Vor der Partie in Hoffenheim

Krise auf Schalke: Markus Weinzierl "definitiv nicht ratlos"

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Schalke-Trainer Markus Weinzierl startete so schlecht wie noch kein anderer Fußballlehrer auf Schalke.

Gelsenkirchen - Die Zugänge sind noch keine Verstärkungen, eine Stammelf ist bislang nicht gefunden: Schalke 04 tut sich mit dem Neuanfang unter Manager Christian Heidel und Trainer Markus Weinzierl viel schwerer als erwartet.

Markus Weinzierl huschte ein Lächeln über das Gesicht. "Ich weiß, wie die Tabelle aussieht", sagte der Trainer des Bundesliga-Fehlstarters Schalke 04: "Ich schaue nicht stündlich drauf." Auf Platz 17 führt das Klassement die Königsblauen nach vier Niederlagen und dem schlechtesten Saisonauftakt der Vereinsgeschichte. 

Den Beginn seiner Arbeit in Gelsenkirchen hatte sich der 41-Jährige ganz anders vorgestellt. So schlecht wie Weinzierl ist noch kein Fußballlehrer auf Schalke gestartet. Doch der Wunschkandidat der Klubführung genießt nach wie vor einen Bonus - auch bei den Fans. Beim Training gab es aufmunternde Worte von den Zaungästen. Der Trainer, in der Vergangenheit schnell der Sündenbock, wird nicht für den Fehlstart verantwortlich gemacht. Noch nicht.

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Doch Weinzierl weiß auch, dass sein Kredit schwindet, wenn am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) bei 1899 Hoffenheim die nächste Pleite herausspringen sollte. "Ich bin voller Zuversicht, dass wir es drehen", betonte er am Freitag. Dem Eindruck, er wirke nach den unerwarteten Nackenschlägen schon ratlos, widersprach er vehement: "Ratlos bin ich definitiv nicht." Seine Probleme beim Neuanfang auf Schalke sind vielschichtig. Die sieben Zugänge, die Manager Christian Heidel für knapp 40 Millionen Euro holte, sind noch keine Verstärkungen. Innenverteidiger Naldo beispielsweise, als Stabilisator für die wacklige Defensive verpflichtet, macht derzeit mehr Fehler als seine Nebenleute.

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Bei der 1:3-Heimpleite gegen den 1. FC Köln stand der 34-Jährige bei zwei Gegentoren falsch. Rekordeinkauf Breel Embolo ist noch nicht in der Bundesliga angekommen. Der 19-jährige Schweizer, zweifellos hochtalentiert, hat noch Probleme mit dem höheren Tempo und den intensiveren Zweikämpfen. Und das Selbstbewusstsein fehlt, wie am Mittwoch deutlich wurde: Kurz nach seiner Einwechslung hatte Embolo den 2: 2-Ausgleich auf dem Fuß, spielte aber auf den schlechter positionierten Klaas-Jan Huntelaar ab. "Er hätte den Ball einfach ins Tor schießen müssen", meinte Weinzierl. 

Auch Flügelflitzer Yevhen Konoplyanka, in letzter Minute verpflichtet, hat noch keine Akzente setzen können. Außenverteidiger Coke fällt mit einem Kreuzbandriss in der kompletten Hinrunde aus. Die Sechser Nabil Bentaleb und Benjamin Stambouli, die bislang den besten Eindruck hinterließen, patzten mit spielentscheidenden Ballverlusten beim 0:2 in Berlin. Hinzu kommt, dass Weinzierl auch nach sechs Pflichtspielen noch keine Stammformation gefunden hat. 20 Spieler standen schon in der Startelf. 

Gegen Köln rotierte der neue Coach quasi zurück, holte den zuvor auf die Tribüne verbannten Johannes Geis wieder ins Team, ließ Oldie Sascha Riether rechts verteidigen, gab dem Olympia-Helden Max Meyer eine Chance auf der Zehn - ohne Erfolg. Durch die Wechsel funktionieren die Automatismen noch nicht. Das macht sich vor allem in der Offensive bemerkbar. Mit nur einem einzigen Tor in 360 Bundesliga-Minuten sind die Königsblauen die harmloseste Mannschaft der Liga. - sid

Quelle: wa.de

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