Bürger gefragt beim Wegenetzkonzept

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Die Wege und Straßen in Halver stehen zur Diskussion. In fünf Infoveranstaltungen fragen die Stadt und ein externes Planungsbüro nach Wünschen der Bürger. Ziel ist die Erstellung eines ländlichen Wegenetzkonzeptes.

Halver - Mit einer Reihe von Bürgerinformationen und -befragungen beginnt schon in Kürze ein Projekt, das die Stadt auf Jahre hinaus beschäftigen könnte. Ziel ist die Erstellung eines „ländlichen Wegenetzkonzeptes“.

Ausgehend von einer Analyse des Ist-Zustands will man zu einem Soll-Konzept kommen und sich Möglichkeiten auch zur Finanzierung erschließen. Hintergrund ist die Erhaltung der kommunalen Infrastruktur, die Überprüfung und Priorisierung aller kommunalen Verkehrsflächen vom Feldweg über Fußwegebeziehungen, Straßen und Radwege.

Welche Straßen und Wege unverzichtbar sind, welche Funktion sie in der Zukunft übernehmen sollen und müssen, welche Ausbaustandards dafür erforderlich sind – das alles kommt auf den Prüfstand und auch in die öffentliche Diskussion. Fünf Bürgerversammlungen mit Vorstellung des Vorhabens und Workshops mit örtlichen Akteuren sind noch im September vorgesehen.

Erstellt wird das Wegenetzkonzept durch ein externes Büro: die Bockermann Fritze IngenieurConsult GmbH in Enger und weiterer Niederlassung in Gladbeck. Das Büro wird auch die inhaltliche Vorstellung des Projekts vornehmen. Die Aussagen der Bürger wie auch die der Träger öffentlicher Belange – von Fortswirtschaft über landwirtschaftsverbände, Politik, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub und vieler weitere – fließen in das Ergebnis ein.

Zur Bestandsanalyse und Bewertung aller Wegeverbindungen gehören auch touristische und ökologische Aspekte. Am Ende befindet sich eine Kategorisierung und Hierarchierung des Wegenetzes. Wenn klar ist, was benötigt wird, geht es um die Festlegung von Standards: Welche Breiten sind unabdingbar, welcher Unterbau und welche Randbefestigung ist unverzichtbar?

Aus Sicht von Bürgermeister Michael Brosch und Kämmerer Markus Tempelmann bietet sich mit dem Konzept die Chance, zu Verbesserungen der Infrastruktur zu kommen. Der Verzicht auf überflüssige Verbindungen spare Unterhaltungsaufwand. Vorstellbar sei auch die Übernahme von Wegen durch private Eigentümer. Auch Verbandsmodelle seien vorstellbar durch den Zusammenschluss mehrerer Grundbesitzer.

Am interessantesten finden beide allerdings eine Vorstellung, über Zuschüsse aus einer Flurbereinigung zumindest in Teilen des Stadtgebiets zu Verbesserungen zu kommen. Dass es durchaus zu Diskussionen in der Bürgerschaft kommen könne, sei nicht auszuschließen. Doch mit Blick auf den altersbedingten Verfall des Straßennetzes biete das Konzept eine echte Chance, sagt Tempelmann im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. „Die Alternative wäre, nichts zu tun. Und das wäre sicherlich noch schlechter.“

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