Saive-Brüder zünden Tischtennis-Feuerwerk

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Er war der Star des Abends: Jean-Michel Saive, ehemalige Nummer eins der Tischtennis-Welt, packte teilweise faszinierende Schläge aus und griff zusammen mit seinem Bruder tief in die Trickkiste.

Altena - Spektakuläre Ballwechsel an und auch jenseits der Platte, eine Prise artistischer Einlagen und ein kräftiger Schuss Humor waren die Zutaten, die aus dem Showkampf zwischen Jean-Michel und Philippe Saive am Sonntagabend in der Sauerlandhalle einen schmackhaften Leckerbissen machten. Die hoch dekorierten belgischen Tischtennis-Alleskönner servierten den rund 100 Zuschauern ein nahrhaftes Spektakel und packten dabei stets mit einem Augenzwinkern ganz tief in die Trickkiste.

Spätestens als der 25-fache belgische Meister Jean-Michel Saive mitten im Publikum stand und sich von dort aus mit seinem Bruder Philippe die Bälle zuspielte, war wohl auch der letzte Funke zwischen dem weltweit erfolgreichsten Geschwister-Paar und den Kiebitzen übergesprungen. Vor allem Jean-Michel Saive, der sieben Mal an Olympischen Spielen teilnahm, Europameister, Vizeweltmeister im Einzel und an der Seite seines Bruders auch mit der Mannschaft war, lief in der schwül-warmen Halle zur Höchstform auf. Die ehemalige Nummer eins der Welt packte teilweise faszinierende Schläge aus und jagte die kleine Kugel phasenweise außerhalb der „Box“ wieder auf den Tisch, auf dem er später auch stehend die Bälle retournierte. Die Saive-Brüder spielten zudem mal mit zwei Bällen gleichzeitig, mal mit Köpfchen oder Brust statt Schläger, mal liegend oder mal mit einem übergroßen Racket. Angereichert wurde die Show immer wieder mit lustigen Sprüchen oder gut dosierter Situationskomik. Dass auch der Nachwuchs des gastgebenden TTC Altena mit eingebunden wurde, rundete den eigentlichen Showkampf ab.

Bevor sich die Saive-Brüder aber gegenseitig die Bälle um die Ohren hauten, wurden sie von zwei Lokalmatadoren herausgefordert. TTC-Neuzugang Nils Maiwurm ließ im Duell gegen Philippe Saive sein Können aufblitzen. Der erst 16-jährige Neuenrader, der in der vergangenen Saison für die TTF Bönen in der Regionalliga aufschlug und in der kommenden Serie das Altenaer Oberliga-Team verstärken wird, unterlag zwar glatt in drei Sätzen, erntete für seinen starken Auftritt aber immer wieder Szenenapplaus.

Höchst unterhaltsam war auch das Duell zwischen der 46-jährigen Tischtennis-Ikone Jean-Michel Saive und der deutschen Tischtennis-Legende Wilfried Lieck. Altenas Altmeister unterlag denkbar knapp erst im Entscheidungssatz, spielte einmal mehr auf hervorragendem Niveau. Der 70-Jährige gewann den zweiten und vierten Satz, verspielte im dritten Durchgang allerdings auch gleich drei Satzbälle. Freilich war das Ergebnis an diesem Abend aber ausnahmsweise mal völlig zweitrangig.

Im Rahmen des von TTC-Vorstandsmitglied Ralf Springob moderierten Spektakels ließen es sich die Burgstädter nicht nehmen, nach Nils Maiworm den zweiten Neuzugang für die Oberliga-Saison 2016/17 zu präsentieren. Mit Krisztian Katus kehrt ein guter Bekannter zum TTC zurück. Der ungarische Nationalspieler spielt seit 2007 in Deutschland. Über den TV Leiselheim, für den er in der Regionalliga und der 2. Bundesliga aktiv war, kam er 2010/2011 erstmals nach Altena.

In seiner ersten Saison im Lennetal verpasste Katus mit dem Team knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mit einem Punkt Rückstand auf den Meister der Regionalliga West, dem TuS Neviges, wurde man seinerzeit Zweiter. Auch in der folgenden Saison wurde Katus mit dem TTC „nur“ Vize, allerdings berechtigte Rang zwei in der Saison 2011/2012 zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Über den TTS Detmold (Regionalliga und Oberliga), den TTC Zugbrücke Grenzau II (Meister in der Regionalliga) und zuletzt dem Gießener SV, wo er in der Oberliga-Hessen am oberen Paarkreuz eine 27:9-Bilanz erspielte, führt der Weg von Krisztian Katus nun also nach Altena zurück. Im Oberliga-Team wird der Ungar neuer Spitzenspieler, Ara Karakulak rückt an Brett zwei. Das Team komplettieren Krzystof Zielinski, Michal Wierzchowski, Marcin Jarkowski und eben Youngster Nils Maiworm.

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