Mittwoch Heimspiel gegen Köln

Schalker Konzept noch nicht etabliert

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Schalke 04 und Benedikt Höwedes ist so schlecht in die Saison gestartet wie seit 1985 nicht mehr.

Gelsenkirchen - Trotz des Fehlstarts bleibt es ruhig um Schalke 04 - was Manager Christian Heidel vor dem Köln-Spiel ausdrücklich lobt. Die Probleme sind bekannt - aber die Zeit, um sie lösen, ist rar.

Angesichts der Tatsache, dass der für viele Menschen so glorreiche FC Schalke 04 nach drei Spieltagen mit null Punkten und null Toren im entwürdigenden Tabellenkeller der Liga steckt, ist es im Umfeld so ruhig, dass man es kaum glauben mag. Die Anhänger applaudierten der Mannschaft auch nach der 0:2-Niederlage bei Hertha BSC, der mediale Aufschrei ist trotz des schlechtesten Saisonstarts seit 1985 höchstens im Ultraschall-Bereich zu vernehmen. Sogar die Trolle im Netz halten sich mit ihren Schmähungen zurück. Grund genug für Manager Christian Heidel zu sagen: „Es spricht für den Sachverstand der Leute, dass einem Zeit gegeben wird.“

Es ist auf Schalke fast schon die größere Überraschung, dass jedermann seine Füße still hält, als dass dieses runderneuerte Team bislang in der Liga so erfolglos ist und nur aufgrund des komplett rohrkrepierenden SV Werder Bremen nicht die rote Laterne trägt. Geschuldet ist dieser Umstand der neuen sportlichen Leitung mit Heidel und Cheftrainer Markus Weinzierl, die mantra-artig die Neuausrichtung des Klubs predigen.

„Es ist wichtig, dass wir genau transportieren, was wir vorhaben“, sagt Heidel, der sich sicher ist: „Die Leute können erkennen, das wir einen Plan haben, dessen Umsetzung vielleicht Zeit braucht.“ Zu diesen Leuten gehört laut Heidel auch der meist unberechenbare Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, an dessen Unterstützung sich nach Aussage des Sportvorstandes „überhaupt nichts geändert hat zum allerersten Tag“.

Schalker Plan erkennbar

Besagter Plan war zu erkennen bei den couragierten Auftritten der Schalker gegen Bayern München (0:2) und vor allem beim 1:0-Sieg in der Europa League über den OGC Nizza. Doch zeigte das Spiel in Berlin, dass sich das neue Schalker Konzept noch lange nicht etabliert hat. „Wir müssen die Abläufe verbessern“, sagt Weinzierl vor der Heimpartie am Mittwoch gegen den 1. FC Köln (20 Uhr bei uns im Live-Ticker).

FC Schalke 04 verliert bei Hertha BSC

Das Problem dabei: Angesicht der hochfrequenten Taktung der Spieltage bleibt dazu nur wenig Gelegenheit. „Jetzt gilt es über die Trainingstage das Spielerische zu entwickeln. Aber diese Tage sind rar“, weiß auch Weinzierl.

Offensive muss belebt werden

Der Cheftrainer und der Manager tragen durch nach außen ruhig wirkende Art mit dazu bei, dass sich die nervösen Auswüchse im Umfeld des Vereins bislang in argen Grenzen halten. Insbesondere Heidel ist in seinem öffentlichen Auftreten sehr geschickt, wie sich auch auf der Pressekonferenz vor dem Köln-Spiel zeigte: Die klar an Weinzierl gerichtete Frage, ob es nicht überrasche, dass auf Schalke die Wogen noch nicht hochschlagen, beantwortete Heidel mit dem bereits erwähnten Zitat über den Sachverstand der Fans lieber selbst.

Gegen die prächtig gestarteten Kölner, die aktuell auf Rang vier liegen, dürfte es für die Schalker wichtig sein, dass sie ihre bislang darbende Offensive beleben. Klaas-Jan Huntelaar stand bislang aufgrund der schlechten Flankenbälle allein auf weiter Flur, und Neuzugang Breel Embolo muss sich sowohl ans Team als auch an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen. „Wir haben Breel vor der Saison prophezeit, dass die Bundesliga komplett anderes sich als der FC Basel“, sagt Heidel und ergänzt: „Aber er wird seinen Weg gehen. Das kriegen wir schon hin.“

Genau wegen solcher aufmunternden und optimistischen Aussagen ist es blauweißer Sicht noch sehr ruhig auf Schalke.

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Quelle: wa.de

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