Fehlstart perfekt

Woran es bei Schalke hakt

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Enttäuscht nach dem Schalker Fehlstart. Ralf Färhmann und Naldo.

Berlin - Der Fehlstart des FC Schalke 04. Die Partie in Berlin zeigt, dass bei Königsblau doch noch nicht alles so stimmig ist wie erhofft. Gegen Köln muss eine Reaktion her.  

In der Welt der Fabeln gilt ein Löwe als mächtig und gefährlich. Strahlt Kraft und Anmut aus. Benjamin Stambouli wählte dieses Bild bei Instagram wohl nicht von ungefähr. Es ist vor allem die Kraft, die er und Schalke jetzt brauchen angesichts des Liga-Fehlstarts.

„Es tut mir leid für die Mannschaft und für die Fans“, schrieb der defensive Mittelfeldspieler dazu nach der 0:2-Niederlage bei Hertha BSC, die er mit seinem Patzer eingeleitet hatte. Klar, die Situation ist ernüchternd, doch Stambouli warnt davor, „den Kopf zu senken“. Naldo kam derweil zu dem treffenden Schluss: „Drei Spiele, null Punkte - das ist nicht Schalke.“

Und dennoch spricht keiner von Krise. Intern sowieso nicht. Extern ebenso. Die mitgereisten Anhänger applaudierten, nachdem es zu einem kurzen Dialog mit dem Team gekommen war. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir alle gemeinsam ruhig bleiben müssen und wir wissen, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben“, berichtete Kapitän Benedikt Höwedes. Dazu habe er ihnen versprochen dafür zu sorgen, „dass wir am Mittwoch gegen Köln eine andere Mannschaft sehen werden“.

Fans applaudieren Schalker Team

Die Worte kamen an. Auch weil die Unterstützer wissen, dass ein Umbruch eben nicht von heute auf morgen vonstatten gehen kann. Dass der Start aber so miserabel über die Bühne geht, hatte dennoch keiner auf der Rechnung. Die Ansätze einer gierigen, aggressiven Spielweise waren zu sehen gegen Bayern und Nizza. Womöglich hatten sich die Blau-Weißen dadurch zu schnell zu viel erhofft: Gegen den Rekordmeister geht jeder an seine Grenzen, und Nizza war an jenem Abend sicherlich nicht der größte Gradmesser.

FC Schalke 04 verliert bei Hertha BSC

Partien wie jene am Sonntag bei der Hertha, die ebenfalls aufopferungsvoll um jeden Ball kämpfte, offenbarten, woran es auf Schalke 04 noch hakt. Das Team ist noch nicht so eingespielt wie erhofft. Die Neuen brauchen noch Zeit. Allen voran Breel Embolo, der nach einer enttäuschenden ersten Hälfte in der Kabine geblieben war. Dadurch lahmte die gesamte blau-weiße Offensive. Klaas-Jan Huntelaar kämpfte in vorderster Front weiterhin damit, um auf eine für einen Stürmer akzeptable Quote zu kommen. Allerdings verhungerte er förmlich in Berlin, weil S04 es kaum zustande gebracht hatte, gefährliche Bälle über die Außen zu spielen.

Stambouli und Bentaleb patzen

Und auch das zuletzt so hoch gejubelte, neu formierte defensive Mittelfeld mit Nabil Bentaleb und Bejamin Stambouli ist noch längst nicht so stabil wie erhofft. Es war ausgerechnet das Duo, das in Berlin patzte und somit beide Gegentore verschuldet hatte. „Wenn du zweimal den Gegner so einlädst, ist es schwer, etwa mitzunehmen“, meinte Schalkes Coach Markus Wenzierl. Sportvorstand Christian Heidel habe sogar „ein Quäntchen Überheblichkeit“ ausgemacht.

Ein großes Manko im Vergleich zu den Partien davor war auch die fehlende Spritzigkeit. „Wir haben einen schlechten Tag erwischt, an dem wir vielleicht nicht im Vollbesitz unserer Kräfte waren. Uns fehlte bei den Gegentoren und in dem einen oder anderen Zweikampf der letzte Tick Konsequenz“, merkte Höwedes zu Recht an.

Weinzierl hatte die Startelf im Vergleich zu Nizza nur auf einer Position verändert. Statt frischer Kräfte gab es die zuvor angekündigten Härtefälle. Für Johannes Geis etwa, Freistoß-Spezialist mit Anspruch auf eine Rolle als Anführer, war am Sonntag kein Platz im Kader. Seine Standards als Waffe fehlen den Schalkern schmerzlich. Es sollte ihm einen Motivationsschub geben, um sich für Köln aufzudrängen. „Jetzt stehen wir natürlich mehr unter Druck, aber wir müssen versuchen, den Bock umzustoßen“, sagte Manager Christian Heidel. Und die Tugenden eines Löwen auch auf dem Platz bringen.

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Quelle: wa.de

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