TRIATHLON Frank Jacobs will in der Hauptstadt gleich nächste Punktlandung schaffen. Belohnung: Eis und trainingsfreie Woche

Mit Hochgefühl von Roth in die Liga und nach Berlin

519.07.10|LokalsportFacebook
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ALTENA ▪ Mit einer großen Portion Eis hat Frank Jacobs gestern Mittag seinen Körper von innen abgekühlt. Die süße Kalorienbombe im Beisein von Freundin Nicole war die Belohnung für seine furiose Leistung am Sonntag beim „9. Challenge Roth“ über die Ironman-Distanz, den der 33-Jährige – wie bereits berichtet – in 9:59:59 Stunden gefinisht hatte.

Frank Jacobs meisterte die Radstrecke trotz Schmerzen.

Frank Jacobs meisterte die Radstrecke trotz Schmerzen.

Damit gelang dem Triathleten des RC Lüdenscheid II die angestrebte Punktlandung unterhalb der magischen Zehn-Stunden-Marke, die im wahrsten Sinne des Wortes zwischenzeitlich auf wackeligen Füßen gestanden hatte. „Beim Fahrradfahren hatte ich über die kompletten 180 Kilometer Schmerzen in der linken Kniekehle, konnte nur rechts richtig in die Pedale treten. Ich hatte echt Angst, dass ich beim Laufen aus dem Wettbewerb gehen müsste“, berichtete Jacobs.

Stattdessen lief er nach einem perfekten, nur 75-sekündigen zweiten Aufenthalt in der Wechselzone (der erste Wechsel war mit 3:31 Minuten auch schon fast zwei schneller als 2009) im Höllentempo von 4:30 Minuten pro Kilometer den Marathon an. „Dann aber fing das Unheil an. Schon bei Kilometer 15 ging nichts mehr, hinten heraus die letzten 20 Kilometer habe ich nur noch gekämpft und war sicher, dass sich das mit der Zeit unter zehn Stunden erledigt hätte“, so Jacobs.

Die Wende kam vor den letzten zwölf Kilometern: „Da hatte ich quasi noch eine Stunde Zeit und habe mir gesagt: ,Das läufst du im Training immer!‘ Und es hat geklappt“, erlebte der Nachrodter seinen zweiten Frühling auf der Laufstrecke. Selbst das finale Kopfsteinpflaster meisterte er, stolperte nach einem echten Zielsprint quasi über die Linie – und sah beim Blick auf die Uhr eine Gesamtzeit von 10:00:01 Stunden. „Ich war sponatn echt enttäuscht, aber dann rief meine Freundin mir schon zu, dass es gepasst hätte – Wahnsinn“, kannte Jacobs‘ Begeisterung keine Grenzen mehr.

In der WM-Wertung der „Firefighter“ landete der Berufsfeuerwehrmann aus Altena auf dem 19. Platz der Gesamtwertung und auf dem erhofften Rang fünf der Altersklasse M30 – also noch eine Punktlandung.

Seine Vereinskameraden vom RC Lüdenscheid verfolgten das Renngeschehen übrigens ebenso zuhause im Internet wie der Breckerfelder Diplom-Sportlehrer Florian Hanakam, der Jacobs seinen Trainingsplan erstellt hatte. „Es ist ungalublich schön zu sehen, wer über so viele Stunden mitgefiebert hat“, gab der Nachrodter zu, der das Erlebnis Triathlon in Roth („Top organisiert, eine Riesen-Atmosphäre im rappelvollen Stadion!“) in vollen Zügen genoss, diesmal auch nicht das Feuerwerk und den Einlauf der letzten aktiven Sportler nach 16:35 Stunden (!) verschlief.

Am Sonntag um 3.30 Uhr hatte nach nur drei Stunden Schlaf der Wecker geklingelt, ein halbes Weißbrot und einen Pott Kaffee bekam Jacobs herunter. Um 5.30 Uhr war er bereits am Start, nach einer letzten Konzentrationsphase („Ich wurde immer kribbeliger“) ging‘s in den 22 Grad warmen Main-Donau-Kanal. „Ich habe schnell meinen Rhythmus gefunden, war zehn Minuten schneller als letztes Jahr. Damit hatte ich nicht gerechnet“, so Jacobs.

Der reiste gestern vor der Siegerehrung ab. „Ich mache jetzt eine Woche Pause, in drei Wochen geht es in der Liga in Rheine und die Woche drauf über die Mitteldistanz in Hückeswagen weiter. Dann geht‘s zum Urlaub in die Lüneburger Heide. Und in acht Wochen will ich beim Berlin-Marathon die drei Stunden knacken, was ich in Köln ja noch verpasst habe. Das wird ein Highlight – und so, wie ich drauf bin, packe ich das!“ Wer mag es bezweifeln?

Von Lars Becker

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