SCL-Probleme zur Unzeit

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Nach der mehr als umstrittenen Roten Karte gegen Wenden wird Torjäger Daniel Schwenck dem SCL in wichtigen Saisonpartien fehlen.

Lüdenscheid - Die gute Laune ist wieder fort. Nach dem 7:3-Auswärts-Paukenschlag in Weltringhausen hatte der SC Lüdenscheid im Heimspiel gegen Wenden zwei Ziele gehabt: Zählbares einzusammeln und das gute Gefühl der Vorsonntags mitzunehmen in die „Wochen der Wahrheit“. Beide Ziele verpasste der Bezirksliga-Neuling beim 0:3 an einem Nachmittag der besonders verkorksten Art.

Der SCL ist seit Sonntag wieder 14. und belegt damit einen Abstiegsplatz. Schlimmer als die Momentaufnahme aber ist der Ausblick: Ausgerechnet vor den Partien gegen die SG Hickengrund (12.), den TuS Plettenberg (11.), den Kiersper SC (9.), den SC Drolshagen (13.), Fortuna Freudenberg (15.) und die SG Kleusheim/Elben (16.), in denen bis zum 4. Dezember eine Art Weichenstellung erfolgen könnte – ist es nicht übertrieben, von einem personellen Notstand zu sprechen.

Besonders betroffen ist seit Sonntag die Offensive: In Weltringhausen hatte sich ja bereits Patrick Klatt die Bänder gerissen. Am Sonntag nun trugen sich auch Patrick Lange und Daniel Schwenck auf die Ausfall-Liste ein. Lange, der nach einer über einjährigen Fußballpause gerade erst wieder richtig in Schwung gekommen war, zog sich einen Bänderanriss im Fußgelenk zu. Er wird in den wichtigen Partien nicht helfen können.

 Daniel Schwenck darf nicht helfen. Seine Rote Karte war das Ärgernis des Sonntags. „Das ist doch lächerlich“, schimpfte der Rotsünder nach seiner Nachfrage bei Referee Önal nach dem Spiel. Die Tätlichkeit, die Önal ihm vorwarf, war allgemein nicht wahrgenommen worden. Auch Jörg Schreyer und Michael Dolezych schüttelten noch später ungläubig den Kopf. Der Schiedsrichter wollte einen Schlag gesehen haben. Shabanaj hatte gefoult, Schwenck war lamentierend zu Boden gegangen. Ein normaler Zweikampf war es von Außen, der den SCL nun seinen Torschützenkönig der Vorsaison kostet.

 Die eigentlich so schlagkräftige Offensive, in der gegen Wenden auch Youngster Thiemann (krank) und Siegesmund (Rippenprellung) fehlten, ist damit ausgeblutet. Auch hinten sieht es nicht gut aus. Zu Faßmann (Nasenbeinbruch) und Yilmaz (Bänderriss) gesellte sich am Sonntag Möller, dessen Verletzung sich als Schienbeinprellung herausstellte. So hätte der SCL gut einen Spieler wie Felix König gebrauchen können gegen Wenden: Der Stamm-Innenverteidiger der Aufstiegssaison, der inzwischen studienbedingt in Stuttgart lebt, war gegen die VSV am Wehberg zu Gast, erstmals in dieser Saison. Seinen Pass hat König noch beim SCL – zu einem Einsatz aber ließ er sich auf seiner Stippvisite aber nicht überreden. So wird der SCL vor der Reise zu den Hicken intern forschen müssen, wie er Schlagkraft in den Kader bekommt. Der Einsatz von Florian Eick, der in der zweiten Hälfte für Patrick Lange kam, deutete an, wohin die Reise gehen dürfte. Ohne Hilfe aus der Zweitvertretung scheint es in den nächsten Wochen nicht zu gehen.

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