Hoffen und Bangen in Kita St. Georg

Oberbrügge - Der katholische Kindergarten St. Georg in Oberbrügge hängt zwischen Hoffen und Bangen. Bestrebungen der Kirchengemeinde Christus-König und der Elternschaft richten sich zurzeit auf eine Bestandssicherung für die nächsten drei Jahre, um Eltern und Mitarbeiterinnen Planungssicherheit zu geben.

Dafür wird allerdings die Unterstützung der Stadt Halver und des katholischen Zweckverbands in Essen, Träger der Einrichtung, benötigt. In einer Pressemitteilung der Einrichtung umreißen die Beteiligten den Stand der Gespräche: „Die Kita St. Georg steht vor dem Aus – das war zumindest der Stand der Dinge, nachdem der Kita Zweckverband am 22. Februar beschlossen hatte, in einer ersten Schließungswelle 10 von 270 Einrichtungen auslaufen zu lassen. Weitere Einrichtungen sollen folgen.“

Die Mitarbeiter der Einrichtung St. Georg und die Elternschaft, die von dieser Entwicklung größtenteils durch die Berichterstattung des Allgemeinen Anzeigers erfuhren, hätten zunächst einmal unter Schock gestanden. „Nach dieser Nachricht mussten wir uns erst einmal sammeln und herausfinden, welche Rechte und Möglichkeiten wir als Elternschaft in dieser Situation haben“, sagt Dagmar Eckhardt, Mitglied des Elternrats der Kita. „Wir haben zunächst bewusst davon abgesehen, an die Öffentlichkeit zu gehen, da die Eltern verständlicherweise emotional sehr aufgebracht sind und wir erst einmal die Gespräche mit dem Träger und der Kirchengemeinde Christus König abwarten wollten“, berichtet Dagmar Eckhardt weiter.

Äußerungen von Pfarrer Optenhöfel zur Schließung

In der Zwischenzeit habe sich allerdings eine Menge getan. So wurde nach mehreren Elternversammlungen und einem Gespräch mit dem Träger Mitte April eine Task Force gegründet, die aus dem Elternrat, dem Kirchenvorstand der Gemeinde Christus- König, dem Pfarrer, einem Mitglied des Jugendamtselternbeirates MK und des Landeselternbeirats NRW und den Vorsitzenden des neu gegründeten Fördervereins besteht. Diese Task Force treffe sich im Zwei-Wochen-Rhythmus, um die verschiedenen Möglichkeiten zu besprechen und die weitere Vorgehensweise zu festzulegen. 

Aktuell verfolge man das Ziel, die Kindertageseinrichtung wenigstens für drei Jahre über 2018 hinaus bis 2021 unter der jetzigen Trägerschaft weiterzuführen. So könnten die Kinder, die heute die Einrichtung besuchen, bis zur Einschulung in der Einrichtung verbleiben, und drei der fünf Erzieherinnen könnten bis zu ihrem Renteneintritt in der Einrichtung bleiben und müssten nicht nochmals in einer anderen Einrichtung neu anfangen, erläutert der Elternbeirat die Zielsetzung.

Dazu müsse eine Finanzierungslücke von 125 Euro pro Monat und Kind geschlossen werden, die der Förderverein und die Kirchengemeinde über verschiedenste Spendenaktionen schließen möchten. Angedacht seien in diesem Zusammenhang zusätzliche freiwillige Beiträge der Eltern, Patenschaften für die Kinder, Anfragen bei den Arbeitgebern der Elternschaft und eine Spendenaktion innerhalb der Kirchengemeinde. Die katholische Gemeinde Christus-König selbst unterstütze den Erhalt der Kita für den angedachten Verlängerungszeitraum auch finanziell. „Wir haben in relativ kurzer Zeit schon einige Spendenzusagen bekommen, und das, obwohl der Förderverein noch in der Gründung ist. Das lässt uns hoffen, dass wir unser Ziel realisieren können.“ berichtet Denis Wirt, Vorsitzender des Fördervereins der katholischen Kindertageseinrichtung St. Georg.

„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung des Kirchenvorstandes und des Pfarrers Claus Optenhöfel.“ Anders sieht es aus mit der Unterstützung seitens der Stadt Halver und des Jugendamtes des Märkischen Kreises. Bürgermeister Michael Brosch sei zwar im April beim Gespräch mit dem Träger zugegen gewesen, habe darüber hinaus aber noch keine Unterstützungsangebote gemacht. Auch der Märkische Kreis habe beteuert, dass eine Einrichtung in Oberbrügge benötigt werde, aber noch keinerlei Anstalten gemacht, die Elternschaft hier zu unterstützen, berichtet Denis Wirt enttäuscht. 

 „Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Träger den momentan verhängten Aufnahmestop für die Kita St. Georg wieder aufhebt. Wenn wir keine neuen Kinder aufnehmen dürfen, fehlen uns wichtige Beiträge, und die Finanzierungslücke für die verbleibenden Kinder vergrößert sich“, erläutert Marianne Lüpke als Leiterin der Einrichtung ein weiteres Problem. „Ich kann interessierte Eltern nur auffordern, sich auch weiterhin bei uns zu melden. Auch wenn wir momentan keine festen Zusagen machen können – wenn wir starkes Interesse von Eltern an der Einrichtung zeigen, hilft uns das am Ende nur weiter“, motiviert die Leiterin interessierte Eltern weiter.

Die Erwartung der Elternschaft liege hier auf der Hand: Der Träger müsse den Aufnahmestop zurücknehmen. Stadt und Kreis müssten unterstützend helfen und sich nicht darauf verlassen, dass die Elternschaft den Erhalt der KiTa St. Georg irgendwie hinbekommt. Ob das Vorhaben der Elternschaft und der KiTa gelingt, werde sich in den nächsten Wochen zeigen.

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