Kurz vor Eröffnungsfeier

Olympische Flamme am Cristo - Proteste gegen Interimspräsident

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Die ehemalige olympische Volleyballspielerin Maria Isabel Barroso mit der Fackel.

Rio de Janeiro - Die Olympische Flamme wird auf ihren letzten Kilometern gefeiert - in Copacabana auch Proteste - gegen den Eröffner der Olympischen Spiele.

Bei strahlend blauem Wetter hat die olympische Flamme auf den letzten Kilometern bei der weltberühmten Cristo-Statue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro Station gemacht. Dort reckte die frühere Volleyball-Olympiateilnehmerin Isabel unter den Armen des Cristo die Fackel in die Höhe, sie hatte Tränen in den Augen. Auch der Erzbischof von Rio, Orani Tempesta, und Bürgermeister Eduardo Paes waren bei der Zeremonie auf dem Corcovado dabei.

Später passierte sie die Strandviertel der Olympiastadt. Die Stadt hatte den Freitag zum Feiertag erklärt, um Verkehrsprobleme zu vermeiden. Viele Menschen waren unterwegs und feierten die Fackelträger. In Ipanema trug auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Fackel.

Demo in Copacabana

In Copacabana demonstrierten einige hundert Menschen lautstark gegen Interimspräsident Michel Temer, dem sie vorwarfen durch ein Bündnis mit der Opposition die linksorientierte Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei gestürzt zu haben. Sie habe keine Verbrechen begangen, daher sei das Amtsenthebungsverfahren allein politisch motiviert. „Das untergräbt unsere Demokratie, Dilma ist rechtmäßig gewählt worden“, meinte die Demonstrantin Patricia Satornino.

Rousseff wurde im Mai suspendiert, um Vorwürfe wie Tricksereien bei der Haushaltslage zu prüfen, nach Olympia könnte sie vom Senat endgültig abgesetzt werden, Temer bliebe bis Ende 2018 Präsident. Der 75-Jährige hatte eine Mitte-Rechts-Übergangsregierung gebildet.

Wer der letzte der 12 494 Träger sein und im Maracanã-Stadion das Feuer entzündet, ist wie immer bis zum Schluss ein Geheimnis. Als ein Kandidat gilt Fußball-Legende Pelé. Das Feuer war am 20. April im griechischen Olympia entfacht worden. In Brasilien passierte es 325 Städte, es wurden 20 000 Kilometer auf dem Landweg und 10 000 Kilometer per Flugzeug zurückgelegt. Die ersten Spiele in Südamerika dauern bis zum 21. August. Es werden 306 Goldmedaillen vergeben.

dpa

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