ISERLOHN ▪ Freie Momente nutzt Karsten Mende zumeist nicht zur Erholung. Der Roosters-Manager ist in Nationalmannschaftstagen in Sachen Scouting unterwegs. Während DEL und 2. Bundesliga pausieren, wird unterklassig – insbesondere in Bayern – gespielt.

Karsten Mende schimpft auf die DEL-Schiedsrichter.
Das bietet dem 43-Jährigen die Gelegenheit, jene Spieler anzuschauen, die kurz- oder mittelfristig eine Rolle spielen könnten. Von bester Laune allerdings ist Mende weit entfernt.
Auch Schnee und strahlend blauer Himmel haben nicht dazu beigetragen. Bevor es in Richtung Süddeutschland ging, beorderte Mende Tero Leinonen aus Finnland zurück an den Seilersee – aus Sicherheitsgründen, munkelt man. Trotzdem hat den Manager die ärgerliche Caron-Situation derart auf die Palme gebracht, dass er sich die Mühe gemacht hat, die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter in dieser Saison aufzulisten und mit dem Schiedsrichterbeauftragten Holger Gerstberger im Detail zu besprechen.
„Neben den Kleinigkeiten musste ich bei sechs Partien feststellen, dass wir von den Unparteiischen so benachteiligt wurden, dass es uns Punkte gekostet hat. Das kann ich einfach nicht mehr akzeptieren!“ Auch unserer Zeitung hat Mende eine Übersicht der „Schiri-Unfälle“ zukommen lassen:
Samstag, 1. Oktober: Roosters – EHC Wolfsburg, Schiedsrichter Jablukov: Nach einem unfairen Check gegen die Bande fällt Thomas Holzmann mit einer schweren Schulterverletzung vier Monate aus. Auch ein späterer Check gegen Christian Hommel bleibt ungeahndet. Die Roosters verlieren nicht nur deshalb am Ende mit 0:7.
Sonntag, 6. November: Roosters – EHC München, Schiedsrichter Bauer: Das Roosters-Tor im Penaltyschießen ist verschoben, unentdeckt von den Linesmen. Die Münchener treffen gegen Caron, der gemeinsam mit den Unparteiischen die Situation entdeckt. Dennoch verzichten die Schiedsrichter auf die Wiederholung des Penaltys.
Freitag, 20. Januar: Nürnberg Ice Tigers – Roosters, Schiedsrichter Oswald: In der hart umkämpften Verlängerung erzielt Nürnberg den entscheidenden Treffer mit der Hand. Trotz Beschwerden der Sauerländer lehnt der Unparteiische den Videobeweis ab. Nürnberg holt sich zu Unrecht den Zusatzpunkt.
Sonntag, 22. Januar: Roosters – Straubing Tigers, Schiedsrichter Schimm: Nach einem Check von hinten gegen Mark Ardelan erzielen die Tigers den wichtigen Anschlusstreffer. Der Unparteiische steht daneben, gibt allerdings keine Strafe. Am Ende verlieren die Sauerländer nicht nur deshalb ein Match, das sie eigentlich für sich entscheiden müssen.
Dienstag, 31. Januar: Krefeld Pinguine – Roosters, Schiedsrichter Piechaczek und Schukies: Roosters-Torhüter Caron wird von Driendl im Torraum gefoult. Caron muss später wegen Kopfschmerzen ausgetauscht werden. Ersatzgoalie Siekmann verschuldet mit einem Stellungsfehler den Siegtreffer der Pinguine, die die Sauerländer im letzten Spiel vor der Pause in der Tabelle überholen.
„Kleine Fehler macht jeder – die Spieler, die Trainer, der Manager, auch den Schiedsrichtern würde ich sie jederzeit zugestehen. Aber solch‘ gravierende Patzer sind nicht akzeptabel“, wettert Mende. Damit trifft er zwar bei Gerstberger auf offene Ohren, dennoch kann der Schiedsrichterchef aufgrund von geltenden Tatsachenentscheidungen nicht helfen. „Karsten und die Roosters haben bei vielen Dingen Recht. Wir können nur versuchen, immer wieder über diese Punkte mit unseren Schiedsrichtern zu sprechen“, sagt Gerstberger. In Anbetracht ihm zur Verfügung stehender Qualität kann auch er keine Wunder vollbringen.
Den Roosters bleibt die Hoffnung auf Besserung im Saison-Showdown.
Von Mirko Heintz



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