Kantorei begeistert in Nicolai-Kirche

Einmal mehr wusste Steffanie Patzke (Sopran) in Halver zu überzeugen.

HALVER ▪ Zwei Lobpreisungen der besonderen Art präsentierte am Sonntag die Kantorei Halver unter Leitung von Kantor Andreas Pumpa: Die Hauptwerke des Konzerts, das „Gloria“ von Antonio Vivaldi und das „Dettinger Te Deum“ von Georg Friedrich Händel stehen beide in der Tradition der Anbetung und Lobpreisung, zentraler Teil der christlichen Liturgie.

Gleichsam als Überleitung zwischen diesen beiden einzigartigen Werken des Barocks sang Sopranistin Steffanie Patzke fünf Stücke aus den „Neun deutschen Arien“ von Händel, kunstvolle Lieder, mal heiter-fröhlich, mal innig-kontemplativ. Begleitet wurde das gesamte Konzert vom Consortium Musica Sacra Köln, das eine historische Aufführungspraxis unterstützt.

Ein furioser Auftakt gelang der Kantorei mit dem „Gloria in D-Dur“ von Antonio Vivaldi. Bereits der erste Satz, ein von Bläsern begleitetes freudiges Allegro stimmte auf den jubelnden Charakter des gesamten Werkes ein, das den gleichen schwungvoll-virtuosen Stil aufweist wie die weltlichen Kompositionen. Neben dem Chor, der in den langsamen, zurückhaltenden Partien wie dem „terra pax“ ebenso zu überzeugen wusste wie im jubelnden Auftakt, begeisterten einmal mehr die Solistinnen, Steffanie Patzke (Sopran) und Barbara Decker (Mezzosopran), die schon mehrfach in Halver zu hören waren.

Der zweite Teil des außergewöhnlichen Konzertes war dem „Te Deum D-Dur“ von Händel gewidmet, das bis heute zu den berühmtesten und meist aufgeführten kirchenmusikalischen Werken des Komponisten zählt. Einmal mehr gelang es dabei der Halveraner Aufführung, durch den Einsatz barocker Instrumente und dem bewussten Vermeiden einer romantisch gefärbten Interpretation, den Intentionen des Barockkomponisten nahe zu kommen. Bereits die marschähnliche Einleitung steht im Zeichen des Triumphes, Pauken und Trompeten künden den Sieg an. Typisch für den Barock werden auch hier der Lobpreis Gottes mit der Freude über den Sieg der weltlichen Fürsten miteinander verbunden. So folgt auf die Einleitung das Altsolo „Alle Welt verehret dich“ und der Solosopran erzählt wie mit Sphärenklängen vom Gesang der Engel.

Auch im zweiten Teil des Konzertes gelang es der Kantorei und den Solisten begleitet vom Consortium musicum dieses bekannte Werk in äußerst überzeugender Weise zu präsentieren. Die Zuhörer zeigten sich einmal mehr begeistert von einem außergewöhnlichen Konzert und dankten es den Ausführenden mit lang anhaltendem Applaus. ▪ Kirsten von Hagen

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