Der Niederländer ist jetzt gefordert

Darum kann Huntelaar Embolo nicht adäquat ersetzen

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Klaas-Jan Huntelaar.

Gelsenkirchen/Hamm - Nach der Verletzung von Breel Embolo kommt es bei Schalke 04 nun wieder auf Klaas-Jan Huntelaar an. Doch der Niederländer kann dem 19-Jährigen nicht in allen Bereichen ersetzen.

Es war sicher keine einfache Zeit für Klaas-Jan Huntelaar. Eine Erkältung hatte dafür gesorgt, dass der Stürmer von Schalke 04 aussetzen musste. Trainer Markus Weinzierl beorderte fortan 22-Millionen-Mann Breel Embolo in die Spitze – und mit ihm fanden die Königsblauen in die Erfolgsspur.

Parallel dazu auch der junge Schweizer selbst, der nach leichten Anlaufschwierigkeiten mit seinen ersten Toren für Schalke glänzte und dabei den wieder genesenen Huntelaar auf die Bank verdrängte. Weinzierl hatte scheinbar die richtige Mischung gefunden und erst einmal keinen Grund, an dieser Ausrichtung etwas zu ändern – bis sich Embolo beim 1:1 in Augsburg verletzte: komplizierte Fraktur des Sprunggelenks, gebrochenes Wadenbein, Riss der Syndesmose und des Innenbandes. Bis zu sechs Monate Pause.

Plötzlich rückt also wieder Huntelaar den Fokus. Es kommt wieder auf ihn an, dass die blau-weiße Tormaschine weiter in Betrieb bleibt. Dabei muss der 33-Jährige beweisen, dass er nach wie vor für Treffer gut ist. Jetzt ist Schalke wieder auf den Niederländer angewiesen, beginnend mit dem Auswärtsspiel in der Europa League am Donnerstag bei FK Krasnodar (19 Uhr bei uns im Live-Ticker).

Embolo Schalkes erster Verteidiger

Nominell mag Stürmer für Stürmer auflaufen. Aber in diesem Fall ist es nicht so einfach, wie es klingt. Embolo ist für Weinzierl mehr als ein Angreifer. Er ist in seinem System der erste, der Defensivarbeit verrichtet. "Wenn wir offensiv verteidigen wollen, ist der erste Verteidiger der Stürmer. Das macht Breel überragend", sagte Manager Christian Heidel nach dem 4:0 gegen Mönchengladbach, als Embolo nicht nur als Doppel-Torschütze glänzte, sondern mit seinem frühen Attackieren einmal mehr die meisten Zweikämpfe in den Reihen der Schalke geführt und gewonnen hatte.

Bilder von Schalkes Remis in Augsburg

Dass Huntelaar ein anderer Spielertyp ist, zeigte allein die Partie in Augsburg: Bis zu seiner Auswechslung in der 24. Minute entschied Embolo neun Zweikämpfe für sich, der "Hunter" kam in den übrigen 65 Minuten lediglich auf sieben.

Defensiv-Aufgaben müssen breiter verteilt werden

Diese Defensiv-Aufgaben müssen auf Schalke nun auf mehrere Schultern unter den Offensiv-Akteuren aufgeteilt werden. Allein aus diesem Grund kann Huntelaar den 19-jährigen Schweizer nicht adäquat ersetzen. Er ist viel mehr auf Pässe seiner Teamkollegen angewiesen. Einer, der die Bälle vorne in klassischer Stürmer-Manier abnimmt und im Idealfall verwertet. Auch wenn das zuletzt weniger der Fall gewesen war: In sechs Liga-Einsätzen erzielte er bislang nur einen Treffer. Zu wenig für einen Angreifer solcher Klasse.

Das Vertrauen seines Trainers hat er allerdings nicht verloren – auch wenn er Huntelaar nicht immer von Beginn an gebracht hatte. Weinzierl betonte immer wieder, die Mannschaft auch nach den Stärken des Gegners aufzustellen. Dabei müsse er eben harte Entscheidungen treffen. Und dennoch: "Wir haben uns eine Struktur erarbeitet, in der er zu den Führungsspielern zählt", sagte der Schalker Coach jüngst über den 33-Jährigen. Zumal Huntelaar im Vorfeld der Saison ein wichtiger Baustein in den Planungen des Coaches gewesen war. Nicht nur deswegen kam ein Wechsel für den Stürmer nicht infrage. "Ich bin schon so lange hier und will weitermachen, noch so viel wie möglich rausholen", sagte Huntelaar damals. Und genau darauf kommt es jetzt an.

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Quelle: wa.de

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