Turnen, Männer-Oberliga

Der TSV und die Option Titel-Hattrick

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Allrounder an der Spitze der Kiersper Oberliga-Riege, die zuletzt zweimal den Titel in der NRW-weiten Oberliga gewonnen hat: der Lüdenscheider Kevin Meisel ist auch in diesem Jahr wieder gesetzt.

Kierspe - Der Meister der vergangenen beiden Jahre durfte zum Auftakt noch Zuschauen: Am Wochenende startete die Turn-Oberliga der Männer, doch der TSV Kierspe ist erstmals erst am Samstag gefordert, wenn um 16 Uhr der KTS Mettingen in der Halle der Bismarckgrundschule am Büscherweg in Kierspe seine Visitenkarte abgeben wird.

Es ist eine Art lockerer Aufgalopp für die Schützlinge von Trainer Uwe Hütz, denn der Kiersper Trainer teilt das Feld der TSV-Gegner in zwei Hälften ein: Zum einen jene drei Mannschaften, gegen die es eng werden könnte. Und dann in die drei anderen Riegen, die der TSV eigentlich sicher beherrschen müsste. Die Mettinger gehören zur zweiten Sorte. Im Normalfall dürfte der Titelverteidiger gegen die Turner aus dem Tecklenburger Land nichts anbrennen lassen. 

Wobei die Saison eine spannende und mitunter knifflige werden könnte. Der TV Isselhorst gehörte schon 2015 zu den sehr ernstzunehmenden Gegnern. Bei der zweiten Riege des Turnzentrums Bochum/Witten von der Harpener Heide weiß man nie, was auf einen zukommt. 22 Turner haben die Bochumer auf ihrem Zettel stehen – viele junge, aufstrebende Talente, so dass das TZ an einem guten Tag jeden Gegner schlagen kann. Und dann ist da noch der SuS Stadtlohn als starker Aufsteiger dabei. „Die Stadtlohner wären eigentlich schon ein Jahr vorher sicher aufgestiegen, haben da aber den Wettkampf gegen Bochum II nicht ernst genommen und verloren“, sagt Hütz, „sie haben eine ganz starke Mannschaft, die vorne mitmischen dürfte.“ 

So teilt sich die Saison für Kierspe nicht nur in zwei Gruppen von Gegnern, sondern auch in zwei Hälften: Erst geht es gegen Mettingen, Iserlohn und das vielleicht schwächste Team der Liga aus Wanheimerort (Duisburg). In der zweiten Saisonhälfte ab dem 29. Oktober aber warten die Wettkämpfe, in denen immer alles passieren kann, in denen es so richtig um die Wurst geht. 

Die Hütz-Riege hat also ein bisschen Zeit, die Defizite der Vorbereitung aufzuarbeiten. Die Vorbereitung nämlich war keine so gute, was vornehmlich daran lag, dass die Trainingsstätte am Büscherweg für vier Wochen gar nicht zur Verfügung stand. Die alten Glasbausteine an beiden Längsseiten der Halle sind durch schöne Fensterfronten ersetzt worden, die die Halle nun selbst fürs Turnen mitunter fast ein bisschen zu hell machen. Einen neuen Anstrich und eine erfolgreiche Bekämpfung von Schimmel hat es auch gegeben, so dass die Sportstätte in neuem Glanz erstrahlt. 

Schlechte Trainingsmöglichkeiten in der Vorbereitung

Für die TSV-Turner allerdings bedeutete dies, dass sie umziehen mussten. Einige Geräte haben sie in die Jahnhalle am Haunerbusch gebracht – Training ist hier möglich, aber eben nicht ideal. Für den Sprung zum Beispiel fehlt ein ausreichender Anlauf. Ergänzend ist das Team allerdings auch in Trainingszentrum in Dreis-Tiefenbach ins Siegerland gefahren. Zum Start muss Trainer Uwe Hütz nun personell ein wenig improvisieren, denn Reck-Spezialist Ben Gossow ist noch im Urlaub, Alexander Schröder ebenso verhindert wie Florian Klein (studienbedingt), und auch hinter dem Einsatz von Kevin Meisel steht beruflich bedingt noch ein Fragezeichen. 

Groß ist der Kiersper Kader allerdings, er dürfte dies auffangen können, wobei es wie zuletzt eine große Bastelei für den Trainer wird, aus dem unveränderten Kader die Schwellenturner zwischen Landes- und Oberliga (Bornträger, Kuhbier, Scholz, Klein, Staack) so dosiert einzusetzen, dass sie im Frühjahr 2017 auch noch für die Landesliga zur Verfügung stehen. Für Stephan Jatzkowski gilt diese Vorsicht, ihn nicht festturnen zu wollen, nicht mehr. Der Routinier hat ja eigentlich bereits seine letzte Saison in der Landesliga geturnt. Nun allerdings folgt noch die allerletzte Saison. 

„Mit einer Saison in der Landesliga aufzuhören – das haben wir ihm ausgeredet“, sagt Uwe Hütz und lacht. Der „Beppo“ macht nun noch ein halbes Jahr, nicht mehr an den Ringen zwar, aber am Reck und am Barren soll er noch mal turnen. Und wenn alles sehr gut läuft und der Kiersper Riege am Ende gar der Titel-Hattrick in der Oberliga gelingen sollte, dann wäre es für ihn ein umso schönerer Abschied von den Geräten. 

Der Kader des TSV Kierspe: Birk-Ole Bornträger, Jonathan Kuhbier, Tobias Göhner, Tobias Langwald, Hendrik Wünsch, Steffen Berg, Kevin Meisel, Stephan Jatzkowski, Rainer Weiter, Benjamin Gossow, André Bienlein, Florian Klein, Sam Scholz, Konrad Brandts, Hendrik Staack 

Die Saisontermine: TSV Kierspe – KTS Mettingen (10. September, 16 Uhr); TSV Kierspe – KTV Iserlohn (17. September, 16 Uhr); TV Wanheimerort – TSV Kierspe (1. Oktober, 15 Uhr); TZ Bochum/Witten II – TSV Kierspe (29. Oktober, 17 Uhr); TV Kierspe – TV Isselhorst (12. November, 18 Uhr); SuS Stadtlohn – TSV Kierspe (19. November, 15 Uhr)

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