Weinzierl schweigt zu Schalke - Breitenreiter beklagt "Hetzkampagne"

+
Markus Weinzierl ist als neuer Trainer bei Schalke 04 im Gespräch.

Gelsenkirchen - Schalkes neue Manager Heidel kann nach Breitenreiters Abgang noch nicht mit einem neuen Trainer aufwarten, aber mit einem interessanten Transfer: Wolfsburg Naldo kommt.

André Breitenreiter ist weg, Manager Christian Heidel als Horst-Heldt-Nachfolger offiziell im Amt - nur der neue Trainer fehlt noch. 

Beim FC Schalke 04 wartet alles auf Markus Weinzierl. Der 41-Jährige vom FC Augsburg, seit Monaten Topkandidat auf den Job, könnte an diesem Mittwoch als Breitenreiter-Nachfolger bei den "Königsblauen" vorgestellt werden. Weinzierl selbst hielt sich nach dem Saisonfinale in der Fußball-Bundesliga bedeckt: "Ich bin nicht in der Position, etwas zu verkünden." 

Breitenreiter hatte sich mit dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League nach nur einer Saison vom FC Schalke 04 verabschiedet. Als letzte Amtshandlung führte er den Revierclub am Samstag zum 4:1 (2:0) bei 1899 Hoffenheim und damit auf Tabellenplatz fünf. Für den Anspruch der Schalker ist das jedoch zu wenig. Sein Nachfolger soll es besser machen. 

Seinen längst absehbaren Abgang durfte Breitenreiter wenigstens noch selbst vor einer Fernsehkamera verkünden. Später klagte der 42-Jährige über eine "gezielte Hetzkampagne einzelner Medien gegen meine Person" und sagte in Richtung Vereinsführung: "Schade, dass man nicht mehr Geduld hatte." 

Von den Schalkern ganz offiziell bestätigt wurde die Trennung am Sonntag. "Wir haben uns nach sorgfältigen Überlegungen für einen Neubeginn auf der Position des Cheftrainers entschieden", erklärte der neue Sportvorstand Heidel. 

Kapitän und Weltmeister Benedikt Höwedes ließ in einem Interview mit der "derwesten.de" durchblicken, dass er die Ablösung akzeptiere, aber nicht wirklich nachvollziehen könne. "Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass André Breitenreiter hier einen guten Job gemacht und die Mannschaft nach vorne gebracht hat." Der scheidende Coach wirkte bei aller Enttäuschung auch erleichtert, nachdem der Vorhang nach dem unwürdigen Theater der ganzen letzten Wochen gefallen war. "Ich kann hier erhobenen Hauptes rausgehen", meinte Breitenreiter. Unmittelbar vor dem Anpfiff hatte er im Sky-Interview erklärt: "Ich habe diese Woche mit Christian Heidel Kontakt gehabt. 

Er hat mir sehr offen und direkt die Entscheidung mitgeteilt, dass ich heute mein letztes Spiel zusammen mit den Jungs des FC Schalke auf dem Platz genieße." Laut Heidel wusste Breitenreiter bereits seit Mittwoch, dass er seinen bis 2017 laufenden Vertrag nicht erfüllen darf. Er wollte dann nach eigener Aussage auch "Klarheit und kein Rumgeeier" haben, Heidel habe sich "sehr korrekt" verhalten. Die Schalker Fans in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena feierten neben der Mannschaft auch Heldt und Breitenreiter. "Ich kann mich mit Horst nicht vergleichen, er war sechs Jahre hier", meinte der scheidende Trainer. 

"Das ist das, was Schalke braucht: Ruhe und Kontinuität." Durch Heldts schon lange feststehenden und ebenso unfreiwilligen Abschied war der Manager "ein Stück weit geschwächt", klagte Breitenreiter, der sich am Ende als "Einzelkämpfer" fühlte. Heidel wartete gleich an seinem ersten Tag im neuen Amt mit einem Coup auf. Heimlich, still und leise wurde Abwehrspieler Naldo verpflichtet. Der 33 Jahre alte Brasilianer kommt ablösefrei vom VfL Wolfsburg und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 mit Option. "Es war enorm wichtig, einen so erfahrenen Spieler für eine junge, talentierte und entwicklungsfähige Mannschaft zu gewinnen, wie wir sie haben", kommentierte der Ex-Mainzer Heidel.

dpa/lnw

Quelle: wa.de

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare