Heidel verpflichtet zwei Sechser

Bentaleb und Stambouli sorgen für "Papierkram ohne Ende"

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Nabil Bentaleb (l.) trainierte am Donnerstag erstmals mit seinen neuen Schalker Kollegen.

Gelsenkirchen - Christian Heidel präsentierte bei Schalke 04 mit Stambouli und Bentaleb Neuzugänge im Doppelpack. Die Engländer haben es ihm aber nicht leicht gemacht. Doch Geduld zahlte sich aus.

Nachdem der „Papierkram ohne Ende“ erledigt war, machte Christian Heidel ein zufriedenes Gesicht. Nach recht anstrengenden und aufwendigen Verhandlungen mit Tottenham Hotspur durfte der Schalker Manager am Donnerstag die Ausleihe von Nabil Bentaleb bekannt geben. Auch ein weiterer Transfer ist so gut wie fix: Benjamin Stambouli kommt vom französischen Meister Paris St. Germain. Es geht nur noch um letzte Details.

Es war ein Doppelpack, das es in sich hat, welches Heidel präsentierte. Während der 21-jährige Algerier Bentaleb laut Aussage des Schalker Sportvorstandes ein „glasklarer Sechser“ sei, ist der 26-jährige Franzose Stambouli etwas variabler einsetzbar: „Er kann auf der Sechs, aber auch auf der Acht spielen“, so Heidel.

Insbesondere die Verhandlungen mit Tottenham hätten sich über einen längeren Zeitraum hingezogen. Extrem umfangreich sei auch der „Papierkram“ mit den Engländern gewesen. „Allein der Transfervertrag umfasst 15 Seiten“, verrät Heidel. „Vor sechs Wochen war es noch komplett ausgeschlossen, dass Bentaleb kommt“, sagt der Sportvorstand. Doch die Beharrlichkeit der Schalker zahlte sich schließlich aus: Die „Spurs“ zeigten sich auf einmal verhandlungsbereit und ließen den talentierten Abwehrspieler schließlich nach Gelsenkirchen ziehen. In der vergangenen Woche habe laut Heidel auf einmal auch der AC Mailand Interesse gezeigt, doch da lieferte der algerische Nationalspieler bereits einen „überragenden Laktattest“ ab, wie Heidel erzählt. Aus Gründen der Diskretion hatte dieser im Wattenscheider Lorheidestadion stattgefunden.

Bentaleb war lange verletzt

Bentaleb hatte in der vergangenen Saison nur elf Pflichtspiele für die „Spurs“ absolviert, da er im September 2015 zunächst wegen einer Sprunggelenksverletzung und ab März 2016 wegen einer Meniskus-OP ausgefallen war. Nun sei der Algerier laut Heidel aber wieder topfit, was auch der Medizincheck bestätigt habe. Dass Bentaleb, für den Manchester United vor gut einem Jahr nach Aussage von Heidel noch 40 Millionen Euro geboten habe, sich für Schalke entschied, hing auch damit zusammen, dass die Verantwortlichen der „Spurs“ ihn nicht innerhalb der englischen Premier League abgeben wollten. Die Schalker sollen sich einen Kaufoption für Bentaleb gesichert haben, die bei 19 Millionen Euro liegen soll.

„Ich freue mich riesig auf die Herausforderung Schalke. Schalke 04 gilt mit seinen tollen Fans auch in England als ein großer Klub“, ließ Bentaleb, der in der Saison 2014/15 gemeinsam mit Stambouli bei Tottenham Hotspur unter Vertrag stand, per Schalker Pressemitteilung wissen.

Gnabry offenbar ein Kandidat auf Schalke

Während der Algerier ausgeliehen wird, soll Stambouli einen Vier-Jahres-Vertrag auf Schalke erhalten. Die Transfersumme, die die Blauweißen in die französische Hauptstadt überweisen, liegt bei rund acht Millionen Euro. Für Heidel eine moderate Summe: „Die Preise werden im nächsten Sommer noch einmal explodieren“, ist sich der Schalker Manager aufgrund der neuen TV-Abschlüsse unter anderem in Deutschland sicher. Heidel hat in diesem Sommer bereits 22,5 Millionen für Breel Embolo vom FC Basel und vier Millionen Euro für Coke vom FC Sevilla investiert. Hinzu kamen der ablösefreie Naldo vom VfL Wolfsburg und Leihgabe Abdul Rahman Baba vom FC Chelsea.

Und Heidels Shopping-Tour ist noch nicht beendet. „Der Kern der Mannschaft steht. Es wird aber noch etwas passieren im Offensivbereich“, sagt der Schalker Sportvorstand, der durch den Transfer von Leroy Sané zu Manchester City in diesem Sommer über 50 Millionen Euro eingenommen hat. Ein möglicher Kandidat ist ganz offenbar der Deutsch-Ivorer Serge Gnabry vom FC Arsenal, der gerade erst in der deutschen Olympia-Mannschaft als Torschützenkönig bei den Spielen in Rio auf sich aufmerksam gemacht hatte. „Gnabry ist sicherlich ein guter Spieler“, sagt Heidel, aber: „Bis auf den FC Bayern beschäftigen sich 17 von 18 Bundeliga-Klubs mit ihm.“

Quelle: wa.de

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