Europa League gegen Salzburg

Heidels Appell als Mittel aus der Krise

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Schalkes Manager Christian Heidel hat die Mannschaft für die aktuelle die Situation sensibilisiert.

Gelsenkirchen - Schalke 04 will mit Hilfe der Europa League auf die Krise in der Bundesliga überwältigen. Christian Heidel berichtet indes vor dem Heimspiel gegen Salzburg von seiner Ansprache.

Es ist nicht so, dass auf Schalke nicht mehr gelacht würde in diesen Tagen. Christian Heidel stand jedenfalls ein breites Grinsen im Gesicht, als er lesen musste, dass er der Mannschaft anhand einer Powerpoint-Präsentation die aktuelle, prekäre Lage des Klubs habe verdeutlichen wollen. „Ich habe ein, zwei Dinge an die Wand geworfen, mehr nicht“, erzählt Heidel von der Sitzung am Dienstag.

Da hatte der neue Sportvorstand der Königsblauen alle versammelt - und zwar „vom Zeugwart bis zum Busfahrer“. Dabei sei es dem 53-Jährigen vor allem um eins gegangen: „Ich wollte für die Situation sensibilisieren.“ Und die Situation sieht beim FC Schalke 04 nach fünf Niederlagen in fünf Liga-Spielen alles andere als rosig aus. Dazu habe er aus seiner Erfahrung als langjähriger Manager des FSV Mainz 05 berichtet. Die Quintessenz sei schließlich gewesen: „Es muss heißen: Es sind schon fünf Spiele und nicht, es sind erst fünf Spiele.“

Weinzierl bleibt kämpferisch

Heidels Ansprache war mit Trainer Markus Weinzierl abgestimmt. „Schalke hat fünf Spiele verloren, und Christian Heidel ist im sportlichen Bereich der Gesamt-Verantwortliche. Deshalb geht das völlig in Ordnung“, sagt Weinzierl. Der Coach selbst gibt sich weiter kämpferisch. „Bei ihm ist von Resignation keine Spur zu erkennen“, bestätigt Heidel: „Er zieht sich nicht in sein Kämmerchen zurück, was sicherlich auch der falsche Weg wäre.“

Am Ende der Besprechung habe laut Heidel „kein Schwur, aber ein Appell“ gestanden, nachdem man nun gemeinsam versuchen wolle, aus der Situation heraus zu kommen. Ein erster Schritt aus dieser veritablen Krise soll am Donnerstag (19 Uhr bei uns im Live-Ticker) im zweiten Vorrunden-Spiel der UEFA Europa League gegen den FC Red Bull Salzburg erfolgen, bei dem Leon Goretzka und Eric Maxim Choupo-Moting auszufallen drohen.

Selbstvertrauen für die Bundesliga tanken

Für Weinzierl scheint es eine gewisse Erleichterung zu sein, mal nicht in der aus Schalker Sicht derzeit vermaledeiten Bundesliga, sondern in einem anderen Wettbewerb anzutreten. Zumal die Königsblauen hier erfolgreich in die Saison starteten, als sie vor zwei Wochen beim OGC Nizza mit 1:0 gewonnen hatte. „Wir müssen alles auf dem Platz geben“, fordert der 41 Jahre alte Coach. Nicht nur, um sich in der Europa League weiter gut zu positionieren. Sondern vor allem auch deshalb, um für die nächste schwierige Aufgabe in der Bundesliga „Selbstvertrauen zu tanken“. Am Sonntag kommt Borussia Mönchengladbach in die Veltins-Arena (17.30 Uhr). Und an eine weitere Niederlage mag Heidel gar nicht denken: „Sechs Spiele in Folge zu verlieren, das wäre sicherlich außergewöhnlich“, sagt er. 

Das Warten auf den Ball - Bilder vom Schalker Sieg in Nizza

Von seinem bisherigen Spielplan will Weinzierl nicht abrücken. „Ich bin davon überzeugt, dass es mit unserem System möglich ist, zu Null zu spielen“, sagt Weinzierl. Grundlage dafür sei es allerdings, „über 90 Minuten stabil zu stehen und Fehler zu vermeiden“.

Heidel erwartet Situation auf dem Platz

Ob er nun wie angekündigt die Tabelle vergrößert und am Dienstag im Besprechungsraum aufgehängt habe, wollte Christian Heidel nicht verraten. Doch das Wort Abstiegsangst, das bislang offenbar auf dem blauweißen Index gestanden hatte, ist nun als neue, gruselige Vokabel ins Schalker Wörterbuch aufgenommen worden.

Als der Manager von seinen Mainzer Erfahrungen im Abstiegskampf berichtete, hätten „alle sehr aufmerksam zugehört“. Eine Erwiderung oder gar eine Diskussion sei bei der Teamsitzung nicht erfolgt und auch nicht erwünscht gewesen. Die Reaktion erwartet Heidel an anderer Stelle: auf dem Platz.

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Quelle: wa.de

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