Deutschland jubelt über 2:0 gegen Ukraine

Der Jubellauf von Bastian Schweinsteiger ist der Schlusspunkt eines insgesamt gelungenen EM-Einstands der DFB-Auswahl. Foto: Laurent Dubrule
1 von 11
Der Jubellauf von Bastian Schweinsteiger ist der Schlusspunkt eines insgesamt gelungenen EM-Einstands der DFB-Auswahl. Foto: Laurent Dubrule
Ein Freistoß von Toni Kroos ist der entscheidende Moment des Abends. Shkodran Mustafi ist mit dem Kopf zur Stelle. Foto: Shawn Thew
2 von 11
Ein Freistoß von Toni Kroos ist der entscheidende Moment des Abends. Shkodran Mustafi ist mit dem Kopf zur Stelle. Foto: Shawn Thew
Der Abwehrspieler aus Valencia lässt sich feiern, zwanzig Minuten hat es bis zur Führung gedauert. Foto: Andy Rain
3 von 11
Der Abwehrspieler aus Valencia lässt sich feiern, zwanzig Minuten hat es bis zur Führung gedauert. Foto: Andy Rain
Taktgeber des deutschen Spiels ist Toni Kroos. Nicht nur bei den Standards beweist er viel Gefühl im Fuß. Foto: Marius Becker
4 von 11
Taktgeber des deutschen Spiels ist Toni Kroos. Nicht nur bei den Standards beweist er viel Gefühl im Fuß. Foto: Marius Becker
Julian Draxler läuft viel an der linken Außenbahn. Sein Einsatz stimmt, doch die Flanken finden keinen Abnehmer. Foto: Laurent Dubrule
5 von 11
Julian Draxler läuft viel an der linken Außenbahn. Sein Einsatz stimmt, doch die Flanken finden keinen Abnehmer. Foto: Laurent Dubrule
Starke Rettung von Jerome Boateng, der den Ball irgendwie noch mit der Fußspitze erwischt. Foto: Rolex Dela Pena
6 von 11
Starke Rettung von Jerome Boateng, der den Ball irgendwie noch mit der Fußspitze erwischt. Foto: Rolex Dela Pena
Der Ball landet nicht im Netz, dafür der Bayern-Profi. Gut so. Foto: Shawn Thew
7 von 11
Der Ball landet nicht im Netz, dafür der Bayern-Profi. Gut so. Foto: Shawn Thew
Manuel Neuer reklamiert zu Recht. Das Tor der Ukrainer kurz vor dem Halbzeitpfiff zählt wegen Abseits nicht. Foto: Rolex Dela Pena
8 von 11
Manuel Neuer reklamiert zu Recht. Das Tor der Ukrainer kurz vor dem Halbzeitpfiff zählt wegen Abseits nicht. Foto: Rolex Dela Pena
Der zum Ersatzkapitän bestimmte Rückhalt entschärft die übrigen Offensiv-Aktionen der Ukrainer. Foto: Marius Becker
9 von 11
Der zum Ersatzkapitän bestimmte Rückhalt entschärft die übrigen Offensiv-Aktionen der Ukrainer. Foto: Marius Becker

Das war noch nicht weltmeisterlich. Mit einigen Wacklern in der Abwehr hat sich Mitfavorit Deutschland zu einem glücklichen Auftaktsieg gezittert. Die Treffer erzielten Shkodran Mustafi und Bastian Schweinsteiger.

Lille (dpa) - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen die Ukraine in die EM in Frankreich gestartet. Die Treffer vor 43 035 Zuschauern im Stade Pierre Mauroy erzielten ausgerechnet Shkodran Mustafi (19. Minute) und Bastian Schweinsteiger (90.+2).

Der überglückliche "Kurzarbeiter" Schweinsteiger war nach seinem langen Jubellauf völlig außer Atem und zeigte immer wieder den Daumen in Richtung der jubelnden deutschen Fans. Auch bei Manuel Neuer und Co. war die Erleichterung groß, nachdem der Weltmeister die erste Etappe seiner Tour de France mit großer Mühe gewonnen hatte.

Denn beim EM-Auftakt gegen Außenseiter Ukraine in Lille traten bei der DFB-Auswahl noch große Probleme in der Abwehr auf, Nationaltorhüter Neuer musste mit mehreren Glanzparaden die makellose Bilanz von Bundestrainer Joachim Löw in Auftaktspielen retten. Bis zum zweiten Gruppenspiel am Donnerstag (21.00 Uhr) gegen Polen ist eine Steigerung nötig.

"Es ist unglaublich, dass es so etwas gibt. Ich habe gerade einmal 300 Spielminuten in den Knochen, dann passiert so etwas", sagte Schweinsteiger, der zwei Minuten nach seiner Einwechslung den Schlusspunkt setzte und sich eigentlich noch im Formaufbau für höhere Aufgaben befindet.

"Es war eigentlich gar nicht geplant, dass er soweit vorne auftaucht. Er sollte für Absicherung sorgen", meinte Bundestrainer Joachim Löw und lobte seinen Kapitän: "Das zeigt, wie wichtig er von seiner Persönlichkeit und Erfahrung her für die Mannschaft ist. Das ist goldwert."

Auch das Tor von Mustafi hatte eine besondere Note. Der Verteidiger des FC Valencia war erst durch die Verletzungen von Mats Hummels (Muskelfaserriss) und Antonio Rüdiger (Kreuzbandriss) in die erste Elf gerückt und erzielte in seinem elften Länderspiel das erste Tor. "Es freut mich, ein Tor zu erzielen. Es war aber wichtig, gut ins Turnier zu starten. Es war zum Teil ein offenes Spiel, was wir nicht wollten."

Damit gewann die deutsche Mannschaft auch ihr fünftes Auftaktspiel bei einem großen Turnier unter Löw, was stets ein gutes Omen war und mindestens ins Halbfinale führte. Bis zum zweiten Gruppenspiel am Donnerstag (21.00 Uhr) gegen Polen ist eine Steigerung nötig. "In der ersten Halbzeit war ich nicht in diesem Maße zufrieden, wie ich es in der zweiten Halbzeit war", meinte auch Löw.

Insbesondere in der Defensive leistete sich der mit zehn Helden von Rio angetretene Mitfavorit viele Wackler, mitunter verlor die Hintermannschaft um Abwehrchef Jérôme Boateng vor allem in den ersten 45 Minuten gar die Orientierung. Das Offensivspiel funktionierte da schon besser. Spielgestalter Toni Kroos war die ordnende Hand und leitete viele Angriffe ein.

Die Problemzone bleibt allerdings die Hintermannschaft, die Löw schon in der Vorbereitung durch die Ausfälle von Hummels und Rüdiger Sorgen bereitet hatte. Und der Puls des Bundestrainers dürfte in der ersten Halbzeit einige Male in die Höhe geschnellt sein. Schon in der vierten Minute musste Neuer bei einem Schuss von Jewgeni Konopljanka sein ganzes Können aufbieten, nachdem Mustafi den Ball vertändelt hatte. Erwartungsgemäß hatte Mustafi den Platz in der Innenverteidigung neben Boateng erhalten, weil Löw auf der Außenbahn Benedikt Höwedes nicht nach innen ziehen wollte.

Neuer hatte die deutsche Elf als Kapitän für den noch nicht fitten Bastian Schweinsteiger auf das Feld geführt. Und Neuer stand noch weitere Male im Mittelpunkt - öfter als ihm lieb gewesen wäre. Wie etwa in der 27. Minute, als er einen Kopfball von Jewgeni Chatscheridi parierte. Die größte Chance im ersten Durchgang besaß allerdings Konopljanka, dessen verunglückter Schuss von Boateng artistisch noch auf der Torlinie geklärt wurde. Wie knapp es war, zeigte die erstmals bei einer EM zum Einsatz kommende Torlinientechnik "Hawk Eye".

Chancen hatte aber auch der dreimalige Europameister. Julian Draxler (4.), der nach seiner guten Vorbereitung erneut das Startelfmandat auf links erhielt, und Jonas Hector (12.) gaben erste Warnschüsse auf das ukrainische Tor ab. So war die deutsche Führung sieben Minuten später zu diesem Zeitpunkt gar nicht unverdient. Ein Freistoß von Kroos landete haargenau auf dem Kopf von Mustafi, womit die deutsche Standard-Stärke von der WM 2014 gleich wiederbelebt wurde. Dazu besaß Sami Khedira nach erneut starkem Pass eine weitere Großchance, als der Juventus-Akteur an Andrej Pjatow scheiterte.

Im Gegensatz zu Kroos kam Mesut Özil, bei dem Löw eine "überragende Verfassung" ausgemacht hatte, kaum zur Entfaltung. Auch Mario Götze, der als sogenannte "falsche Neun" den Vorzug vor Mario Gomez erhalten hatte, konnte sich gegen die robusten Innenverteidiger kaum in Szene setzen und wirkte in seinen wenigen Szenen zu unentschlossen.

Nach der holprigen ersten Halbzeit kam die DFB-Auswahl geordneter aus der Kabine und versuchte zunächst mit Distanzschüssen ihr Glück. Ein Schuss von Kroos streifte das Lattenkreuz (52.), bei Khedira war erneut Pjatow zur Stelle. Die Ukrainer kamen kaum noch zu Chancen. Einzig als Mustafi "mithalf", wurde es brenzlig. Der Verteidiger köpfte in der 88. Minute über Neuer hinweg fast ins eigene Tor. Kurz vor Schluss durfte auch noch Schweinsteiger auf seinem Weg zurück ins Team einige Minuten EM-Luft schnuppern und sich gleich als Torschütze feiern lassen.

Zu kleineren Zwischenfällen war es vor dem Spiel gekommen, als 40 deutsche Hooligans auf ukrainische Fans losgegangen waren. Zwei Personen sollen dabei leicht verletzt worden sein. Es hatte einen Beigeschmack, zumal auf der Tribüne der französische Gendarm Daniel Nivel auf Einladung des DFB saß. Nivel war bei der WM 1998 von deutschen Hooligans schwer verletzt worden.

EM-Spielplan

EM-Teilnehmer

EM-Spielorte

Terminplan Nationalmannschaft

Sportliche Leitung der Nationalelf

Länderspielbilanz gegen bislang 91 Gegner

Deutscher EM-Kader

DFB-Teamhotel in Évian

Deutsche Rekordspieler

Sorg-Aussagen auf DFB-Seite

Aufstellung

Kommentare