Sieg in der Verlängerung: Bamberg kurz vor Meisterschaft

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Ulms Per Günther (l) liefert sich mit Darius Miller ein starkes Duell. Foto: Stefan Puchner

Das zweite Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft blieb bis zum Schluss spannend. Doch nun kann die Serie zwischen Favorit Bamberg und Außenseiter Ulm schon am Sonntag zu Ende gehen.

Neu-Ulm (dpa) - Bambergs Basketballer sind nach einem dramatischen Sieg ihrem achten Meistertitel ein ganzes Stück nähergekommen. In der Best-of-Five-Finalserie gegen ratiopharm Ulm erhöhten die Brose Baskets durch einen 92:90 (39:43)-Auswärtserfolg nach Verlängerung auf 2:0.

Drei Tage nach dem klaren Heimerfolg musste das Team von Trainer Andrea Trinchieri vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften Arena bis zum Ende kämpfen. Schon am Sonntag können die Franken in eigener Halle das Meisterstück perfekt machen. Bester Werfer der Bamberger war Bradley Wanamaker mit 23 Punkten. Bei den Ulmern erzielte Per Günther die meisten Zähler (20).

"Wir haben gegen ein außergewöhnlich starkes Team gespielt. Meine Mannschaft hat eine unbeschreibliche und beeindruckende Leistung gezeigt. Ich könnte nicht stolzer sein, Teil dieser Mannschaft zu sein", sagte Ulms Coach Thorsten Leibenath. "Wir wollen die Serie noch einmal nach Ulm zurückholen." Der ehemaliger Ulmer Daniel Theis war glücklich: "Wir wussten, dass es unglaublich schwer ist, hier zu gewinnen. Es war einfach Glück, dass wir das Spiel gewonnen haben." Sein Coach Trinchieri meinte: "Es war ein außergewöhnliches Spiel. Ein echter Kampf auch durch die Fans."

Als Publikumsliebling Günther gleich seinen ersten Dreier zum 5:2 traf, stand die Halle Kopf. Doch die Bamberger ließen sich nicht abschütteln. Trainer Trinchieri hatte sein Team prima eingestellt. "Wir müssen ruhig bleiben, eiskalt, und auftreten wie ein Killer", sagte der Italiener vor dem Sprungball.

Sein Team verteidigte stark, traf konstant und ging zwei Minuten vor der ersten Viertelpause mit 25:17 in Führung. Die Auszeit von Ulms Trainer Leibenath brachte nicht viel - mit einem Sieben-Punkte-Rückstand ging es in die erste Viertelpause. Zehn der 17 Ulmer Zähler in den ersten zehn Minuten gingen auf das Konto von Günther, während jeder aus der Starting Five der Bamberger punktete. Danach kamen die Ulmer bis auf 26:31 heran.

Auch nach einer Auszeit fand der Favorit seinen Rhythmus nicht mehr, die Gastgeber kämpften sich heran und gingen durch einen Dreier von Da'Sean Butler zwei Minuten vor der Pause mit 37:36 in Führung. Wenig später traf der kurz zuvor eingewechselte Flügelspieler noch einmal von jenseits der Dreierlinie zum 40:38. Das brachte Bambergs Trinchieri so in Wallung, dass er sich ein Technisches Foul leistete. Mit einer überraschenden 43:39-Führung der Ulmer wurden die Seiten gewechselt.

Unmittelbar nach der Pause gab Bamberg mit schnellen Punkten wieder den Ton an, zog auf 51:45 davon. Das Spiel wurde härter, umkämpfter. Mit einem 65:65 ging es ins letzte Viertel. Und da entwickelte sich ein Duell auf Messers Schneide. Kurz vor Schluss war noch alles offen. Die Ulmer, die kurz vor dem Spiel die vorzeitige Vertragsverlängerung mit einem der beiden Trikotsponsoren bis 2022 bekanntgegeben hatten, hatten Glück, dass Wanamaker Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene von Pierria Henry im Wurf gestört wurde und es in die Verlängerung ging.

Bamberg hat nun die Chance, ohne Niederlage durch die Playoffs zu kommen. Bislang war dies Bayer Leverkusen (1991/1992 und 1993/1994) sowie ALBA Berlin (1997/1998 und 2001/2002) jeweils zweimal gelungen.

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