Dörmbach beim Ironman in Frankfurt am Start

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Triathlet René Dörmbach vom RC Lüdenscheid startet am Sonntag beim Ironman in Frankfurt.

Lüdenscheid - Es war der 24. Juli 2011: Als Sechster seiner damaligen Altersklasse 25-29 erreichte René Dörmbach beim Ironman Frankfurt nach 9:26,18 Stunden das Ziel, hatte sich damit für den Ironman Hawaii qualifiziert – ein Traum war in Erfüllung gegangen.

Und den Traum lebte der Ausdauersportler auf der Pazifikinsel im Oktober weiter, finishte bei den Weltmeisterschaften als 207. der Gesamtwertung in 9:34,27 Stunden. „Hawaii 2011, ein (hoffentlich nicht) einmaliges Erlebnis“, resümierte der für den RC Lüdenscheid startende Frielingsdorfer schon damals – jetzt, rund fünf Jahre später, möchte der mittlerweile 33-Jährige daran arbeiten, die Einmaligkeit auszulöschen. Und das nach einer Saison 2015, die die bis dato erfolgreichste für Dörmbach war.

Mit der Mannschaft des RC Lüdenscheid schaffte er den Aufstieg in die Regionalliga, bei Individualwettkämpfen holte er sich den Deutschen Meistertitel über die Kurzdistanz mit der schnellsten Zeit aller Altersklassen, dazu wurde er in seiner AK 30-34 Deutscher Vizemeister beim Ironman 70.3 in Kraichgau. Allerdings: ein kleiner Makel blieb. Denn beim Ironman in Maastricht in den Niederlanden streckte der Frielingsdorfer im August während des Laufens die Waffen, „beim vorangegangenen Radsplit habe ich mich wohl ein wenig übernommen“, so Dörmbach. Dass er sich in diesem Jahr bei Wettkämpfen eher rar gemacht hat – absolviert hat er lediglich zwei Kurzdistanzen im Mai in Buschhütten und Gütersloh – hat ausschließlich mit seiner Saisonplanung zu tun, die komplett auf den 3. Juli, also kommenden Sonntag ausgerichtet ist. Dann steht der Ironman Frankfurt auf dem Programm, der zugleich als Europameisterschaft und erstmals auch als Deutsche Meisterschaft für alle Klassen ausgeschrieben ist.

Monatelange Vorbereitung

Und für diesen Tag, der in aller Frühe mit einem 3,8 km langen Schwimmsplit im Langener Waldsee beginnt, mit einer anspruchsvollen Zwei-Runden-Radstrecke über 180 km fortgesetzt wird und mit einem flachen, vierrundigen Laufsplit über die Marathondistanz von 42,195 km endet, hat der 32-Jährige seit Monaten geschuftet. In Zahlen: im Schnitt sechs Mal die Woche mit einem zeitlichen Aufwand von rund 20 Stunden. Die Vorbereitung mit großen Umfängen und einigen simulierten Wettkämpfen während der Trainingseinheiten ist nunmehr abgeschlossen, und das Fazit von Dörmbach fällt positiv aus: „Ich bin gut über den Winter und Frühling gekommen, das Trainingslager im März auf Mallorca verlief voll nach Plan, lediglich der Bruch einer Rippe hat mich kurzfristig behindert.“ Die Verletzung zog er sich allerdings nicht bei der Ausübung seines Hobbys zu, sondern als „Vorturner“ im Sportunterricht, ist Dörmbach doch als Lehrer am Berufskolleg Dieringhausen tätig. Aktuell ist er fast minütlich damit beschäftigt, den Wetterbericht für Sonntag zu studieren („Am liebsten wäre mir trockenes und richtig warmes Wetter“), an eine mögliche Hawaii-Qualifikation hingegen verschwendet er nicht einen Gedanken. „Für mich geht es erst einmal darum, wieder eine Langdistanz mit einem guten Gefühl zu beenden. Bei meinen letzten Starts habe ich den Radsplit wohl zu aggressiv in Angriff genommen und habe mich beim Laufen schon nach wenigen Kilometern total kaputt gefühlt“, genießt das Finishen oberste Priorität.

Wenn dann noch eine neue Bestzeit für Frankfurt herausspringen würde, wäre Dörmbach schon sehr zufrieden, hält eine WM-Qualifikation momentan eher für unrealistisch: „Es werden in meiner Altersklasse voraussichtlich sieben Startplätze für Hawaii vergeben. Und wenn ich mir die Ergebnislisten der letzten Jahre ansehe, war dafür immer eine Zeit zwischen 9 und 9:10 Stunden nötig. Meine absolute Bestzeit datiert aus dem Jahr 2014 in Barcelona mit 9:11 Stunden, wo die Radstrecke aber flach und dementsprechend schnell war. Von daher wird das ganz, ganz schwer, aber wie gesagt: Ich gehe mit großer Vorfreude an die Sache heran und möchte trotz aller Strapazen Spaß haben. Der Rest wird sich dann zeigen.“

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