Festlicher Abschluss für Halvers Realschüler

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Halver -Mit vielen guten Worten, respektablen Zeugnissen und den obligatorischen guten Wünschen verabschiedete sich die Realschule Halver von den Schülern der Abschlussklassen. Anschließend feierten alle den Tag bei Sekt, am Büfett und mit Musik und Tanz.

Zwei Richtungen nimmt der Blick an einem solchen Tag: Schulleiter Friedhelm Schröder blickte zurück auf eine Schule, die nicht nur Lernanstalt, sondern auch „Ort der Fröhlichkeit und Muße sowie der Faszination und des vorsichtigen Gruselns“ ist.

Schlangenfrau Lina

Der beeindruckende Auftritt der Schlangenfrau Lina Pawlowske aus der Klasse 8c bot Anlass, über die Ähnlichkeiten der Schule mit einem Zirkus nachzudenken. Clowns und Dompteure, Entfesselungskünstler und Messerwerfer, Seiltänzer, Großwilddompteure und Zauberer – es lässt sich trefflich darüber spekulieren, wer in der Schule diesen Qualifikationen entspricht. Friedhelm Schröder bot eine noch erheblich längere Liste an und baute ein großes geistiges Zirkuszelt über der Realschule auf: „Ich überlasse es der Phantasie der Anwesenden, Schüler- und Lehrertypen diesen einzelnen zirzensischen Berufen zuzuordnen.“

Blick nach vorn

Der zweite Blick ging nach vorn – dorthin, wo nun das Leben beginnt: „Die Realität wird euch schnell wieder einholen“, mahnte der Schulleiter mit Blick auf die nun kommende Ausbildung oder den Besuch weiterführender Schulen.

Und nach einer sehr eindringlichen Kritik an durchrationalisierten Lernvorgängen, die internationalen schulischen Vergleichstests zugrunde lägen, plädierte Friedhelm Schröder für eine Schule, die mehr Zirkus als Lernfabrik und noch einiges mehr sein darf: „Ich wünsche euch, dass ihr an unserer Schule auch das Maß an Kritikfähigkeit mitnehmen konntet, das gegen die Fallen jeder Verführung hilft. Damit meine ich die Fähigkeit, die Dinge zu hinterfragen, nicht dem Augenschein und nicht dem ersten Urteil zu trauen, nicht alles, was denkbar ist, auch für machbar und wünschenswert zu halten.“

Mahnende Worte

Er mahnte die Schüler, nicht an einfache Lösungen zu glauben und niemandem zu trauen, der gute und böse Welten im Handstreich unterscheiden kann: „Glaubt keinem ‚-Ismus’ wie Fanatismus oder Rassismus.“

Grüße an Stadt und Kirche

Die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Ebbinghaus rief die Schüler dazu auf, offen zu bleiben für neue Dinge und für neues Wissen: „Viele von Ihnen werden in zehn Jahren einen Beruf ausüben, den es heute noch nicht gibt.“ Als Vertreterin der Stadt bat sie die Schüler, nicht zu vergessen, dass auch Halver qualifizierte Arbeitsplätze zu bieten habe: „Vielleicht denkt ihr mal zurück?“ Pfarrer Martin Pogorzelski erinnerte daran, dass es mehr in der Welt gibt als den messbaren Erfolg. Dass sich Gottesglaube und Erfolg gleichwohl gut vereinen lassen, veranschaulichte er am Beispiel von Fußballtrainer Jürgen Klopp, der sich zu seinem christlichen Glauben auch in der Öffentlichkeit bekannt hat. Der scheidende Schulpflegschaftsvorsitzende Thomas Volborth blickte ebenfalls nach vorn: „Mit eurem Realschulabschluss habt ihr die Basis geschaffen für Schritte in alle Richtungen.“

Anekdoten der Schülersprecherin

Schülersprecherin Jara Bremicker verabschiedete sich mit einem erfahrungsgesättigten Rückblick auf die Schule, der vergnüglich vor allem für jene war, die dabei waren. Der Aufruf zum Schluss ihrer Rede ließ allerdings Schlimmes befürchten für den Abend: „Lasst uns feiern, bis wir nicht mehr stehen können!“

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