Nach dem erneuten Bronze-Gewinn

Gina Lückenkemper: „Ich bin um mein Leben gerannt“

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Rebekka Haase, Gina Lückenkemper, Lisa Mayer und Tatjana Pinto präsentieren ihre Bronzemedaille bei der Siegerehrung der 4x100-m-Staffel in Amsterdam.

Amsterdam/Soest - Zweiter EM-Start, zweite EM-Bronzemedaille für Gina Lückenkemper: Die Sprinterin der LG Olympia Dortmund krönte drei Tage nach Platz drei über 200 Meter ihre starken Europameisterschaften in Amsterdam am Sonntagabend mit Rang drei in 42,48 Sekunden über 4x100 Meter. In der Besetzung Tatjana Pinto, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase stürmte der „DLV-Vierer“ aufs Podest.

Nur die Niederländerinnen um die überragende 200-Meter-Weltmeisterin Dafne Schippers (42,04 sec) und die Britinnen (42,45 sec) waren im altehrwürdigen Olympiastadion schneller.

„Ich freue mich wahnsinnig über die zwei Medaillen. Dafür bin ich um mein Leben gerannt“, jubelte die 19-Jährige nach ihrem doppelten Bronze-Coup. Zusammen mit dem gleichaltrigen Dreisprungeuropameister Max Heß ist sie die größte Nachwuchshoffnung in einem starken deutschen Leichtathletik-Team, das in Amsterdam insgesamt 16 Medaillen holte.

Während der gesamten Europameisterschaft strahlte die Soesterin eine für ihr Alter beeindruckende Lockerheit aus. Vor ihren Starts lachte sie in die TV-Kameras, schnitt lustige Grimassen und grüßte Familie und Freunde, die sie auf den Tribünen erspäht hatte. Selbst leichte muskuläre Probleme in den Beinen, die sie seit der Deutschen Meisterschaft in Kassel begleiteten, behinderten sie nicht. Sowohl nach ihrem Bronze-Gewinn am Donnerstag über 200 Meter als auch nach dem Staffel-Erfolg am Sonntag zeigte sie sich mehr als zufrieden mit ihrer Leistung.

Klar war die deutsche Staffel mit der Vorleistung von glatten 42,00 Sekunden auch ein Gold-Kandidat. Doch in einem großen Finale gingen die Sprinterinnen lieber auf Nummer sicher, um sich am Ende nicht zu verzocken. Und um die Leistung noch einmal einzuordnen: Schneller als die 42,48 Sekunden war noch nie eine drittplatzierte Staffel bei Europameisterschaften und vor vier Jahren in Helsinki hatten der deutschen Sprintstaffel schon 42,51 Sekunden zum EM-Titel gereicht.

Lückenkemper benannte vor allem den starken Zusammenhalt des Sprint-Quartetts als eine wichtige Erfolgsbedingung. „Wir sind eine saucoole Truppe. Die Stimmung untereinander passt. Das wollen wir beibehalten und dann geht es in Rio wieder rund“, sagte sie dem Internet-Portal leichtathletik.de.

Nicht zu schlagen waren unter dem Jubel der mehr als 20.000 Zuschauer im Olympiastadion von Amsterdam die Niederländerinnen. Speziell Dafne Schippers, die im Vorlauf noch geschont wurde, machte den Unterschied. „Die Wechsel haben endlich geklappt. So ist es eine tolle Zeit geworden. Nun freuen wir uns auf Rio“, sagte die 200-Meter-Europarekordlerin.

Bei den Olympischen Spielen wird Gina Lückenkemper erneut auf den „Oranje-Star“ treffen. Über 200 Meter und mit der Sprint-Staffel. Die Saison der 19-Jährigen ist nämlich noch lange nicht zu Ende.

Quelle: wa.de

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