Tischtennis-Kreis setzt Hoffnungen auf Mini-Meisterschaften

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In den vergangenen Jahren war der SV Affeln oft der einzige Verein im Tischtennis-Kreis Lüdenscheid, der eine Mini-Meisterschaft angeboten hat. Die Wettkämpfe sollen künftig neuen Nachwuchs in die Klubs bringen.

Kreisgebiet - Die Mini-Meisterschaften sind ein Hoffnungsschimmer in Zeiten sinkender Mannschaftszahlen. Auch der Lüdenscheider Kreisvorsitzende Edgar Schwarzkopf baut darauf, dass die Tischtennis-Titelkämpfe der Minis sich als Instrument gegen den Trend langfristig rückläufiger Meldewerten etablieren.

In den vergangenen Jahren war der SV Affeln der einzige Verein, der im Kreis Lüdenscheid Mini-Meisterschaften ausrichtete. In der abgelaufenen Saison fand ein solches Turnier aber gleich an sechs Standorten statt: Neben dem SVA organisierten bekanntlich auch der TuS Halver, TuS Meinerzhagen, TTC Altena, TS Evingsen und die TTSG Lüdenscheid einen Wettstreit für die Kleinsten. „Das lässt uns hoffen, dass da etwas Nachwuchs in den Vereinen hängen bleibt. Aber ob es so kommt, muss man abwarten“, bilanzierte Schwarzkopf vorsichtig optimistisch. 

Bei der Kreisversammlung in Werdohl hatte David Schröck in seiner Funktion als neuer Breitensportbeauftragter nicht ohne Stolz darauf hingewiesen, dass der Kreis Lüdenscheid damit erstmals in seiner Geschichte einen eigenen Kreisentscheid hätte durchführen können (wir berichteten). Im Westfälischen Tischtennis-Verband (WTTV) haben die Lüdenscheider Klubs damit prozentual zu ihrer Vereinsanzahl das drittbeste Ergebnis verzeichnet. 

Doch Schröck deutete auch an, dass er Maßnahmen über die Mini-Meisterschaften hinaus plant, um wieder mehr Kinder und Jugendliche an die Tischtennis-Platten zu locken. Gedacht ist etwa an die Integration des Tuffi-Milchcups, einem Rundlauf-Turnier, in den Vereinen, sowie an Kooperationen mit Schulen in Form von AGs oder gemeinsame Tischtennisfreizeiten. Eine Umfrage soll zeigen, inwieweit daran Interesse besteht. 

Insgesamt sind die Mannschaftszahlen im heimischen Kreis seit 2013 stabil geblieben. Für die Spielzeit 2013/14 hatten damals 76 Teams (Herren, Jungen, Schüler und Damen) gemeldet, für die neue Saison 2016/17 sind es 75. Auffällig ist aber der Rückgang in den vergangenen knapp zehn Jahren. 2005/06 nahmen noch 94 Teams am Spielbetrieb teil, 2008/09 war der Wert schon auf 79 geschrumpft. 

„Der Trend ist schlecht. Aber wir halten im Augenblick immerhin das Niveau, das wir in den vergangenen Jahren hatten. Damit sind wir erst einmal zufrieden“, resümiert Schwarzkopf mit gemischten Gefühlen. 

Der Kreisvorsitzende beobachtet bei den Spielern einen Mangel an Zuverlässigkeit, der allerdings nicht auf das Tischtennis beschränkt sei, sich auch in anderen Sportarten zeige. „Wenn ich Zeit habe, spiele ich. Wenn nicht, mache ich eben etwas anderes“, gibt der selbst noch für den TuS Neuenrade aufschlagende Altenaer die Haltung vieler Akteure aus seiner Sicht wieder – und ruft diese dazu auf, „eine Saison mal wirklich durchzuspielen“. 

Ebenso sehr setzt Schwarzkopf auf die „Langzeitwirkung“ der Mini-Meisterschaften – darauf also, dass aus dem Hoffnungsschimmer ein klares Licht wird.

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