Heidel lobt Engagement

Schalke mit "Männer-Fußball" aus dem Keller

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Schalke 04 feiert den ersten Bundesliga-Sieg mit seinen Fans.

Gelsenkirchen - Manager Christian Heidel lobt beim Sieg von Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach den "Männer-Fußball" seines Teams. Auch seine Ansprache wirkte. Für Euphorie ist es aber zu früh.

Christian Heidel hatte ein wichtiges Anliegen. Der Manager von Schalke 04 wollte etwas klar stellen. Zu viel war ihm in der Woche über seine Ansprache an das Team geredet und geschrieben worden. Auf die Frage, wie groß sein Anteil am Sieg gegen Salzburg sowie dem befreienden 4:0 (0:0)-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach wäre, reagierte der Sportvorstand nur mit Kopfschütteln.

„Ich habe daran gar keinen Anteil, das Thema wird viel zu hoch gehängt“, stellte der 53-Jährige klar. Auch von einer Brandrede könne überhaupt keine Rede gewesen sein: „Das muss ja die leiseste Brandrede gewesen sein, die jemals gehalten wurde. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft auch gewonnen hätte, wenn ich das nicht gemacht hätte.“

Ganz gleich, welche Bezeichnung dieser Unterredung gerecht wird: Sie hat den Schalkern geholfen. „Das war eine Rede, die wir gebraucht haben“, meinte Doppel-Torschütze Breel Embolo: „Es war nichts Dramatisches.“ Eric Maxim Choupo-Moting pflichtete ihm bei und sprach von einem „Reminder, dass man diese Situation ernst nehmen muss“.

Das tun sie mittlerweile. Dabei besannen sich die Blau-Weißen auf die Tugenden, auf die es ankommt. „Das haben wir immer gesagt: ‘Wenn die Bereitschaft da ist, auch da hin zu gehen, wo es weh tut, werdet ihr belohnt’“, sagte Heidel, der 90 Minuten lang „Männer-Fußball“ gesehen habe: „Die Mannschaft hat vom ersten Moment an alles versucht, auch wenn fußballerisch nicht alles funktioniert hat.“

Eberl grantelt: Waren nicht schlechter als Schalke

So gab es auch anschließend keine zwei Meinungen darüber, dass der durch die Tore von Eric Maxim-Choupo Moting per Strafstoß (52.), Breel Embolo (56./83.) und Leon Goretzka zustande gekommene Sieg gegen Gladbach etwas zu hoch ausgefallen war. „Schalke war keine vier Tore besser“, grantelte Borussia-Manager Max Eberl; „Wir können das nun alles bis ins kleinste Detail zerlegen, vielleicht wird auch gesagt, dass wir sang- und klanglos verloren haben. Dem war aber nicht so. Wir waren nicht schlechter als Schalke.“

Schalke findet gegen Gladbach zurück in die Liga-Spur

Aber die Blau-Weißen hatten diesmal eben das nötige Glück auf ihrer Seite. Vor allem zu Beginn des zweiten Durchgangs, den die Gäste stürmisch begonnen hatten. Ein Foul von Ibrahima Traore an Choupo-Moting brachte den Blau-Weißen den Dosenöffner in Form eines Strafstoßes, den Referee Sascha Stegemann gab, aber sicher nicht hätte geben müssen. „Das war sehr gut für uns und hat uns auf die Siegerstraße gebracht“, erklärte Coach Markus Weinzierl. Zudem entschieden die Schalker die wichtigen Zweikämpfe für sich und waren brutal effektiv. „Das ist die Basis, das Andere kommt dann von selbst“, meinte Heidel.

Kein Grund für eine Prozession durch die Stadt

Dieses „Andere“ könnte auch die optische Dominanz sein. Vor allem alle in Königsblau schauen in diesem Fall darüber hinweg, dass die Heimmannschaft vor 62.271 Zuschauern gerade einmal auf 33 Prozent Ballbesitz gekommen war. Mittel zum Zweck trifft es wohl ganz gut. Gegen Mönchengladbach hat es geholfen.

„Es ist eine riesige Last von unseren Schultern gefallen“, sagte Weinzierl. Von Euphorie war aber keine Spur. „Man nimmt sich die ersten drei Punkte im ersten Spiel vor, wir haben jetzt bis aufs sechste gewartet. Wir haben ein Spiel gewonnen und stehen auf dem 16. Platz. Ob das jetzt ein Grund ist, eine Prozession durch die Stadt zu machen, daran habe ich meine Zweifel“, merkte Heidel an. Für Choupo-Moting war es ein „sehr guter Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem müssen wir uns alle bewusst sein, dass es erst drei Punkte sind, die wir haben. Das ist viel zu wenig.“

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Quelle: wa.de

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