Hannover 96 - FC Schalke 04 / Samstag, 15.30 Uhr

Haarkleine Kritik: Breitenreiter geht seine Spieler öffentlich an

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Haarkleine Kritik an den Spielern: André Breitenreiter.

Gelsenkirchen - In dieser Woche kam es auf Schalke zu einem Auftritt eines Bundesliga-Trainers, den man im Profifußball nur äußerst selten beobachten kann. Fünf Tage nach der schmerzhaften 2:3-Pleite gegen Bayer Leverkusen und zwei Tage vor dem Auswärtsspiel bei Hannover 96 (Samstag, 15.30 Uhr) kritisierte André Breitenreiter das Verhalten einiger seiner Profis. Und zwar nicht hinter verschlossenen Kabinentüren, sondern öffentlich.

Haarklein legte der 42-Jährige die Nachlässigkeiten und Fehler seiner Profis bei der Pleite gegen Leverkusen offen, wie im Falle von Junior Caicara („Außenverteidiger müssen nicht immer mit nach vorne“) oder von Max Meyer, der kurz vor dem 3:2-Siegtreffer für Leverkusen bei einer Ecke für Schalke entgegen der taktischen Vorgaben mit in den gegnerischen Sechzehner gegangen sei. 

Breitenreiter: „Ich habe bei den Standardsituationen geschrien wie ein Wahnsinniger, aber es hat keiner gehört.“ Ebenfalls nicht besonders diskret ging der Trainer mit seinem Urteil über das Verhalten des routinierten Schalker Personals um: „Da erwarte ich von den Führungsspielern entsprechende Kommandos.“ 

Breitenreiters öffentliche Analyse konnte anfänglich ein wenig irritieren, doch wird immer klarer, dass sich der Fußball-Lehrer offenbar in einem möglichst guten Licht präsentieren möchte. Kaum jemand im Schalker Umfeld glaubt noch daran, dass dem gebürtigem Niedersachsen die Gelegenheit geboten wird, seinen bis 2017 laufenden Vertrag zu erfüllen. So preist sich Breitenreiter lieber selbst: „Die erste Halbzeit war wirklich top.“ 

Danach haben sich die Mannschaft allerdings leider nicht mehr „an die Vorgaben gehalten“ und die Partie gegen Leverkusen folglich verloren. „Sie kamen aus der Kabine raus und setzten es nicht um“, so Breitenreiter und stöhnte: „Das ist das, was einen Trainer wahnsinnig macht.“ 

Was die Schalker Fans derzeit wahnsinnig macht, ist eine mal wieder verkorkste Saison mit vielen, vielen Stimmungstiefs. Frühes Aus im DFB-Pokal und in der Europa League, dazu oftmals blutleere und wenig inspirierende Auftritte der Mannschaft, der es an einer gesunden Hierarchie und auch an Führungsspielern zu fehlen scheint. 

Bei einer Niederlage am Samstag könnte in den verbleibenden beiden Spielen sogar noch der siebte Platz in Gefahr geraten. Träte dieser Falle ein, steckten sowohl Breitenreiter und als auch Schalke wohl in einer klaren Verlierer-Situation: Für den Verein wäre es der größtmögliche Betriebsunfall. Und für den Trainer alles andere als ein Empfehlungsschreiben für künftige Aufgaben.

Quelle: wa.de

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