Vorreiter im Hybrid-Golf

+
Holger Gutke mit dem Golf GTE. Von außen recht unscheinbar, hat der Wagen nicht nur jede Menge Kraft unter der Haube: Auf Knopfdruck kann der Benzinverbrauch auf Null reduziert werden.

Halver - Als eine der ersten in der Region setzt die Fahrschule Gutke ein Hybridauto ein, das neben dem Benzin- auch einen Elektronantrieb hat. Fahrprüfungen absolvieren die Schüler mit dem VW Golf GTE aber vorerst nicht.

„Mit der Anschaffung sind wir Vorreiter in Halver“, erklärt der Inhaber der Fahrschule, Holger Gutke. Vor allem der Umweltgedanke habe den Ausschlag gegeben – aber auch die Chance, der Erste zu sein. Seit Anfang April gehört das Fahrzeug zum Fuhrpark der Fahrschule mit Filialen in Halver, Schalksmühle und Brügge.

„Es ist ein sehr angenehmes Fahren, vor allem sehr ruhig“, sagt auch Fahrlehrer Tobias Fenner. 60 Kilometer schafft der Wagen mit dem reinen Elektroantrieb, der Ladevorgang dauert ein bis zwei Stunden.

3,5 Liter auf 100 Kilometern

Im nicht ganz so sparsamen Hybridmodus wird bei höheren Geschwindigkeiten der normale Benzinmotor zugeschaltet. Rund 3,5 Liter verbraucht der Golf dann auf 100 Kilometern. Mit konventionellem Kraftstoff angetrieben, kommt der Wagen auf mehr als 200 Pferdestärken und beachtliche Beschleunigungswerte. Beim Bremsen oder Bergabfahren wird der Akku wieder aufgeladen.

Bislang nutzt Holger Gutke den Golf GTE hauptsächlich privat, lässt seine Fahrschüler aber auch hin und wieder fahren. Grund ist eine Vorschrift in der Fahrerlaubnisverordnung: Wer die praktische Führerscheinprüfung auf einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe ablegt – und das sind die Elektro- und Hybridfahrzeuge – der darf mit seinem Führerschein später keinen Schaltwagen fahren.

„Wenn sie die Elektromobilität weiter fördern möchte, wird die Bundesregierung nicht drumherum kommen, diese Regelung abzuschaffen“, ist sich Gutke, der auch den Unterbezirk des Fahrlehrerverbandes ür den südlichen Märkischen Kreis leitet, sicher. Der Verband setzt sich deshalb für die Abschaffung der reinen Automatikprüfung ein.

Bisher kaum Ladestationen

Die Lösung für ein weiteres Problem ist aus seiner Sicht nur eine Frage der Zeit: Bisher existiert weder in Halver noch in Schalksmühle eine Ladestation für Elektroautos. In anderen Regionen oder größeren Städten seien diese weiter verbreitet. In Iserlohn etwa gibt es an 14 Orten Lademöglichkeiten. Das Auto kann aber auch an einer konventionellen Steckdose, etwa zu Hause oder am Arbeitsplatz, aufgeladen werden.

Rund 43 000 Euro hat Gutke für den Golf GTE bezahlt, mit Serienausstattung kostet er einige Tausend Euro weniger. „Ein vergleichbar ausgestattetes Dieselfahrzeug liegt in einer ähnlichen Preisklasse“, betont der Fahrlehrer. Holger Gutke ist sicher, dass Elektro- und Hybridfahrzeuge in Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen werden als bisher – wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen und die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare