Turnen, erstes WTB-Liga-Wochenende

STV mit dem dritten Platz auf Kurs

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Starke Bodenübung: Finja Hertrampf.

Rheda - Der Schalksmühler TV hat in der Landesliga 1 in Rheda einen guten Saisonstart hingelegt: Im ersten Wettkampf belegte das Team von Cheftrainer Jochen Gerlach den dritten Platz und steuert damit Kurs auf den Klassenerhalt. Der TSV Kierspe wurde am Sonntagnachmittag in der Landesliga 2 Siebter im Feld der acht Riegen, dürfte somit perspektivisch für die Abstiegsrelegation planen.

Im Lager des STV herrschte nach großer Anspannung am Ende Erleichterung. „Ich bin sehr zufrieden“, stellte Jochen Gerlach nach einem aufregenden Wettkampf fest, bei dem längst nicht alles geklappt hatte – unterm Strich aber waren nur der TV Jahn Bad Lippspringe als Tagessieger und der TV Ibbenbüren II besser als das STV-Team, das u.a. den stark eingeschätzten TuS Wüllen II (4.) hinter sich ließ. Am Sprung hatte die Riege trotz merkbarer Anspannung einen guten Einstand geschafft (höchste Wertung: Tingni Lu/12,25). 

Am Stufenbarren allerdings folgten kleine Rückschläge: Claudia Raczek verpatzte den Holmwechsel und lieferte an diesem Gerät am Ende sogar die Streichwertung. Auch der Schwebebalken brachte den STV nicht entscheidend voran. Jede Turnerin musste das Gerät einmal verlassen, Lina Chiduck verpatzte ihre Übung komplett und lieferte das Streichergebnis – ein Schachzug indes hatte sich für Jochen Gerlach am Ende voll ausgezahlt: Gerlach hatte Milena Flechsler als vierte Turnerin gebracht an Stelle von Tingni Lu – und die junge Lüdenscheiderin gab ihm mit der höchsten Wertung an diesem Gerät (10,65) recht. 

Starker STV-Auftritt am Boden

Gleichwohl bedurfte es noch eines kollektiven Ausreißers nach oben – und den sollte der Boden zum Abschluss bringen: Mit 38,65 Punkten holte der STV hier trotz der etwas missglückten Übung von Raczek mehr Punkte als jedes andere Team. Lina Chiduck (13,1) turnte sogar die zweitbeste Bodenkür aller Landesliga-1-Turnerinnen an diesem Tag, Tingni Lu (13,0) die drittbeste. „Tingni habe ich am Boden noch nie so stark gesehen“, freute sich Gerlach für seinen Schützling. 

Unterm Strich stand so der dritte Platz – 1,1 Punkte Rückstand zum Zweiten, 1,2 Punkte Vorsprung auf den Vierten. Wenn die Riege am zweiten und dritten Wettkampftag die Gesamtleistung bestätigt, sollte der Erhalt der Landesliga 1 somit ein sehr realistisches Ziel sein. 

Die Ergebnisse des Schalksmühler TV (137,20 Punkte) – Sprung (36,30): Tingni Lu 12,25; Claudia Raczek 12,10; Lina Chiduck 11,95; (Milena Flechsler 11,55); Stufenbarren (31,45): Lina Chiduck 11,40; Jana Simroth 10,40; Tingni Lu 9,65; (Claudia Raczek 8,90); Schwebebalken (30,80): Milena Flechsler 10,65; Jana Simroth 10,10; Claudia Raczek 10,05; (Lina Chiduck 9,30);Boden (38,65): Lina Chiduck 13,10; Tingni Lu 13,0; Jana Simroth 12,55; (Claudia Raczek 11,65) 

Unheimliches enges Rennen in der Landesliga 2

Der TSV Kierspe startete am Nachmittag am Schwebebalken in sein Landesliga-2-Comeback: Es war ein Start mit Licht und Schatten. Sofie Waimann und Finja Hertrampf turnten ohne Abgang durch und erhielten gute Noten. Ronja Werkshage musste einmal vom Gerät, verpatzte die Rückwärtsrolle – sie ließ hier rund 1,5 Punkte liegen. Bitter in der Endabrechnung einer ganz engen Liga. Kristin Hütz startete hier trotz ihrer Handgelenks-Verletzung, lieferte mit abgespeckter Übung aber das Streichresultat. 

Am Boden folgte dergestalt ein Rückschlag, dass bei Dana Hütz beim Einturnen eine alte Fußverletzung aufbrach. In Windeseile sprang Sina Hertrampf ein und lieferte hinter ihrer Schwester Finja (12,2) mit einer 12,0-Wertung das zweitbeste Resultat für den TSV. Hier wurden die einfachen, aber sauberen Übungen diesmal höher bewertet als die schwierigeren von Ronja Werkshage und Sofie Waimann, die deutliche Abzüge erhielten. Nach einer ordentlichen Teamleistung am Sprung ging der Wettkampf am Stufenbarren zu Ende – und zwar bitter für den TSV. An diesem Gerät fehlte mit Ausnahme von Sofie Waimann allen Kiersper Turnerinnen durch den fehlenden Holmwechsel eine Anforderung. 

Britta Hütz: "Der Wettkampf war in Ordnung"

Die niedrigeren Ausgangswerte schlugen sich im Teamergebnis drastisch nieder, zumal Waimann den Holmwechsel auch nicht sauber durchturnte und somit an diesem Gerät und im Vierkampf knapp hinter Ronja Werkshage lag. Auf jeden Fall stellte der TSV am Stufenbarren nur das siebtbeste Team. Am Sprung (4.), Balken (3.) und Boden (5.) war das anders gewesen. Weil das Feld indes so eng war, schlugen die fehlenden Punkte hier besonders zu Buche. Im Gesamtergebnis reichte es nur zu Rang sieben. Den Tagessieg feierte der Linden-Dahlhauser TV vor dem KTV Bielefeld und der TG Schildesche. 

„Mit den 1,5 Punkten von Ronja am Balken mehr wären wir sicher Fünfter, vielleicht sogar Vierter gewesen“, stellte Trainerin Britta Hütz mit Blick auf die gerade 1,6 Zähler Rückstand auf den Rangvierten SVC Laggenbeck II fest – kein Beinbruch jedoch. „Platz eins oder zwei sind unrealistisch“, sagt Britta Hütz, „alle anderen Mannschaften müssen in die Relegation. Unser Wettkampf war in Ordnung. Die Übungen haben gut geklappt. Ich denke, wir können zufrieden sein.“ 

Die Ergebnisse des TSV Kierspe (139,40 Punkte) – Sprung (36,65): Sofie Waimann 12,25; Finja Hertrampf 12,25; Ronja Werkshage 12,15; (Sina Hertrampf 11,85); Stufenbarren (33,50): Ronja Werkshage 11,50; Sofie Waimann 11,05; Dana Hütz 10,95; (Maike Thran 10,90);Schwebebalken (33,20): Sofie Waimann 11,25; Ronja Werkshage 11,25; Finja Hertrampf 10,70; Kristin Hütz 10,15; Boden (36,05): Finja Hertrampf 12,20; Sina Hertrampf 12,00; Sofie Waimann 11,85; (Ronja Werkshage 11,70)

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