Flüchtlingshilfe: Unterschiedliche Namen, gleiche Ziele

Angelika Schwab von der Flüchtlingshilfe Halver (vierte von links) berichtete den anderen Ehrenamtlichen von den Aktivitäten in Halverunter anderem vom Café International. -
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Angelika Schwab von der Flüchtlingshilfe Halver (vierte von links) berichtete den anderen Ehrenamtlichen von den Aktivitäten in Halverunter anderem vom Café International. -

Halver - Zum Erfahrungsaustausch in Sachen Flüchtlingshilfe kamen am Dienstagabend im Bürgerzentrum „Am Park“ Ehrenamtliche aus Halver, Kierspe, Meinerzhagen und Schalksmühle zusammen.

Im Beisein von Michael Wirth, Leiter des Fachbereichs Migration im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, und Bernd Grunwald vom Kommunalen Integrationszentrum des Märkischen Kreises berichteten die ehrenamtlichen Helfer über ihre Arbeit in den jeweiligen Kommunen. Rege nahm auch Sylvia Olbrich, Sprecherin Bündnis90/Die Grünen Märkischer Kreis und auf Kreisebene im Ausschuss Gesundheit und Soziales aktiv, an der Diskussionsrunde teil. Im Namen der Flüchtlingshilfe Halver begrüßte Angelika Schwab, die im Februar diesen Jahres vor Ort eine Allianz für Flüchtlinge auf den Weg brachte, die Vertreter der Flüchtlingsinitiativen aus den Volme-Kommunen. Die Namen der Initiativen seien anders, die Ziele jedoch die gleichen, erklärte sie.

„Wir haben den Verein ‚Menschen helfen’ (1992 im Zuge der Balkankriege gegründet) wieder aktiviert“, so Karin Schmid-Essing, die die Flüchtlingsarbeit in Kierspe vorstellte. Dadurch sei es möglich, Spenden zu sammeln. Ausführlich ging sie auf das Bemühen des Vereins, die Wohnsituation von Flüchtlingen zu verbessern, ein. Auch die Fahrradwerkstatt, die der Verein aktiviert hat, stellte sie vor. „Wir haben zunehmend Leute unter den Flüchtlingen, die Arbeiten übernehmen“, erklärte sie. Für den Arbeitskreis Flüchtlinge, der in Meinerzhagen unter dem Dach des Sozialen Bürgerzentrums „Mittendrin“ arbeitet, sprach Hermann-Josef Lobner. „Wenn es uns nicht gäbe mit unseren Sprachkursen, wäre das ganz mau“, beklagte er einen Mangel an Sprachkursen für Flüchtlinge. Kritik übte er daneben am theoretisch erleichterten, praktisch jedoch schwerlich umsetzbaren Zugang von Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt. „Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist nach drei Monaten per Gesetz möglich, wird aber von der Verwaltung geschlossen.“ Auch müsse sich der Ton gegenüber Flüchtlingen in manchen Behörden ändern.

Von großer Akzeptanz in der Bevölkerung berichteten Irmtraud Quenzel und Heide Bachmann vom Netzwerk Flüchtlingsarbeit in Schalksmühle. „Das ist eine sehr, sehr schöne Arbeit.“ Probleme mit Alkohol gebe es indes bei Männern im Übergangsheim. Mit Aufzählung ihrer Aktivitäten - Sprachkursen, Sportangeboten, Freizeitveranstaltungen für Kinder und dem geplanten „Café International - schlossen die Halveraner die Vorstellungsrunde.

Als „wunderbar und äußerst wichtig“ bezeichnete Michael Wirth die Arbeit. „Wir sind immer noch auf Abwehr gebürstet“, so seine Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit. Gegenwind wie hier sei unwahrscheinlich wichtig. Um die Gesundheitskarte für Flüchtlinge nach dem „Bremer Modell“ entspann sich eine Diskussion. „Der Ball liegt in Düsseldorf“, sagte Bernd Grunwald, der die Arbeit des Integrationszentrums vorstellte. Eine Konzeptentwicklung in den Kommunen zum Umgang mit Flüchtlingen regte Olbrich an. Gemeinsamer Wunsch ist es, Experten an einen Tisch zu holen, um Flüchtlinge in Arbeit oder Studium zu bringen.

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