Forschungsprojekt des Halveraner Haiforschers auf der Kippe

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Dureuil pflanzt einem Ammenhai einen Sender ein. Somit wissen die Forscher, wann und wie häufig die Haie ein Gebiet nutzen

Halver - Der gebürtige Halveraner Manuel Dureuil hat sein Leben der Erforschung von Haien gewidmet. Derzeit arbeitet der Meeresbiologe an einem Projekt, für das er dringend finanzielle Unterstützung benötigt.

Mit seinen Kollegen der Dalhousie Universität Halifax untersucht Dureuil beim Forschungsprojekt „Conservation ecology of Northern Atlantic shark populations“ sogenannte Atlantische Wieselhaie an der westafrikanischen Küste nahe den Kapverden.

Zwar ist das Vorkommen dieser Haiart in unmittelbarer Nähe der Inseln bekannt, allerdings habe es bislang keine Informationen über den genauen Aufenthaltsort der Tiere gegeben, sagt der Halveraner. Somit sei auch kaum fundiertes Wissen über die Tiere vorhanden.

Im Vorjahr entdeckten die Forscher den exakten Lebensraum der Wieselhaie. „Das ist so etwas wie die Kinderstube und Aufzuchtstätte der Wieselhaie. Mit dieser Entdeckung sind völlig neue Erkenntnisse über das Leben und den Fortbestand der Tiere möglich, was nicht zuletzt den Schutz dieser bedrohten Art vorantreiben kann“, sagt Dureuil. Er gehe davon aus, dass der Lebensraum einer der letzten Rückzugsorte dieser seltenen und durch illegalen Fischfang bedrohten Spezies ist.

Ein Wieselhai

Um biologische Daten über die Wieselhaie sammeln und so nachhaltig für den Schutz der Haie eintreten zu können, sollen noch in diesem Jahr die Forschungsarbeiten in Westafrika weitergehen. Zwecks Kostendeckung haben die Wissenschaftler eine Crowdfunding-Kampagne im Internet gestartet. Mit dieser internationalen Spendenaktion hoffen sie auf den notwendigen finanziellen Grundstock für ihre Arbeit.

Bisher lief die Aktion schleppend an. Knapp 700 von benötigten 5000 Dollar sind zusammengetragen worden. Daher rührt der Halveraner die Werbetrommel. Wer die Forscher unterstützen möchte, kann via Kreditkarte einen selbstgewählten Betrag spenden. Sollten innerhalb der kommenden neun Tage die 5000 Dollar gesammelt werden, wird das Konto des Spenders belastet. Sollten weniger als 5000 Dollar zusammenkommen, scheitert die Kampagne.

„Wissenschaft ist leider immer mit Kosten verbunden. Daher würden wir uns sehr freuen, wenn unsere Arbeit unterstützt wird. Das Geld fließt ausschließlich und direkt in die Forschung“, versichert Dureuil. Mithilfe des Geldes sollen einige Haie mit einem Sender versehen werden, um verlässliche Daten über Routen, Lebensraum und Fänge sowie Beifänge zu sammeln.

Haie gehören zu den bedrohtesten Tierarten der Welt. Grund dafür sind laut Dureuil vor allem Beifang und gezielte Fischerei. Schätzungsweise sterben so jährlich 100 Millionen Haie. Insbesondere in West- und Ostafrika gebe es kaum Daten – und die Zahl der illegalen Fischereiboote sei hoch. Mehr Infos über das Projekt und die Möglichkeit zur Spende unter: https://experiment.com/projects/preventing-extinction-of-the-enigmatic-weasel-shark; E-Mail-Kontakt: Manuel.Dureuil@Dal.Ca

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