ISERLOHN ▪ Die Eishockeywelt fühlt sich anders an am Seilersee. Von der Leichtigkeit des erfolgreichen Saisonstarts ist seit November ohnehin wenig geblieben, die Ereignisse der letzten Tage aber haben tiefe Spuren hinterlassen.

In den bisherigen Vergleichen ging es zwischen den Roosters und dem EHC München eng zu: Bei den Bayern verloren die Sauerländer 3:4 nach Verlängerung, daheim 2:3 nach Penaltyschießen. Heute und am vorletzten Spieltag gibt’s ein Wiedersehen.
Ob in der Kabine oder auf den Gängen der Geschäftsstelle: Man sieht vor dem viertletzten Wochenende der DEL-Hauptrunde 2011/2012 mit den Partien heute beim EHC München (19.30 Uhr) und Sonntag gegen die Hannover Scorpions (14.30 Uhr) überall nachdenkliche Gesichter.
Dass die Situation mit dem Treffen mit den Fans am Samstag nicht ausgestanden sein wird, dass nicht sofort wieder purer Friede und Freude am Seilersee einkehren, ist auch Clubchef Wolfgang Brück klar. „Wir sehen uns in der Verpflichtung, die Initiative zu ergreifen und zu handeln. Das habe ich versucht in den zurückliegenden 48 Stunden möglich zu machen“, so der 50-Jährige, der auch anschließend die Kommunikation mit den Fans fortsetzen will. Ob er bereits einen Plan erarbeitet hat, will er nicht kommentieren. „Ich werde erst am Samstag mit den Fans reden und nicht über die Medien im Vorfeld“, so der Rechtsanwalt.
Rein sportlich will sich Mason nicht mehr auf das Dienstagsspiel einlassen. „Wir sind schon in den Playoffs und müssen von Spiel zu Spiel denken. Dienstag haben wir verloren, jetzt gilt es, die weiterhin bestehende Chance im Auge zu behalten und in München das erste von noch acht ausstehenden Spielen zu gewinnen.“ Er erspart sich jegliche Schuldzuweisung. Die verkneifen sich auch die Spieler. Die, die allerdings enger mit den Roosters verwurzelt sind, lassen durchblicken, wie schwer ihnen die momentane Situation fällt.
„Es ist so, als würden von der einen Sekunde zur anderen die Beine versagen – das ist vor allem für die schwer, die seit drei oder vier Jahren für die Playoffs kämpfen und wissen, wie wichtig sie für den Verein, die Fans und uns selbst wären“, betont Christian Hommel, der zugibt, nach dem 0:3 gegen Augsburg 24 Stunden gebraucht zu haben, um zu sich zu kommen. „Wir dürfen jetzt nur nicht aufgeben. Ich verspreche jedem, dass wir weiterkämpfen.“ Auch Sonntag gegen die Hannover Scorpions ist der Druck enorm – verlieren verboten!
Roosters: Caron (?), Leinonen, Siekmann – Ardelan, Kopitz; Blanchard (?), Cullimore; Peltier, Langwieder – Hock, Giuliano, Spina; York, Wolf, Wörle; Hackert, Fretter (?), Hommel; Rupprich, Cowan, Holzmann
Von Mirko Heintz



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