Erstes Treffen in Halver: Hilfe zur Selbsthilfe bei Fettleibigkeit

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Erstes Treffen der Halveraner Selbsthilfegruppe des Adipositas Netzwerkes Hagen. Auch Teilnehmer von außerhalb waren dazu ins DRK-Heim gekommen.

Halver - Großen Zuspruch fand am Dienstag das erste Treffen einer Selbsthilfegruppe des Adipositas-Netzwerks Hagen in Halver.

In Räumen des DRK an der Thomasstraße hieß Christian Fricke, Koordinationsassistent der Adipositas-Sprechstunde im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe und Gründer des Netzwerks, Betroffene willkommen.

Nicht nur aus Halver, auch aus Lüdenscheid, Schalksmühle, Kierspe und Breckerfeld waren Hilfesuchende vor Ort. Die weiteste Anreise hatten Gäste aus Schwerte und Wuppertal. Die Lüdenscheider konnten bereits über eigene positive Erfahrungen aus dortigen Selbsthilfegruppen berichten.

Als Gruppenleiterin stellte sich Josiane De Smedt, die die Selbsthilfegruppe „Christian“ mit Unterstützung von Olga Kotziabassi leiten wird, den an der krankhaften Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit „Adipositas“ Leidenden vor.  Aus erster Hand berichtete Christian Fricke, der zu seinen in mehrfacher Hinsicht „schwersten“ Zeiten 220 Kilogramm wog und nach einer Operation 90 Kilo abnahm, vor neuen und bekannten Gesichtern über seine Erfahrungen.

„Ohne Selbsthilfegruppe hätte ich das nicht geschafft“, erklärte er. Als Übergewichtiger habe er extrem viele Sorgen gehabt.

Diäten und Operationen

Mitte 2014, kurz nach der OP, gründete er das Adipositas-Netzwerk Hagen, zu dem mittlerweile 14 Selbsthilfegruppen in Hagen, Iserlohn, Lüdenscheid, Olpe und – neu – Halver gehören.

In den Gruppen seien Menschen dabei, die tausend Diäten erfolglos probiert hätten, daneben Operierte und andere, die ohne OP abgenommen hätten. „Ihr könnt alle eure Geschichte erzählen“, ermunterte der Hagener. „Probiert realistische Ziele zu verfolgen, dann klappt das auch. Wir können über alles sprechen.“

Jeder solle sich bewusst machen, in welcher Gefahr er durch sein Übergewicht schwebe. Gesundheitliche Risiken, aber auch Isolation, Diskriminierung, Ausgrenzung und psychische Belastungen bis hin zu schweren Depressionen sprach er an. „Ganz stark Übergewichtige sind oft isoliert und haben keine Freunde mehr. Wir wollen gerade solche Leute abholen.“

Wie sie sich das Miteinander in der Selbsthilfegruppe vorstellt, erläuterte Josiane De Smedt in kurzen Zügen. Sportliche Aktivitäten wie Spazierengehen oder Nutzung des abwechslungsreichen Sportangebots auf dem Halveraner Trimm-dich-Pfad regte sie an. In Lüdenscheid gebe es überdies eine Schwimm- und Kegelgruppe.

Bei den monatlichen Treffen beim DRK, das der Selbsthilfegruppe seine Räume kostenlos zur Verfügung stellt, solle jeweils ein Thema im Mittelpunkt stehen. Ideen dazu seien willkommen.

“Neue Freunde gefunden“

Ihre Erwartungen an die Gruppe umriss die Halveranerin Kristin Bischoff, die bislang in der Lüdenscheider Gruppe aktiv war, im Gespräch in klaren Worten. „Unterstützung, Tipps, Ratschläge. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und neue Freunde gefunden.“

Abnehmen, etwas verändern und Kontakt zu anderen aufnehmen nannten andere als Gründe für die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe. Jeden 3. Dienstag im Monat trifft sich die Gruppe ab 18 Uhr im DRK-Heim.

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