Große Aufregung nur vor dem Anpfiff 

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Mitunter zwar etwas beschwipst, aber gut gelaunt und völlig friedfertig nach dem  lautstarken Einmarsch ins Stadion: Die FSV-Fankolonie.  

Lüdenscheid - Die Teams taktisch diszipliniert von den Haar- bis in die Zehenspitzen, beiderseits vor allem gut organisierte Defensivreihen, die dem Gegner nur wenig Möglichkeiten einräumten – kein Wunder, dass es die beinahe größten Aufreger beim gutklassigen 0:0 im Bezirksligaspitzenspiel zwischen Rot-Weiß Lüdenscheid und dem FSV Gerlingen abseits des Platzes gab.

Der lautstarke Einzug der jungen Fankolonie aus dem Wendschen, die per Bus und nach „Tanz in den Mai“ und Anreise dementsprechend „vorgeglüht“ am Nattenberg auflief, setzte schnell erste Automatismen bei den im wahrsten Sinne des Wortes „gebrannten Kindern“ von Rot-Weiß in Gang. Als Böller gezündet wurden, informierte RW-Vorstandssprecher Michael Dregger die Polizei, rief sich Gerlingens Ordnungsdienstleiter Klaus Rademacher zur Seite und verstärkte die Reihe der Ordnungskräfte.

 Letztlich aber waren die FSV-Fans durchaus friedfertig, handelten für ein halbes Dutzend Kisten Gerstensaft beim RWL-Boss einen Rabatt gegen das Versprechen aus, Böller in der Tasche zu lassen und die Mannschaft wirklich nur anzufeuern. „Das haben sie dann ja auch ganz prima gemacht“, lobte Dregger den Gästefanblock, hätte sich nur gewünscht, vom Gast im Vorfeld über die stattliche Anzahl der FSV-Fans informiert zu werden.

 Flurschaden gab’s trotz friedlicher Stimmung dennoch zu registrieren, hatten die Gäste doch Aufkleber nicht nur durchs Stadiongelände geworfen, sondern auch auf Geländer, Kassenhäuschen und Werbebanden geklebt. RWL musste kostenpflichtig den STL anfordern und bei Renigung der Banden selbst Hand anlegen, die Rechnung wollen die Bergstädter auf den Bieberg weiterleiten.

 Im Grunde war aber fast alles friedlich rund um und wohl auch im Spitzenspiel, hätte Schiedsrichteryoungster Michael Grohs, der als eines der größten FLVW-Talente gilt, nicht ein bisschen viel Körperkontakt auf beiden Seiten durchgehen lassen. So legten beide Teams im Laufe der Partie immer noch ein bisschen zu, erst in Halbzeit zwei gab’s vier gelbe Karten, aber auch viele Nicht-Pfiffe, die die Übungsleiter am Rande manches Mal in Harnisch brachten.

 Im Übrigen waren sich Gästecoach Paul-Heinz Brüser und RWL-Trainer Marco Sadwoski bei der Spielanalyse weitgehend einig, lobten die gegnerische Ordnung und befanden das Ergebnis als letztlich „gerechtes Resultat.“ Ein ganz kleines bisschen hatte aber Marco Sadowski sein Team im Vorteil gesehen. „Ich denke, wir hatten doch ein kleines Chancenplus, vielleicht waren wir ein kleines Stück näher am Sieg. Aber die Jungens haben das prima gemacht.“

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