Joostens Appell: „Motiviert die Jugend“

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Helmut Joosten hielt einen Vortrag zur Eröffnung.

Werdohl -  „Wer keine Jugendarbeit macht, wird als Verein sterben. Und irgendwann wird es dann auch den Kreis Lüdenscheid nicht mehr geben“, malte der Vorsitzende des Tischtennis-Bezirks Arnsberg, Hans-Jürgen Posnanski, zum Ausklang der Kreisversammlung in Werdohl ein düsteres Zukunftsszenario.

Und deshalb lautete sein Appell: „Motiviert die Jugend, investiert, damit mehr Kinder zum Tischtennis kommen und sich mehr Leute darum kümmern.“ Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen im Nachwuchsbereich aber gar nicht rückläufig, wie auch der Jahresbericht des einstimmig für zwei Jahre wiedergewählten Kreisvorsitzenden Edgar Schwarzkopf deutlich machte.

Schülerteams gab es in der abgelaufenen Saison nur eines weniger als 2005 (acht statt neun), Jungenmannschaften sogar eine mehr als 2008 (14 statt 13). Allerdings zogen in der Jungen-Kreisliga im Saisonverlauf von zehn gemeldeten Teams drei zurück. Spielabsagen und Aufstellungsprobleme gab es überdies. Auch in den Berichten des ebenfalls in seinem Amt bestätigten Kreisjugendwarts Marc Stoman und des Kreisschülerwarts Martin Wichary wurden die Probleme deutlich. „Das Kreiskadertraining unter Leitung von Trainer Falk Linnepe haben wir eingestampft, da zuletzt nur noch zwei Vereine Interesse zeigten. Das war nicht mehr lohnenswert“, sagte Stoman. Eine Neuaufnahme sei nur sinnvoll, wenn die Vereine Bedarf anmelden. „Die Zahlen gehen erschreckend zurück, vor allem bei den Ranglisten“, konnte auch Wichary wenig Positives vermelden.

Hoffnungsschimmer bei den Allerjüngsten

Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich bei den Allerjüngsten. Prozentual zu seiner Vereinszahl gerechnet, hat der TT-Kreis Lüdenscheid bei den Mini-Meisterschaften mit sechs Ortsentscheiden das drittbeste Ergebnis auf WTTV-Ebene erzielt. Ein erster Erfolg des im vergangenen Jahr neu installierten Beauftragten für Vereinsentwicklung, David Schröck, der nach Teilnahme an einer Fortbildung in Dortmund diese Aufgabe mit Unterstützung durch den 2. Vorsitzenden des Kreises und seines Vorgängers, Markus Born, mit Elan angetreten hat. Die Erfolge bei den Minis nahm der Kreis zum Anlass, hier zu investieren: Für die Mini-Ortsentscheide, aber auch alle anderen Breitensportveranstaltungen, wurden Bälle, Tischtennisschläger und zwei Platten angeschafft, die sich jeder Verein bei Bedarf ausleihen kann. Nachrichten, die auch den Präsidenten des WTTV, Helmut Joosten, der am Mittwochabend ebenfalls nach Werdohl gekommen war, erfreuten: „Da ist einiges passiert – eine sehr positive Entwicklung.“ Joosten regte an, auch im Bereich Breitensport Aufgabenfelder zu verteilen und sich zu spezialisieren, ähnlich wie dies im „normalen“ Kreisvorstand der Fall sei: „Dann kommt noch mehr dabei raus.“

Joosten hatte die Versammlung mit einem Vortrag über Qualifizierungsmaßnahmen im Tischtennis-Verein eingeleitet. Dabei warb er nicht nur für die kostenlosen Beratungsangebote des Landessportbundes (www.vibbs.de), sondern auch für die zahlreichen Hilfestellungen, die der WTTV bei der Zusammenarbeit mit Schulen (Offener Ganztag), der Betreuung von Hobby- und Seniorengruppen und dem „Stiefkind“ Mädchentraining bieten kann. Alles Dinge, die in der „klassischen“ Trainerausbildung nur am Rande berücksichtigt werden. „Qualifikation sichert die Zukunft der Vereine“, lautete das Fazit von Joostens Vortrags. Und damit schlug er, wenn auch nicht so zugespitzt wie Posnanski, in die gleiche Kerbe.

Von Michael Jeide

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