Keine Bewährung für Wiederholungstäter

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Halver - Eilig hatte es ein 35-Jähriger aus Monheim am Rhein, der Mitte Januar 2016 von Radevormwald kommend über Halver zu seiner pflegebedürftigen Mutter in einem Pflegeheim in Hagen fahren wollte.

Bei einer Fahrzeugkontrolle in Halver stellten Polizeibeamte fest, dass der Mann keine Fahrerlaubnis hatte. Auch der Verdacht auf Einnahme verbotener Substanzen bestätigte sich: Der Fahrer hatte Abbauprodukte von Cannabis-Produkten im Blut, war also mehr oder weniger bekifft.

Fahrer ist Wiederholungstäter

Im Amtsgericht Lüdenscheid hatte die Geschichte nun ein bitteres Nachspiel: „Immer wieder Drogen, immer wieder Fahren ohne Fahrerlaubnis“, verwies die Staatsanwältin auf die zahlreichen einschlägigen Vorstrafen des Angeklagten, der noch unter Bewährungsaufsicht stand: Am 14. Dezember, drei Wochen vor der Fahrt durch Halver, war er wegen Betruges, Diebstahls und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. „Einschlägige Vorstrafen und das nicht zu knapp“, stellte die Staatsanwältin fest.

"Fahrt war nicht geplant"

Dem Angeklagten blieb nicht viel mehr, als auf seine Verantwortung für die Mutter zu verweisen, um die er sich an jenem Tag nach dem Ausfall seiner Schwester kurzfristig habe kümmern müssen: „Es war nicht geplant. Ich habe nicht damit gerechnet, Auto fahren zu müssen.“ Die Vertreterin der Anklage konterte: Gerade mit einer solchen Verantwortung für die pflegebedürftige Mutter müsse der Angeklagte doch dafür sorgen, dass er nicht plötzlich aus dem Verkehr gezogen werde. Sie beantragte eine Haftstrafe von fünf Monaten – ohne Bewährung.

Keine positive Sozialprognose

Sein Verteidiger hatte angesichts der Fakten einen schweren Stand: „Ich bitte nur einfach darum, die tragischen Umstände in seinem Leben zu berücksichtigen.“ Allerdings konnte auch Richterin Kristina Thies angesichts der zahlreichen einschlägigen Vorstrafen keine positive Sozialprognose aus dem Hut zaubern. Sie verurteilte den Angeklagten zu einer dreimonatigen Haftstrafe ohne Bewährung. „Ich verstehe die Drucksituation und die familiäre Situation.“ Dennoch war auch sie ungehalten über die immense Rückfallgeschwindigkeit, mit der der Angeklagte wieder straffällig geworden war: „Da kriegen Sie eine solche Chance und setzen sie umgehend in den Sand!“

Strafe ohne Bewährung

Aufgrund der Haftstrafe ohne Bewährung, die auch den Widerruf der zuvor verhängten Bewährung nach sich ziehen könnte, wird der Angeklagte wohl in Berufung gehen. Und dann muss er sich in vier Monaten auch noch einem Strafverfahren im Amtsgericht Langenfeld stellen. Der Tatvorwurf: Fahren ohne Fahrerlaubnis in zwei Fällen.

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