Unvergesslicher Abend

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Halver - Vielseitig präsentierte sich das Märkische Jugendsinfonieorchester (MJO) am Freitagabend in der Eugen-Schmalenbach-Halle der Firma Turck.

„Unforgettable“, der Titel eines Songs von Nat King Cole, Natalie Cole und Irving Jordan, stand als Motto über einem Programm, das von Wolfgang Amadeus Mozarts „Haffner-Sinfonie“ bis zu Swing und Rock des 20. Jahrhunderts reichte. Stephan Quandel, der wie bei früheren Auftritten mit launigen Bemerkungen durch das Programm führte, warb zu Beginn für das Cross-Over-Projekt des Orchesters, das gemeinsam mit Kathy Kelly aus der legendären Kelly-Family und Jay Oh, dem Sieger des RTL-Nachwuchswettbewerbs „Das Supertalent“ aus dem Jahr 2015, auftrat.

Zu Beginn gab es Walzerklänge: Karl Millöckers Ouvertüre zu seiner Operette „Der arme Jonathan“ entpuppte sich als ein unterhaltsames Stück Musik, das leichtfüßig den Abend eröffnete. Für Mozarts Haffner-Sinfonie verkleinerte sich das Orchester, das in der Vollbesetzung mit gut 50 Musikern den Umfang eines spätromantischen Orchesters erreichte, erheblich – die Streicher erhielten so mehr Gewicht. So blieb in Erinnerung, dass das MJO vor allem ein klassisches Orchester ist. Im Laufe des Abends sollte es jedoch nicht nur mit dem Swing, sondern auch mit einem Poptitel wie John Miles’ „Music“ gut klarkommen. Dafür wurde die Begleitband, die „RTL-Allstars“, auch dringend gebraucht. Ein „Amerika-Medley“ im Schnelldurchgang ließ ahnen, was aus dem prallen musikalischen Leben der Amerikaner in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch so alles kommen würde: Bestens vertreten war Frank Sinatra mit „New York, New York“, dem selbstbewussten Lebensrückblick „My Way“ und dem schönen „Fly me to the Moon“ aus der Feder von Bart Howard. Auf vorbereitete Ohren stieß auch Harold Arlens „Over the Rainbow“, das von einem ziemlich gewittrigen Auftritt des Orchesters und vor allem seiner Schlagzeuger eingeleitet wurde.

Unter einem Regenbogen-Schirm kamen Dirigent Thomas Grote und Kathy Kelly zurück ins Zentrum des Geschehens, wo sie den vertrauten Klassiker sang. Mehr noch als das Urgestein der Kelly-Family wusste Jay Oh das Publikum stimmlich zu überzeugen. Bei den Frank-Sinatra-Titeln kam richtig Stimmung auf. Nicht nur das Orchester freute des sich über ein Wiedersehen mit Xavier Paez, dem Musik-Stipendiaten der Märkischen Kulturkonferenz 2015. Er erntete kraftvollen Applaus für sein mitreißendes Solo über „Don’t rain on my Parade“ aus dem Musical „Funny Girl“. Mitreißend waren auch das rein instrumentale Medley nach Cole Porters Musical „Kiss me Kate“ und vor allem Glenn Millers „In the Mood“, das das Orchester noch einmal als zweite Zugabe spielte. Zuvor erklang noch jener Titel, der einem sehr bemerkenswerten und erinnerungswürdigen Abend das Motto gegeben hatte: „Unforgettable“.

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