Niederlage gegen 1. FC Köln

Schalke weiter im Tiefflug

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Der Treffer von Klaas-Jan Huntelaar reichte Schalke 04 nicht gegen Köln.

Gelsenkirchen - Schalke 04 befindet sich weiter im Sinkflug. Zwar erzielt S04 gegen den 1. FC Köln das erste Saisontor, gibt die Partie wegen böser Patzer noch aus der Hand.

Die Gesichter in der Nordkurve waren um 21.51 Uhr lang. Sehr lang. Geradezu konsterniert blickten die Schalker Fans auf den Rasen, wo sich gerade das blauweiße Desaster fortgesetzt hatte. Statt des erhofften Befreiungsschlages kassierte Schalke beim 1:3 (1:1) gegen den 1. FC Köln im vierten Saisonspiel die vierte Niederlage. Damit steht fest: Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl hat einen veritablen Fehlstart hingelegt.

"Wir haben ein Spiel verloren, was man nicht verlieren darf", meinte der Coach enttäuscht und bemängelte vor allem das Abwehrverhalten bei den Gegentoren: "Der Ausgleich kam viel zu schnell."

Es ist ein Schalker Tiefflug, der nicht nur eine harte Landung, sondern einen herben Absturz zur Folge haben könnte. Schlechter ist eine Schalker Mannschaft seit vielen Jahren nicht mehr gestartet. „Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen“, hatte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel vor der Partie gesagt – wohlwissend, dass eine weitere Pleite vielleicht zu einem Stimmungsumschwung in Gelsenkirchen führen könnte. Die ersten Pfiffe waren nach Schlusspfiff bereits zu hören. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Goretzka fällt kurzfristig aus

Weinzierl hatte wie erwartet rotiert – allerdings anders, als es die meisten erwartet hätten. Auslöser für eine ganze Reihe von Umstellungen dürfte hierbei der unerwartete Ausfall von Leon Goretzka gewesen sein. Der 21-Jährige, dessen Einsatz einen Tag zuvor noch als gesichert erschien, musste wegen muskulärer Probleme doch passen. Insgesamt veränderte Weinzierl seine Mannschaft im Vergleich zum Spiel bei Hertha BSC auf vier Positionen: Neben Goretzka rutschten Benjamin Stambouli Matija Nastasic und Breel Embolo aus der Startelf, dafür kamen Johannes Geis, Max Meyer, Alessandro Schöpf und Sascha Riether.

Ratlosigkeit pur! Bilder der Schalker Pleite gegen Köln

In der Anfangsphase der Partie war die Verunsicherung der Schalker fast mit Händen zu greifen. Die Nullinger der Liga (null Punkte, null Tore) waren nach dem Rückschlag in Berlin, als zwei katastrophale Patzer zu zwei Gegentoren geführt hatten, vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu produzieren. So entwickelte sich das Spiel nur langsam, Torszenen blieben Mangelware.

Huntelaar erzielt ersten Schalker Treffer

Die personellen Umstellungen Weinzierls zeigten nach gut 20 Minuten Wirkung. Vor allem Riether und Schöpf auf der rechten Seite kamen von Minute zu Minute besser in Schwung. Der endgültige Weckruf für die Schalker war eine Chance von Nabil Bentaleb in der 29. Minute, als der Neuzugang einen Flanke von Schöpf von der Strafraumgrenze aufs Tor drosch, der Ball jedoch durch Kölns Kapitän Matthias Lehmann abgefälscht wurde.

Kurz darauf war es so weit, das erste Schalker Tor der neuen Saison war gefallen: Einen Schuss von Eric Maxim Choupo-Moting wehrte FC-Keeper Timo Horn mit Mühe ab, um sich Sekundenbruchteile später doch geschlagen zu geben: Die Kölner schafften es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu bekommen, Bentalep schob schön in die Gasse zu Klaas-Jan Huntelaar, der per Lupfer zum 1:0 traf (36.) – die Arena erbebte in ihren Grundfesten.

Köln schlägt postwendend zurück

Doch der FC schlug postwendend zurück: Nur eine Minute später glich Yuya Osako nach schöner Vorlage von Anthony Modeste mit einem strammen Schuss aus 17 Metern aus (38.). Es war letztlich der verdiente Ausgleich für eine gut organisierte Kölner Mannschaft.

Das Spiel blieb eng, auch im zweiten Durchgang. Und wurde bestimmt durch die beiden stabilen Defensivreihen. Bis zur 77. Minute: Just in dem Moment, als Weinzierl Breel Embolo als weitere Offensivkraft einwechseln wollte, trafen die Kölner Schalke ins Herz. Konstantin Rausch spielte von links den völlig freistehenden Anthony Modeste an, der cool zur Kölner Führung einschob (77.). Und es kam noch schlimmer: In der 84. Minute narrte Salih Öczan die völlig in dieser Szene völlig indisponierten Naldo und Riether, passte in die Mitte, wo Simon Zoller lauerte und zum 3:1 für Köln traf. Da war der Abend für den Schalker Anhang endgültig verhagelt. Und es wird spannend werden zu beobachten, wie viel Geduld die Fans der Blauweißen noch aufbringen.

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Quelle: wa.de

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