ISERLOHN ▪ Sonntagnachmittag, die Roosters spielen gegen Hannover: Es ist still am Seilersee. Selten hat man in einer heißen Saisonphase zu Beginn eines so richtungweisenden Spiels diese Ruhe vernommen.

Eine kuriose Atmosphäre erlebten Mike York, Tobias Wörle und die Roosters am Sonntag gegen Hannover: Zu Beginn der Partie war es in der Eissporthalle still, jeder Ruf auf dem Eis war zu hören. Immerhin gelang ein 4:1-Erfolg, der Frieden ist hergestellt.
Jeder Ruf auf dem Eis ist auf den Rängen zu hören, jeder Bremser eines Schlittschuhs. Die Atmos-phäre verwirrt, weil alle wissen, es liegt Ungemach in der Luft. Dass der Druck auf ihnen lastet, wussten die Roosters-Spieler ganz genau. Und sie hielten stand, gewannen mit 4:1.
Die Sauerländer durften sich gegen den Tabellenletzten keine Niederlage erlauben – wegen der Play-off-Ambitionen und außerdem, weil wieder Frieden einkehren sollte am Seilersee. „Wir sind Sportprofis, uns dürfen diese Rahmenbedingungen nicht interessieren, wir müssen fokussiert sein auf unser Spiel“, hatte Verteidiger Collin Danielsmeier schon vor der Partie gegen das Schlusslicht gesagt.
Es gelingt. Trotz eines 0:1-Rückstandes drehen die Sauerländer das vielleicht wichtigste DEL-Spiel der gesamten Saison und nähren die Hoffnung, dass bei sechs noch zu absolvierenden Spielen die Endrunde um die Meisterschaft erreichbar ist. Der Applaus von den Rängen am Ende der Partie und speziell in der Ehrenrunde führt zur Gewissheit, dass ein erster Schritt gemacht ist. Nach der Stadiondurchsage vor Wochenfrist und dem von einigen Fans propagierten Bruch zwischen Verein und Anhängerschaft steht fest: Die Basis wurde nie ruiniert.
Dagegen hat sich auch die Ultra Crew Iserlohn nicht ausgesprochen, die mit einem Vertreter anwesend war und trotzdem am Sonntag das Heimspiel gegen Hannover teilweise boykottiert hat. „Ich war darüber nicht informiert, es gab aber andere, die geklatscht und die Mannschaft unterstützt haben“, so Schlüter, ohne die Entscheidung der Ultras bewerten zu wollen. Geredet wurde aber auch über ein besseres Beschwerdemanagement und vor allem über viele Einzelaspekte, die die Fans seit längerer Zeit auf die Palme bringen. Fazit: Zukünftig wird man sich regelmäßig treffen und austauschen. Nächster Gesprächstermin soll der 12. März sein.
Bis dahin steht auch fest, ob die Sauerländer den Sprung in die Play-offs zum zweiten Mal in ihrer DEL-Historieschaffen. Betrachtet man das Restprogramm, so erscheint das machbar. In den Spielen gegen Mannheim (A) und Nürnberg (H) am kommenden Wochenende trifft man auf zwei Gegner, gegen die man in dieser Saison schon gewonnen hat. Dann folgen ein Heimspiel gegen Krefeld, ein schweres Auswärtsmatch gegen Köln, ein Match vor eigenem Publikum gegen München und zum Schluss eine weitere Herausforderung in Ingolstadt.
„Ich glaube, wir brauchen noch neun Punkte, dann sollten wir es geschafft haben“, sagt Doug Mason, der auch berücksichtigt hat, dass die direkte Konkurrenz noch gegeneinander spielt.
Ob Stefan Langwieder in den kommenden Partien mit dabei sein kann, steht nicht fest. Der Verteidiger hat den Schläger eines Hannoveraners so fest gegen den Kiefer bekommen, dass er nicht nur über Schmerzen, sondern vor allem über Kopfschmerzen klagte. Noch steht die Diagnose aus. Kopfschmerzen hatte auch Sebastién Caron, was nach Aussage von Mannschaftsarzt Jochen Veit aber kein Problem sein sollte: „Es ist ganz normal, dass nach Belastungen von zwei Spielen solche Symptome zurückkehren. Das kann noch ein paar Tage oder Wochen dauern. Wir werden uns aber weiterhin intensiv um ihn kümmern.“
Von Mirko Heintz



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