveranern ein ganz besonderes musikalisches Ereignis zu präsentieren. Das quittierte auch das Publikum in der nicht ganz voll besetzten Kirche mit Applaus und Ovationen. ▪ Marit Schulte

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