Viel Licht, aber auch Schatten

Die Erkenntnisse aus dem Schalker Trainingslager in Mittersill

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Eine Woche lang trainierte Schalke 04 in Mittersill.

Mittersill - Sieben Tage lang hat Schalke 04 im Trainingslager in Mittersill gearbeitet. Die Tendenz bei Königsblau stimmt, aber es gibt auch Schatten. Die Erkenntnisse aus Österreich.

Markus Weinzierl wirkte zufrieden. „Die Jungs haben ordentlich Gas gegeben und voll mitgezogen“ urteilte Schalkes Trainer zum Abschluss des Trainingslagers in Mittersill, das seine Trupe mit einem 3:1-Sieg gegen den AC Florenz beendete; „Wir machen so weiter.“ Tatsächlich wirkt S04 auf dem richtigen Weg, allerdings drückt der Schuh noch an einigen stellen. Die Erkenntnisse aus dem Trainingslager in Österreich:

Der Coke-Schock

Voller Tatendrang war Coke in Mittersill angereist, nur einen Tag später der Schock: Der Spanier verletzte sich im Test gegen Bologna schwer am Kreuzband und fällt mindestens die gesamte Hinrunde aus. „Wir waren alle geschockt, dass es gleich am ersten Tag passiert ist“, erklärt Kapitän Benedikt Höwedes: „Man holt ja Spieler mit der Intention, dass sie uns weiter bringen.

Eine großes Familien-Gefühl

Auf Schalke wächst etwas zusammen. Die Truppe präsentierte sich als verschworener Haufen – auf und neben dem Platz. Wie sehr die Mannschaft zusammenhält, hat sie eindrucksvoll bei Coke bewiesen. Der Klub produzierte für den Spanier ein fast vierminütiges Video, in denen Mannschaft, Mitarbeiterstab und Fans ihre Genesungswünsche übermittelten. „Wir versuchen alles, damit er sich in Deutschland wohl fühlen wird“, beteuert Kapitän Benedikt Höwedes: „Wir sind eine Familie.“

Auf die Ausdauer kommt es an

Weinzierl legt großen Wert auf Kondition. Die wird nötig sein, um seine Spielphilosophie durchzusetzen. Mutig und frech soll der Fußball auf Schalke künftig aussehen. Daher nahm der Coach auch keine große Rücksicht auf die Tests gegen Bologna und Florenz. Die Intensität in den Einheiten war stets hoch und nötig für den Spielstil mit Pressing und schnellem Umschalten. „Wir wollen aus der geordneten Formation heraus die Bälle erobern, die Lücken beim Gegner ausnutzen und in die Tiefe spielen“, fasst Alessandro Schöpf zusammen. Erste Ansätze waren zu sehen beim 2:1 gegen Bologna, als Junior Caicara mit einer Flanke von rechts die Führung durch Franco Di Santo vorbereitet hatte.

Der Kader ist noch zu dünn

Abdul Rahman Baba, Sead Kolasinac und auch Dennis Aogo können als Linksverteidiger auflaufen, auf der rechten Seite gilt das gleiche für Sascha Riether, Junior Caicara und den verletzten Neuzugang Coke. „Unser Anspruch soll und muss es sein, auf allen Position in guter Qualität doppelt besetzt zu sein“, betont Manager Christian Heidel. Das gilt jedoch nicht für jeden Bereich. Vor allem auf den offensiven Flügeln stehen mit Eric Maxim Choupo-Moting und Breel Embolo zur zwei Kräfte zur Verfügung. Max Meyer und Alessandro Schöpf sollen ihre Stärken eher im Zentrum auf den Rasen bringen. Daher muss noch mindestens ein Neuer für die Offensive kommen. Angesichts der Dreifachbelastung hätte Weinzierl auch nichts gegen einen weiteren Spieler. Auch ein Sechser soll noch her – muss es auch. Dieser soll ein ganz besonderer Spielertyp sein. Wichtigste Eigenschaft: Er muss die Qualitäten eines klassischen Abräumers haben als.

Taktische Variabilität

Mit dem 4-2-3-1-System sind die Schalker bestens vertraut, unter Weinzierl kam auch schon das 4-4-2 zum Einsatz. Aber das taktische Repertoire ist noch größer: Beim 3:1 gegen Florenz stellte der Coach zur Pause auf die 3-4-3-Formation samt Dreierkette um. „Wenn es der Gegner verlangt, wollen wir das spielen können“, so der S04-Coach. Florenz war vor allem zum Ende der ersten Halbzeit immer besser ins Spiel gekommen „und wir standen nicht mehr so gut. Durch die Umstellung war es dann besser.“ Klar funktionierten noch nicht alle Mechanismen, dennoch erwies sich diese Ausrichtung bereits als ernsthafte Option für die Saison.

Quelle: wa.de

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