Grausiger Fund

Hunde reißen mehrere Rehe bei Winkhof

Halver - Drei grausam zugerichtete Rehe. Das ist die Bilanz der vergangenen vier Wochen im Jagdrevier Winkhof. Vermutlich sind es noch mehr tote Tiere. Von zwei Kitzen einer getöteten Ricke fehlt jede Spur. Sie seien elend verhungert, vermutet Christian Lindenau, Jagdaufseher im Bezirk.

Was unweit des Wandertreffs passiert ist, liegt für Lindenau und die weiteren drei Jäger im Revier auf der Hand. In allen Fällen geht es um wildernde Hunde. Ob es einer ist oder mehrere, ist unklar. Doch die Spurenlage ist eindeutig. Die Köpfe wurden „regelrecht abgekaut“, der Vorderlauf abgerissen.

Wölfe hätten die Kadaver verschleppt, Luchse würden beim Eingeweide anfangen zu fressen, ein Fuchs wäre dazu nicht in der Lage, weiß Weidenau. „Normale Hunde wissen gar nicht, wie sie eine solche Beute fressen können“, sagt er. Als Angreifer kommt seiner Einschätzung nach nur ein großer Hund infrage.

„Wir wollen keinen Krieg mit den Leuten“

Der 150 Hektar große Jagdbezirk, der sich vom Stadtgebiet aus in Richtung Hälvertal erstreckt, ist Naherholungsgebiet für Bürger. Viele von ihnen, die dort ihre Hunde ausführen, kennen die Jäger. Sie zählen nicht zum Kreis der Verdächtigen, und die Jägerschaft vom Winkhof setzt auf ein Miteinander mit Wanderern, Radlern, Läufern und Hundebesitzern. „Wir wollen keinen Krieg mit den Leuten.“

Doch mit dem blutigen Geschehen zwischen Winkhof und Bahntunnel ist eine Grenze erreicht. Lindenau geht davon aus, dass der Besitzer des Tieres seinen Hund frei laufen lässt und wissen muss, was der Hund tut. „Der kommt satt nach Hause und ist blutverschmiert.“

Auch bei der Stadt Halver verfolgt man die Meldungen aus dem Wald mit mehr als Verärgerung. Die Rechtslage sei ohnehin eindeutig, sagt Lutz Eicker vom Ordnungsamt. Das Landeshundegesetz regele klar, dass frei laufende Hunde die Wege nicht verlassen dürften. Täten sie es doch, sei dies bereits eine Ordnungswidrigkeit und das Wildern ohnehin Straftatbestand. Was genau passiert, wenn der Hund wieder zuschlägt, lässt Eicker offen. „Wenn wir ihn erwischen, droht Leinen- und Maulkorbzwang. Denn ein Hund, der so etwas macht, tut das nicht zum ersten Mal.“

Die Jäger vom Winkhof und die Stadt hoffen auf das Einsehen der Halter – gerade im Frühsommer, wenn die Ricken ihre schutzlosen Kitze großziehen. Wer etwas Verdächtiges bemerkt, sollte sich bei der Stadt Halver melden unter Tel. 0 23 53/7 31 33 oder im Revier Winkhof unter 0173/2 87 08 48.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare