Buchautorin Petra Hammesfahr zu Gast

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Petra Hammesfahr

Halver - Buchautorin Petra Hammesfahr war zu Gast in Halver und las aus ihrem Roman "Fremdes Leben". Persönliches aus dem Leben der Autorin kam dabei nicht zu kurz.

Eine Frau wacht nach einer schweren Schädelverletzung in einem Krankenhaus auf und hat eine Idee darüber, warum sie dort ist: Ihr Mann hat versucht, sie im Geländewagen in einen stillgelegten Steinbruch stürzen zu lassen, doch sie hat den Anschlag überlebt.

Dann kommen Zweifel: Woher kommen die Bilder seiner Untreue mit einer gelockten Nebenbuhlerin, die Erinnerung an einen Dialog über die Unmöglichkeit einer Scheidung, ihr Fehlverhalten gegenüber zwei Kindern? Und wie hätte sie ihn noch im Rückwärts-Herabrollen vor dem Fahrzeug sehen sollen, wenn er gerade die Motorhaube geöffnet hatte?

Die Leser von Petra Hammesfahrs neuem Roman „Fremdes Leben“ werden eingeweiht in die Zweifel, die die Hauptfigur immer mehr gegenüber ihren Wahrnehmungen und Erinnerungen empfindet. Und auch sie möchten wissen, wer diese schwerverletzte Frau wirklich ist.

Nicht einmal ihr Name steht fest: Sie selbst kennt sich unter einem Namen, der nicht derjenige ist, unter dem sie im Krankenhaus angemeldet ist.

Wie eine alte Bekannte

Es war am Dienstagabend, als wäre eine alte Bekannte in den Kulturbahnhof gekommen, um aus ihrem neuen Roman zu lesen. Schon vor dem offiziellen Beginn gab es muntere Gespräche zwischen Besucherinnen und der bekannten Autorin, die in ihre Romanwelten schon seit vielen Jahren Leserinnen und auch ein paar Leser mitgenommen hatte.

So waren unter den rund 60 Besuchern auch ein paar Männer und der Mann an Petra Hammesfahrs Seite, der sie nach Halver gefahren hatte. Nach der Lesung aus „Fremdes Leben“ ging die Unterredung zwischen Autorin und Lesern unkompliziert weiter.

Natürlich verriet sie nach der Lesung des Roman-Beginns nicht, wie die Geschichte der angeblichen Claudia Beermann weitergeht. „Wie lange schreiben Sie schon?“, wollte eine Besucherin wissen und hörte Erinnerungen an „stapelweise Schulhefte mit meinen Geschichten“. Einen Roman zu schreiben, sei wie Puzzleteile sortieren, erklärte Hammesfahr ihre Arbeitsweise. Immer mehr gehe sie dazu über, Figuren aus ihren älteren Romanen wiederzuverwenden.

Einschneidende Erlebnisse

„Haben Sie eine psychologische Ausbildung?“, fragte eine weitere Leserin und bekam eine persönliche Antwort der Autorin: „Wenn Sie mit 17 einen Alkoholiker heiraten und zwei Kinder bekommen, lernen Sie ganz viel über Psychologie.“

Wieviel Handwerk und Mühe kostet so ein Roman? „Wenn mir nichts einfällt, dann kann ich nicht schreiben“, erläuterte die Autorin, die schon immer Geschichten geschrieben hat, wenn man den Schulheften glauben will. „Das muss schon von selbst kommen.“ Ihr Mann kenne das Phänomen: „Erzähl’ ihn mir morgen“, antworte er schon mal auf den Satz: „Mir ist gerade ein neuer Roman eingefallen.“

Was schätzen Leserinnen an den Romanen? „Ich finde genial, dass man bei Ihren Geschichten nie weiß, ob sie gut ausgehen oder nicht“, sagte eine Besucherin. „Vom Ende überrascht – das finde ich gut.“

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