Unverhoffte WM-Qualifikation für Markus Gärtner

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Markus Gärtner schaffte die WM-Qualifikation, sagte seinen Start aber ab.

Herscheid - Dass der Herscheider  Markus Gärtner auch nach seinem Start im Herbst letzten Jahres auf Kona/Hawaii noch in einer beeindruckenden körperlichen Verfassung ist, ist für viele keine Besonderheit. Doch was der Herscheider beim „Ironman 70.3 Luxembourg“ ablieferte, war beeindruckend.

Am Ende stand für ihn sogar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Beim Ligastart in Harsewinkel musste die Nummer eins von TriSpeed Herscheid noch bangen, angesichts enormen Kräfteverschleißes und Unterzuckerung aus dem Rennen genommen zu werden. In Luxemburg ging Gärtner dann wieder mit einem guten Gefühl und fit an den Start, konnte aber nicht ahnen, was ihm später passieren sollte.

Die tagelangen Regenschauer ließen den Pegel der Mosel stark ansteigen. Die Organisatoren in Luxemburg waren daher gezwungen, aus dem eigentlichen Triathlon einen Duathlon zu machen. Statt des 1,9 Kilometer Schwimmsplits in der Mosel gab es zunächst einen 5-Kilometer-Lauf. Für den laufstarken Gärtner sicherlich nicht von Nachteil. Die 21:51 Minuten über die 5 Kilometer bedeuteten für den WM-Teilnehmer über die Langdistanz eine Platzierung im vorderen Feld und seine Paradedisziplin, das Radfahren, lag ja noch vor ihm. Und hier legte Gärtner los wie die Feuerwehr. Mit einem Schnitt von 40 km/h ging es über den ersten, flachen, Teilabschnitt. Dann führte die Strecke in die Weinberge, die eine imposante Kulisse um das Örtchen Remich bildeten. Doch für Sightseeing hatte Gärtner, der auch in den hügeligen Bereichen immer noch einen Schnitt von 35 km/h fuhr, keine Zeit. „Wenn es bergab in Kurven geht, oder in Orte, bin ich schon eine Schissbuchse. Da gehe ich sehr langsam in die Kurven. Da haben mich einige immer wieder überholt. Auf den langen Geraden hatte ich sie dann aber wieder ein“, so Gärtner zur eigenen Fahrweise.

Regen erschwert die Verhältnisse

Dazu kam, dass Regenschauer immer wieder die Strecke feucht hielten und die Athleten durchnässten. Nach 90 Kilometern im Sattel waren gerade einmal 2:21:19 Stunden vorbei (reine Radzeit) und es ging auf die Halbmarathonstrecke über 21 Kilometer. Gärtner befand sich im vorderen Feld und langsam wurde klar, dass er eine Top-Platzierung im vorderen Feld erreichen würde. Und auch auf dem letzten Teil des Dreikampfes zeigte der Herscheider keine Schwächen. 1:30:07 Stunden lief Gärtner zum Abschluss, 4:17:49 Stunden standen am Ende als Gesamtzeit im Zielbogen auf der Anzeige – Platz 72 unter fast 2000 Startern.

Aber es kam noch besser. In seiner Altersklasse 40-44 verfehlte Gärtner mit Rang vier nur knapp das Podest. Zur späteren Siegerehrung blieb Gärtner mit seiner Familie dennoch und erfuhr, dass er mit dieser Platzierungen einen der 30 Qualifikationsplätze für die Weltmeisterschaften in Noosa in Australien im September errungen hat. Doch das war absolut nicht der Sinn und Zweck Gärtners gewesen. Trotz des großen Anreizes sagte Gärtner seinen Quali-Platz ab, als er bei der Siegerehrung aufgerufen wurde. Herscheider verzichtet auf Australien-Start Eine Nominierung muss man umgehend bei der Siegerehrung annehmen, eine spätere Entscheidung ist nicht möglich. Eine erneute WM-Teilnahme, wenngleich über die halbe Strecke als beim Ironman auf Hawaii, ist aber mit ähnlich großem Aufwand verbunden und auch die Reise nach Australien ist nicht so einfach organisiert.

Daher sagte Gärtner seinen Platz ab, ein Nachrücker durfte sich dafür freuen. Vielleicht auch ein Dankeschön Gärtners an die Triathleten, die fast genau vor einem Jahr in Frankfurt ihren Quali-Platz ablehnten, und so der Herscheider den Platz für Hawaii errang. - vh

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