Sogwirkung als Schulstandort: 596 Schüler pendeln nach Halver

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Halver - 596 Schüler pendeln täglich von außerhalb nach Halver. Nur 210 Kinder und Jugendliche fahren dagegen in andere Städte und Gemeinden in der Nachbarschaft.

Der Schulstandort Halver und die Region Oben an der Volme seien insgesamt gut aufgestellt, fasst Kai Hellmann, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste der Stadt Halver, die Lage zusammen.

Im Bereich der weiterführenden Schulen gebe es zwei Gymnasien (Halver und Meinerzhagen), zwei Sekundarschulen (Halver und Meinerzhagen), die Primusschule (Schalksmühle) sowie die Gesamtschule in Kierspe. „Damit sind wir für die Zukunft gerüstet", sagt Hellmann weiter.

Der Blick auf die Statistiken, die in der letzten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Jugend öffentlich wurden, offenbart zudem, dass Halver mit seinem Komplettangebot in der Region eine starke Stellung einnimmt. Aus nahezu jeder Stadt und Gemeinde im Umland kommen mehr Schüler nach Halver, als die Stadt im Gegenzug dorthin abgibt. Ausnahme ist Wipperfürth mit 15 Schülern, die die dortigen Gymnasien besuchen, während lediglich drei junge Wipperfürther zum Anne-Frank-Gymnasium (AFG) beziehungsweise (noch) zur Realschule gehen.

Größte Ausnahme aber ist Kierspe. Zur Gesamtschule dort zieht es zurzeit 99 Kinder und Jugendliche, allerdings mit sinkender Tendenz. Selbst gegenüber der weitaus größeren Nachbarstadt Lüdenscheid hat Halver noch eine positive Wanderungsbilanz. In der Gesamtrechnung bedeuten 596 Einpendler und 210 Auspendler einen Überschuss von 386 Schülerinnen und Schülern.

Doch die hohe Zahl der Einpendler hat zugleich zum Ergebnis, dass 28 Prozent der Jugendlichen auf Halvers Schulbänken täglich anreist. Fast jeder dritte Schüler kommt damit von außerhalb.

Auswärtige sichern Angebotsvielfalt

Auffällig ist in der Gesamtschau die starke Stellung des AFG. 409 Schüler von außerhalb kommen jeden Tag zur Kantstraße. Das ist annähernd die Hälfte der Gesamtschülerschaft (873). 173 AFG-Schüler reisen täglich aus Schalksmühle an, 190 aus Breckerfeld. Beide Kommunen verfügen über keine eigenen Gymnasien.

Diese Wanderungsbewegung führt Hellmann auf die über Jahre gewachsenen Beziehungen zurück, zum anderen aber auch auf den überörtlichen Ruf, den das AFG genießt und auch offiziell bescheinigt bekommen hat.

Dass Halvers Rundumversorgung in Sachen Schule auch Ausgaben produziert, räumt Hellmann ein. Die Erstattungen über die Schulpauschale seien letztlich nicht komplett auskömmlich. Doch die reine Kostenrechnung berücksichtige nicht, dass die Vielzahl der Einpendler den Schulstandort insgesamt und insbesondere das AFG stabilisiere, das allein mit Halveraner Schülern das komplexe Kursangebot der Oberstufe in diesem Umfang gar nicht abdecken könnte.

Perspektivisch ist das auch insoweit von Bedeutung, weil die Schülerzahlen seit Langem rückläufig sind. Im Schuljahr 2005/06 zählte Halver noch 2454 Schüler. Diese Zahl hat um mehr als 300 auf den jetzigen Stand von 2107 abgenommen.

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