19-Jährige gewinnt 200-m-Halbfinale

Gina Lückenkemper im EM-Finale

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Gina Lückenkemper ist bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam souverän ins Finale über 200 Meter gelaufen.

Amsterdam - Die Soesterin Gina Lückenkemper greift am Donnerstag nach europäischem Edelmetall. Die frisch gebackene Deutsche Meisterin über 200 Meter steht im Finale der Europameisterschaft in Amsterdam.

Am späten Mittwochnachmittag gewann die 19-Jährige in souveräner Manier ihr Halbfinale. Trotz langer Reaktionszeit am Start setzte sich die Soesterin, die seit diesem Jahr für die LG Olympia Dortmund startet, schnell an die Spitze des Feldes, führte auf Bahn fünf laufend schon am Ausgang der Kurve und ging mit kleinem Vorsprung auf die letzten 100 Meter. 

Auf der Geraden ließ Lückenkemper dann nichts mehr anbrennen, gewann den Sprint souverän mit sehr ordentlichen 22.90 Sekunden. Die schnellste Zeit des Tages bis dahin. 

Zweite wurde die Niederländerin Jamile Samuel in 23.02 Sekunden. Auch wenn Lückenkemper vor dem Start gewohnt locker wirkte, noch einmal ein bekanntes Gesicht im Publikum erspähte und winkte; ganz locker schien sie aber nicht in den Lauf gegangen zu sein. 

„Vorher hab ich mir ein paar Gedanken um meinen Beuger gemacht, weil ich da zuletzt ein wenig Schmerzen hatte. Im Rennen habe ich davon aber nichts gemerkt“, sagte sie kurz nach dem Lauf vor den TV-Kameras. Dennoch: Ihr Auftritt war souverän und lässt viel Positives für das Finale am Donnerstagabend erhoffen. 

Denn nur zwei Läuferinnen waren am Mittwoch in den insgesamt sieben Läufen (Vorläufe und Halbfinale) schneller als Lückenkemper: die britische Junioren-Weltmeisterin Dina Asher-Smith und Ivet Lalova-Collio aus der Ukraine. Beide gewannen die jeweils anderen Halbfinalläufe in 22.57 Sekunden – Topzeiten, die andeuten, dass die beiden die „Gold-Frage“ im Finale wohl unter sich ausmachen sollten.

Hier geht's zum Live-Ticker des 200-m-Halbfinales

Für Lückenkemper könnte es nach den bisherigen Zeiten aber gut für Bronze reichen. Darüber dachte sie so kurz nach dem Rennen nicht nach: „Ich mache mir keine Gedanken um die Vorleistungen. Mein primäres Ziel war der Endlauf und das habe ich erreicht. Mal gucken, was noch geht.“ Sie bleibt gewohnt lässig und lässt sich keinen Druck aufhalsen: „Ich mache mir keinen Kopf, die anderen sind nicht zu unterschätzen. Man muss die anderen immer auf der Rechnung haben. Das sieht man auch im zweiten Lauf, wo Asher-Smith ja schon schneller war als ich.“ 

Lalova-Collio folgte noch. Dass es für Lückenkemper in Normalform für das Finale reichen würde, deutetet sich schon in den Vorläufen an. Denn während die Soesterin in diesem Jahr mit einer Bestzeit von 22,67 Sekunden weit unter 23 Sekunden geblieben war, schaffte das in den vier Vorläufen keine Läuferin. 

Die Vorzeichen waren also gut – und obendrein ein Vorteil für die Topläuferinnen, wie auch Lückenkemper zugab: „Es war sicherlich ein Vorteil für mich, heute Morgen nicht laufen zu müssen.“ Am Donnerstag gehen alle ausgeruht ins Finale, wobei Lückenkemper sicherlich gewohnt locker auftritt. „Letztes Jahr war ich noch bei den Junioren, aber ich fühle, dass ich mich gut entwickelt habe – und ich kann hier mit den Besten mithalten.“

Quelle: wa.de

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