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EISHOCKEY Roosters verbieten während des Heimspiels gegen Augsburg Fan-Banner per Durchsage / Schutzeigel entschuldigt sich

Schlag ins Gesicht der eigenen Fans

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ISERLOHN ▪ Bislang war Sport stets das maßgebliche Thema am Seilersee. Da hat man geflucht, gebangt und gehofft. Die Iserlohn Roosters sind das sportliche Thema im Märkischen Kreis und durften sicher sein, dass auch im Misserfolg die Fans zwar grollen, sich aber nicht abwenden. Der Valentinstag 2012 könnte das verändert haben. Statt in Harmonie den Tag der Freundschaft und Verliebtheit zu genießen, schlug der Eishockeyclub seiner Anhängerschaft ins Gesicht.

Jentzsch

Kaum äußern die Fans – anders als hier – Kritik, da setzt es vom Vereine einen Schlag ins Gesicht.

Grund war eine Durchsage kurz vor dem letzten Drittel. In der forderte der Hallensprecher die Fans auf, ab sofort auf das Hochhalten selbstgestalteter Spruchbänder zu verzichten. Eine, so scheint es, unmittelbare Reaktion auf Fan-Banner, hochgehalten vor dem ersten und zweiten Drittel. Darin kritisierten unterschiedliche Fanclubs und die Ultracrew unter anderem die Schönrederei der Club-Verantwortlichen. „Viele Fans haben diese Stadiondurchsage als ein Verbot ihrer Meinungsfreiheit empfunden“, so der Iserlohner Fanbeauftragte Matthias Schlüter. Eine Aussage, die gestern in Internetforen und wohl auch in E-Mails in die Geschäftsstelle von zahlreichen blau-weißen Anhängern geteilt wurde.

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Schon kurz nach der Partie übernahm Bernd Schutzeigel, Geschäftsstellenleiter und Prokurist am Seilersee die volle Verantwortung. „Ich entschuldige mich im Namen der Iserlohn Roosters für diese Durchsage“, wird Schutzeigel noch in der Nacht auf der vereinsinternen Forumsseite zitiert. Es sei nicht um die Meinungsfreiheit generell gegangen, sondern nur um eine positive Stimmung im wichtigen Spiel gegen Augsburg. Auch Clubchef Wolfgang Brück schaltete sich ein, gab mehrere Interviews, stellte unmissverständlich klar: „Diese Durchsage war falsch. Unsere Fans werden immer Gelegenheit haben, ihre kritische Meinung zu sportlichen Dingen offen Ausdruck zu verleihen – ob verbal oder Spruchbanner“, betonte Brück. Er schien von den Ereignissen überrascht, war offensichtlich in die Kommunikation zu diesem Thema nicht offiziell eingebunden.

Was hinter den Kulissen abgelaufen ist, lässt sich noch nicht vollkommen erschließen. Polizei und Sicherheitsdienst betonten auf Anfrage unserer Zeitung, nicht der Auftraggeber dieser Stadiondurchsage gewesen zu sein, sondern lediglich den Hinweis gegeben zu haben, keine Banner ohne vorherige Ansage der Vereins verbieten zu können. Dazu hatte Bernd Schutzeigel „grünes Licht“ gegeben und später die Schuld für diese Fehleinschätzung auf sich genommen. Wie die Situation mit den eigenen Fans zu kitten ist, darüber dachte man am Nachmittag und Abend nach. Wahrscheinlich am Samstag will sich Brück mit Fans aus allen Bereichen der Iserlohner Eishockeyszene zusammensetzen und sich wohl in aller Form entschuldigen müssen.

Zum sportlichen Teil: Hier setzte die Mannschaft ihre schwankenden Leistungen fort, war nicht in der Lage sich zum Sieg zu schießen. Das wird für die Roosters zum Problem. „Wir haben einfach beschissen gespielt“, sagt Stefan Langwieder stellvertretend für alle. Und der Manager? – Der macht aus seiner Sicht das einzig Richtige und fordert alle auf, weiter zu machen. „Wir haben noch die Chance, die dürfen wir uns unabhängig von allen Konsequenzen nicht nehmen!“ Auch er weiß, dass seine Mannschaft zu oft enttäuscht und trotz aller guten Spiele, die sie gemacht hat, die Kurve nicht kriegt. Mende steht in der Verantwortung. Jetzt aber muss er Hoffnung geben. Später ist Zeit, Klartext zu reden. - Mirko Heintz

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